Infrastruktur

Fehmarnverspätung: Seidler fordert bessere Jütlandverbindung

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Stefan Seidler sieht Handlungsbedarf bei den europäischen Bahnverbindungen durch Nord- und Südschleswig (Archivfoto).

Die ersten Züge werden möglicherweise erst Ende 2032 durch den Fehmarnbelttunnel fahren. Daher muss die Verbindung über Jütland nach Deutschland attraktiver gestaltet werden, meint der SSW-Bundestagsabgeordnete.

Derzeit fahren alle Fernzüge von Dänemark nach Deutschland durch Nordschleswig. Das wird möglicherweise auch mindestens sieben Jahre lang so bleiben. Die Gleisanbindung für den Fehmarnbelttunnel wird sich nämlich auf deutscher Seite um mindestens drei Jahre verspäten.

„Das bedeutet auch, dass die Jütlandverbindung deutlich attraktiver gestalten werden muss“, sagt der Bundestagsabgeordnete des Südschleswigschen Wählerverbandes (SSW), Stefan Seidler.

Drei Jahre Verspätung

Deutschland hat sich in einem Staatsvertrag mit Dänemark dazu verpflichtet, die Landanbindung auf Fehmarn gleichzeitig mit dem Tunnel unter dem Belt fertigzustellen. Dafür soll ein Senktunnel für Bahn und Auto unter dem Sund zwischen der Insel und dem deutschen Festland gebaut werden.

Am Montag hat das Eisenbahnbundesamt die Planunterlagen für das Projekt veröffentlicht. Aus ihnen geht hervor, dass die Gleisanbindung sich um mindestens drei Jahre verspäten wird. Die alte Fehmarnsundbrücke bleibt „für alle Verkehrsarten, mit Ausnahme des Eisenbahnverkehrs, verfügbar“.

EC-Züge halten in Kolding und Pattburg

Sollte sich daran nichts ändern, werden sämtliche Fernzüge zwischen Dänemark und Deutschland bis Ende 2032 weiterhin über die Strecke zwischen Kolding und Pattburg (Padborg) fahren. Menschen aus Nordschleswig haben die Möglichkeit, in diesen beiden Städten zuzusteigen.

Seidler meint, die verspätete Zugverbindung über den Fehmarnbelt würde einen Fernhalt in Flensburg-Weiche noch dringlicher machen. Bereits zuvor hat er sich wiederholt dafür eingesetzt.

„Stadt und Land können gemeinsam die nächsten Schritte gehen, damit in Flensburg-Weiche die dort verkehrenden europäischen Fernzüge halten können“, schreibt er am 16. Juli in einer Pressemitteilung.

In seiner Stellungnahme zur aktuellen Situation heißt es: „Wir brauchen jetzt zügig Gespräche zu handfesten Übergangskonzepten auch für den wachsenden Verkehr nach Skandinavien.“

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