Natur

Mitmachen statt nur zuschauen: Aktiver Naturschutz im Urlaub

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Die jungen Gäste im Wattenmeer schlüpfen in die Rolle als aktive Botschafterinnen und Botschafter für Robben.

Ob Seehundrettung auf Fanø oder Müllsammeln am Strand – das deutsch-dänische Projekt VaBene zeigt, wie Gäste im Urlaub selbst aktiv zum Schutz von Umwelt und Artenvielfalt beitragen können. Naturerlebnis und Engagement gehen auch bei den Kindern Hand in Hand.

Wie können Urlauberinnen und Urlauber aktiv zum Naturschutz beitragen? Das deutsch-dänische Interreg-Projekt VaBene hat nach einem Probelauf erste Antworten: Neue Naturerlebnistouren mit aktiver Beteiligung der Gäste zeigen vielversprechende Wirkung, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht. Sie wecken Engagement für Umwelt und Artenvielfalt.

Ein Beispiel ist die klassische Seehundtour auf der dänischen Insel Fanø, die zur Seehundhelfer-Tour weiterentwickelt wurde. Neben spannenden Tierbeobachtungen lernen Kinder, wie sie sich richtig verhalten, wenn sie am Strand auf ein verlassenes Seehundjunge – einen sogenannten Heuler – treffen. Abschließend erhalten sie ein Diplom, einen Anstecker mit dem Titel „Robbenhelfer“ und den Auftrag, ihr Wissen weiterzugeben.

Aktives Engagement für die Natur

Die Kinder erhalten ein Zertifikat und einen Anstecker – beides zeichnet sie als Robbenhelfer aus.

Die Idee der Natur-Touren fußt darauf, dass die Teilnehmenden nicht nur Nutznießende sind, sondern sich auch aktiv für die Natur einbringen.

„Die Testtour war dermaßen erfolgreich, dass der ausrichtende ‚Club Fanø‘ sie nun dauerhaft in sein Angebot aufgenommen hat. Wir bauen darauf, dass Akteurinnen und Akteure zu beiden Seiten der Grenze sich davon inspirieren lassen und ähnliche Touren anbieten“, sagt Søren Christensen, Entwicklungsberater im dänischen Nationalpark Wattenmeer.

Er kündigt an, dass im Laufe des Sommers auch verschiedene Touren mit Müllsammelaktionen getestet werden. Zudem gibt es Angebote, bei denen es invasiven Pflanzen an den Kragen geht, zugunsten lichtoffener Lebensräume. Ziel ist es, die Tierwelt und die biologische Vielfalt zu fördern.

Effektive Müllsammelaktion

Auch südlich der Grenze setzen VaBene-Partner auf einfache, aber wirkungsvolle Konzepte: Die Kampagne „Nimm drei – sei dabei!“ animiert Strandgäste dazu, bei jedem Ausflug drei Müllteile zu sammeln und korrekt zu entsorgen. Ziel ist es, Müllvermeidung, Umweltbildung und Naturerlebnis miteinander zu verbinden.

Über VaBene

• VaBene steht für „Visitor Activation to Benefit Nature and Environment“ (Aktivierung von Besucherinnen und Besuchern zum Nutzen von Natur und Umwelt).
• Das dreijährige Projekt läuft bis zum 30. September 2026.
• Projektpartner sind der dänische Nationalpark Wattenmeer als Leadpartner sowie der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, WWF Deutsch- land und die Nordsee-Tourismus-Service GmbH. Hinzu kommen mehrere Netzwerkpartner auf beiden Seiten der Grenze.
• Das Projekt wird mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Interreg 6a) finanziert.
• Das Gesamtbudget beträgt rund 13 Millionen Kronen (ca. 1,74 Mio. Euro).