Ukrainisches Treibstoffwerk

Spatenstich für ukrainisches Rüstungsprojekt in Woyens

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Am kommenden Montag, 1. Dezember, laden Wirtschaftsminister Morten Bødskov (Soz., Mitte) und Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen (Venstre) zum ersten Spatenstich am Tingvejen 4 ein. Dabei sein wird auch der Direktor der dänischen Tochtergesellschaft des ukrainischen Rüstungskonzerns „Fire Point“ (Archivbild).

Zwischen Bahnhofsgleisen und Flugplatz wächst ein internationales Rüstungsprojekt: In Woyens beginnt der Bau einer ukrainischen Treibstofffabrik. Der symbolische Spatenstich ist mehr als nur ein politisches Signal.

Am Tingvejen 4, im Industriegebiet zwischen Woyens und Skrydstrup, beginnt am Montagnachmittag offiziell der Bau eines neuen Produktionsstandorts des ukrainischen Unternehmens „Fire Point“. Dänemarks Wirtschaftsminister Morten Bødskov (Soz.), Haderslebens Bürgermeister Mads Skau (Venstre) und Vyacheslav Bondarchuk, Direktor des ukrainischen Rüstungskonzerns „Fire Point“ in Dänemark, greifen am Montag, 1. Dezember, um 15.30 Uhr gemeinsam zur Schaufel. Der erste Spatenstich ist für alle Interessierten offen.

Raketentreibstoff für die Ukraine aus Dänemark

„Fire Point“ gilt als Schlüsselbetrieb der ukrainischen Verteidigungsindustrie. Die künftige Produktion in der Kommune Hadersleben soll die Versorgung der ukrainischen Streitkräfte mit Raketentreibstoff sichern – geschützt vor russischen Angriffen und angesiedelt in einem NATO-Staat. 
Das politische Fundament für die Ansiedlung haben Kopenhagen und Kiew bereits im Vorsommer gelegt. Eine gesetzliche Sonderregelung ermöglicht den schnellen Baustart – ein Novum in Dänemark, das bei den Menschen vor Ort für Angst, Unmut und Empörung gesorgt hat.

In der Ukraine steht „Fire Point“ laut der Nachrichtenagentur „Reuters“ im Fokus der Anti-Korruptionsbehörde NABU. Diese ermittelt wegen möglicher Unregelmäßigkeiten bei Drohnenlieferungen an das Verteidigungsministerium. Die Produktion in Dänemark ist davon nicht betroffen.

Politik drückt aufs Tempo

Das Gelände des künftigen Treibstoffwerks zwischen Woyens und Skrydstrup. Vorgesehen sind ein Abriss der bestehenden Gebäude und ein Neubau. Der Produktionsstart verschiebt sich dadurch von Dezember auf Ende nächsten Jahres, hat die Regierung bei den Infotreffen angekündigt.

Mit dem Spatenstich beginnt zugleich ein neues sicherheitspolitisches Kapitel in Nordschleswig. Wirtschaftsminister Bødskov bezeichnet die Ansiedlung als „wichtigen Beitrag zur europäischen Sicherheit“. Bürgermeister Skau sieht in dem umstrittenen Vorhaben Chancen für die lokale Wirtschaft.

Die Standortwahl zwischen Woyens und dem Luftwaffenstützpunkt Skrydstrup ist strategisch: Industrieflächen, Bahnanschluss und militärische Nähe treffen dort aufeinander und legen Synergieeffekte nahe. 

Moskau: „Feindliche Politik“

„Moskau hört mit“: Das war eine der Botschaften der Regierungsrepräsentanten bei den beiden Informationstreffen in Woyens. 

In der Tat: Laut des russischen Außenministeriums sieht Russland das Vorhaben als „feindliche Politik“ Dänemarks gegenüber Moskau, mit dem Risiko einer weiteren Eskalation. Entsprechend verunsichert reagieren die Menschen vor Ort. Die dänische Regierung versucht, diese Bedenken zu zerstreuen, und verweist auf die hohen Sicherheitsvorkehrungen auf dem Militärflugplatz Skrydstrup, der Dänemarks Kampfjets beherbergt.