Nachhaltigkeit

Aus defekt mach nutzbar: Neues Repair Café in Lügumkloster gestartet

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Schwiegermutters Waffeleisen wollte nicht, wie es sollte. Mit etwas Mut, einer Portion Know-how und dem richtigen Werkzeug war der Fehler schnell lokalisiert.

Mit Nadel, Schraubenzieher und Gemeinschaftsgeist haben Elke Hußmann und Ursula Dieterich-Pedersen der Wegwerfgesellschaft den Kampf angesagt. Einmal im Monat öffnet in der Heimvolkshochschule eine Grüne Werkstatt ihre Türen.

Alte Elektrogeräte, kaputte Reißverschlüsse und wackelige Gartenmöbel müssen nicht gleich auf dem Müll landen – sie können auch Teil einer kleinen Revolution werden. In Lügumkloster hat Elke Hußmann zusammen mit Ursula Dieterich-Pedersen von der Heimvolkshochschule ein Repair Café ins Leben gerufen. Die Idee: Nachhaltigkeit greifbar machen – und zwar ganz konkret mit Schraubenzieher, Nähmaschine und gutem Rat.

Nachhaltigkeit beginnt beim Selbermachen

Der Impuls kam von der Kommune Tondern (Tønder). Im Frühjahr 2024 suchte sie sogenannte „Klimafamilien“, die ihren Alltag nachhaltiger gestalten wollen. Elke Hußmann war dabei – gemeinsam mit ihrer Tochter. In fünf Workshops ging es unter anderem um Mülltrennung, Artenvielfalt und die Idee hinter Repair Cafés.

„Wir stellten fest, dass wir vieles ja schon richtig machen“, erzählt Elke, „aber gerade was Mobilität angeht, haben Stadtmenschen es leichter. Ohne Auto geht bei uns auf dem Land fast nichts.“ Dafür punktet sie mit einem weitgehend giftfreien Garten – und neuen Erkenntnissen: „Manche Pflanzen, die schön aussehen, helfen der heimischen Tierwelt leider gar nicht.“

Eine Idee nimmt Form an

Zwei arbeiten, die anderen schauen zu, um das nächste Mal vielleicht selbst Hand anlegen zu können.

Beim Repair-Café-Workshop sprang der Funke über: Gemeinsam mit Ursula Dieterich-Pedersen wuchs die Idee, auch in Lügumkloster einen Ort für nachhaltiges Reparieren zu schaffen. Die passenden Räume waren in der Heimvolkshochschule schnell gefunden – inklusive Nähmaschinen und Werkzeug.

Ein erstes Inspirationstreffen im September übertraf alle Erwartungen: Acht Interessierte kamen, viele mit Know-how im Bereich Nähen und Elektronik. „Schön war, dass Männer und Frauen, Jüngere und Ältere dabei waren“, sagt Elke Hußmann. Ab Frühjahr 2026 sollen auch Fahrräder und Gartenmöbel dazukommen – ganz im Sinne eines lebendigen Angebots.

Hilfe zur Selbsthilfe

„Unser Repair Café unterscheidet sich vielleicht von anderen Angeboten“, erklärt die Initiatorin. „Man bringt nicht einfach etwas kaputtes und lässt es reparieren. Man bekommt gezeigt, wie es geht – damit man es beim nächsten Mal vielleicht schon allein schafft.“ Der Grundgedanke: Hilfe zur Selbsthilfe – mit Spaß, Geduld und gegenseitigem Lernen.

Zum Auftakt wurde bereits ein defektes „Goj-Raj“-Eisen wieder flottgemacht – und ein Staubsauger repariert. „Wir hatten alle viel Freude dabei“, erzählt Elke.

Geöffnet für alle – in der Kommune und darüber hinaus

Goj Raj

Goj Raj ist Synnejysk und heißt ins Deutsche übersetzt: Guter Rat (Dänisch: Gode Råd). Es handelt sich dabei um ein hauchdünnes Waffelgebäck, das bei der südjütischen Kaffeetafel eigentlich nicht fehlen darf.

Die Grüne Werkstatt öffnet an jedem zweiten Donnerstag im Monat um 19 Uhr ihre Türen in der Heimvolkshochschule. Das nächste Repair Café findet am 13. November statt. Mitbringen darf man fast alles – außer vielleicht die Waschmaschine. Und wer nichts zu reparieren hat, ist auch willkommen: Man kann einfach reinschauen, mithelfen oder etwas lernen.

Das Angebot richtet sich an alle Einwohnerinnen und Einwohner der Kommune Tondern – egal ob aus Lügumkloster oder weiter weg. „Aber auch von außerhalb sind Leute willkommen“, unterstreicht Elke Hußmann. 

Und wer es noch genauer wissen will, der schaut unter www.groent-vaerksted.dk/vaerksted/logumkloster