Tourismus

Nach zweiter Saison: Wohnmobilpark am Alsensund in Sonderburg steht zum Verkauf

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Vor dem Start in die erste Saison in Sonderburg: Mette Thomsen und Soren Ejsenhardt an der Einfahrt zum Wohnmobilpark (Archivfoto).

Abschied trotz Booms: Wieso aufhören, wenn immer mehr mit dem Autocamper unterwegs sind? Das Eignerpaar sucht eine Nachfolge, die sich ins gemachte Bett legt. Die Hoffnung: Der Stellplatz soll auch in Zukunft seinen Beitrag für einen besseren Ruf der Szene leisten.

„Der Platz ist instand und bereit zur Übernahme“, sagt Soren Ejsenhardt am Freitagvormittag dem „Nordschleswiger“. Erst am Vorabend hatten er und seine Frau Mette Thomsen die Entscheidung getroffen: Es reicht!

„Ich bin 70 und sollte eigentlich längst im Ruhestand sein, Mette ist auch bereits 65 Jahre alt“, sagt er zum Beweggrund, das Unternehmen abzugeben. Zwei Saisons lang werden die beiden den Autocamper Park in Sonderburg am 30. September geleitet haben. Dann ist Schluss. Zuvor hatten sie in Kopenhagen drei Jahre lang einen Wohnmobilpark.

Ob sich jemand finden wird? „Wir haben gar keine Ahnung“, sagt Ejsenhardt. „Aber es ist wichtig, dass es so einen Platz gibt, um die Probleme zu lösen, damit es eine Zukunft für Wohnmobil-Urlaubende in Sonderburg gibt“, sagt er.

Wohnmobil-Tourismus: Große Szene, wenig Überblick

Die Probleme, die er anspricht, liegen hauptsächlich darin begründet, dass sich der Trend durchgesetzt hat, mit Wohnmobilen nicht auf Campingplatzen zu übernachten, sondern die Fahrzeuge teilweise über längere Zeiträume „wild“ zu parken. So dürfen sie grundsätzlich an oder auf öffentlichen Straßen, Wegen und Parkplätzen stehen.

„Die größte Herausforderung ist der Platz, damit die Anwohnerinnen und Anwohner nicht gestört werden“, sagt Ejsenhardt. „Oftmals nehmen Wohnmobile ihnen zum Beispiel die Aussicht“, erklärt er. „Die Kommunen sind da selbst schuld“, findet der seit Jahren als „Wohnmobil-Botschafter“ aktive Überzeugungstäter.

Viel investiert am Nordwesthafen

Das Gelände des Stellplatzes mit Blick auf Sonderburg ist gepachtet.

Zu welchem Preis der am Nordvesthavnsvej 60 direkt am Wasser gelegene Betrieb abgegeben werden soll, will er nicht verraten. Einiges investiert hat das Betreiberpaar jedenfalls. Ein Servicegebäude, Strom- und Wasseranschlüsse sowie Entsorgungsmöglichkeit für die Wohnmobil-Toiletten und anderes Abwasser sind vorhanden. Der Platz sei vollständig etabliert, unterstreicht er.

Die Basis an möglicher Kundschaft ist groß. Vor allem aus Deutschland zieht es viele nach Nordschleswig. Fast zwei Drittel aller Touristinnen und Touristen in Dänemark waren 2024 Deutsche. Zahlen für die „wilden“ Wohnmobile gibt es nicht – weil sie ohnehin kaum erfasst werden. Schließlich nutzt nur ein Bruchteil von ihnen Campingplätze oder Wohnmobilplätze wie den Autocamper Park in Sonderburg. Die meisten stellen sich einfach auf öffentliche Parkplätze. Auch in Sonderburg, zum Beispiel direkt vor dem Schloss.

Dass dort noch kein Verbot gilt, ärgert Ejsenhardt, der sich dennoch nicht über schlechte Geschäfte beklagt. „Sonderburg ist fantastisch, aber die Kommune hat keine Ahnung, wie man Tourismus fördert und das Potenzial ausnutzt“, sagt der Mann, der viele Jahre in der Luftfahrtindustrie tätig war. Er will sich auch im beruflichen Ruhestand weiter im Ehrenamt für die Belange des Wohnmobil-Campens einsetzen: „Dieser Teil des Tourismus ist viel größer als der Campingplatz-Tourismus, aber er findet noch immer viel zu wenig Beachtung.“