Handball

Bundesliga-Abenteuer war nicht immer rosig

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Jon Lindenchrone Andersen bei seiner Verabschiedung von Sønderjyske vor dem Wechsel in die Handball-Bundesliga.

Jon Lindenchrone Andersen verließ Sønderjyske 2021 und spielte vier Jahre in der Handball-Bundesliga, doch neben dem sportlichen Erfolg gab es auch Schattenseiten. Der 28-Jährige fühlte sich mitunter einsam und lernte viel über sich selbst.

Tore am laufenden Band erzielte Jon Lindenchrone Andersen in der zweiten Hälfte der vergangenen Bundesliga-Saison für die Rhein-Neckar Löwen.

Der 28-Jährige, der im Sommer 2021 Sønderjyske in Richtung Handball-Bundesliga verließ, hatte in der ersten Saisonhälfte auf der rechten Rückraum-Position noch im Schatten von Ivan Martinovic gestanden, doch als dieser sich im Februar eine schwere Knieverletzung zuzog, lastete die gesamte Verantwortung auf den Schultern des Dänen.

Fast neun Tore im Schnitt

„Es hat extrem viel Spaß gemacht und ist sehr lehrreich gewesen. Den Ton anzugeben, das war die Rolle, die ich wollte. Wir haben gegen die großen Teams gespielt, und das Sahnehäubchen war der Auswärtssieg gegen Flensburg-Handewitt. Das hat mir viel Energie gegeben“, sagt Jon Lindenchrone Andersen.

In den vergangenen zwölf Bundesligaspielen der Saison erzielte er im Schnitt 8,75 Tore pro Spiel und war eindeutig der torgefährlichste Spieler seiner Mannschaft. Am Ende sprang mit 167 Treffern Rang zwölf der Bundesliga-Torjägerliste heraus. Der Linkshänder hätte locker in der stärksten Liga der Welt bleiben können, hatte sich zuvor aber schon für eine Rückkehr nach Dänemark entschieden und bei Skjern Håndbold unterschrieben. Bereut hat er es nicht.

„In sportlicher Hinsicht verstehe ich durchaus, wieso sich einige wundern, aber ich bin unglaublich glücklich über meinen Wechsel. Ich habe vier Jahre in Deutschland verbracht und war die ganze Zeit allein, daher bedeutet es mir sehr viel, näher bei meiner Familie zu sein“, so Jon Lindenchrone Andersen.

Jon Lindenchrone Andersen erzielte in der vergangenen Saison 167 Tore für die Rhein-Neckar Löwen und belegte den zwölften Platz der Bundesliga-Torjägerliste.

Nachdem er Sønderjyske 2021 verlassen hatte, spielte er jeweils zwei Jahre für Frisch Auf! Göppingen und für die Rhein-Neckar Löwen. Mit gutem sportlichen Erfolg, aber allein in Deutschland zu leben, war nicht nur rosig. Mitunter fühlte er sich einsam.

Viel über sich selbst gelernt

„Ich hatte Glück, dass es einige Skandinavier gab, mit denen ich etwas unternehmen konnte. Aber natürlich werden sie nie zur Familie oder zu den Freunden, mit denen man aufgewachsen ist. Sie wechseln den Verein, und alles wird sehr flüchtig. Aber ich habe viel über mich selbst als Person gelernt, und das gehört auch dazu, wenn man ins Ausland geht“, meint der 28-Jährige.

Bei seinem ersten Auftritt nach seiner Rückkehr glänzte er mit acht Toren für Skjern Håndbold im Supercup gegen Aalborg Håndbold. Er träumt davon, häufiger begeistern zu können, damit Nationaltrainer Nikolaj Jacobsen auf die Idee kommt, ihn anzurufen.

Der Linkshänder gehörte dem vorläufigen Kader für die diesjährige Weltmeisterschaft an, doch auf der rechten Rückraum-Position ist mit Mathias Gidsel und Emil Madsen der Konkurrenzkampf groß.

Zwei Jahre spielte Jon Lindenchrone Andersen für Sønderjyske.

„Jeder, der nah dran war, möchte noch näher dran sein. Davon träumt man schon seit seiner Kindheit. Also ist es natürlich ein Ziel. Aber letztendlich bin nicht ich derjenige, der entscheidet, deshalb konzentriere ich mich im Moment hauptsächlich auf die kleinen alltäglichen Ziele“, sagt Jon Lindenchrone Andersen, der am Sonnabend ab 14 Uhr an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrt, wenn Skjern Håndbold bei Sønderjyske spielt.