Haus und Garten

Schmetterlingsflieder: In Nordschleswigs Gärten häufig, in der Schweiz verboten

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Sommerflieder
Schmetterlinge werden vom Duft der Pflanze magisch angezogen.

Der Sommerflieder ist das Fast-Food-Restaurant für Schmetterlinge – gilt aber als invasive Art. In Nordschleswigs Gärten findet sich der halbimmergrüne, farbenfroh blühende Schmetterlingsflieder noch sehr häufig. Weil er andere Pflanzen verdrängt, gilt er als Problemstrauch. Dabei gibt es gute, heimische Alternativen.

„Nordschleswiger“-Fotografin Karin Riggelsen hat ihn im eigenen Garten: den Schmetterlingsflieder (sommerfuglebusk). Er blüht lilafarben oder weiß, wächst schnell und ist pflegeleicht. Schmetterlinge lieben ihn, werden vom betörenden Duft, der an Honig erinnert, angezogen. „Es ist wie ein McDonalds für Schmetterlinge“, sagt Riggelsen. Doch sie hat kürzlich gelesen, dass die Pflanze mit dem lateinischen Namen „Buddleja davidii“ mit den in Dänemark heimischen Fliederarten nur wenig verwandt und hier eigentlich nicht zu Hause ist.

Neophyt in der Schweiz verboten

Der Schmetterlingsflieder kommt ursprünglich aus Tibet und China und ist hier eine Zierpflanze. Er ist ein klassischer Neophyt, wurde also durch den Menschen hier verbreitet. Was Riggelsen nicht wusste: „In der Schweiz ist die Pflanze als invasive Art gelistet und mittlerweile verboten.“ Das Problem: Schmetterlingsflieder hat durch die rasche Ausbreitung die Tendenz, die Artenvielfalt zu reduzieren. Schon 2021 landete er daher auf der Schwarzen Liste der invasiven Neophyten in der Schweiz.

Während die einen ihn also als hübschen Gartenstrauch betrachten, sehen ihn andere als ökologische Katastrophe. Denn wo er wächst, fehlt Platz für andere Pflanzen, die von Raupen und anderen Insekten als Nahrung oder Lebensraum genutzt werden. Denn weil der Schmetterlingsflieder giftig ist, wird er kaum angeknabbert. Die Folge: Auch für Vögel gibt es weniger Nahrungsangebot.

Im Frühjahr 2024 wurde die Art dann – neben Kirschlorbeer und Blauglockenbaum – verboten. Es ist seit dem 1. September nicht mehr erlaubt, die Pflanze zu verkaufen, zu verschenken oder in die Schweiz mitzubringen. Wer den Strauch noch im Garten hat, darf ihn dort lassen.

In Dänemark ist die Pflanze nicht verboten, breitet sich nach Daten von „naturbasen.dk“ auch hier weiter aus.

Heimische Alternativen anpflanzen

Obwohl er für Schmetterlinge gut ist und auch als Sauerstofferzeuger, kann man ihn durch heimische Arten ersetzen, die ebenfalls insektenfreundlich sind. So ist etwa die Silberdiestel, die es auch in Riggelsens Garten gibt, für Bienen, Hummeln und Falter besonders attraktiv. Aber auch Lavendel, Kornblumen, Blutweiderich, Echter Baldrian, Wasserdost, Schneeball, Schleedorn, Weißdorn oder Haselnuss gelten als gute Alternativen zum Schmetterlingsflieder. Eine Wildblumenwiese ist darüber hinaus eine gute Möglichkeit, eine Vielzahl von Insekten anzulocken.

Silberdistel
Disteln sind für die heimische Fauna und Flora die bessere Wahl.