Tourismus

Hai-Alarm in Gramm: Zeitreise in der Tongrube

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Der kleine Yde aus Groningen in den Niederlanden erkundet „Gram Lergrav“.

Mit Entdeckerfreude in Gummistiefeln zum Riesenhai: In der Grammer Tongrube gräbt eine Familie nach Fossilien, die Geschichten erzählen. Es ist eine ungewöhnliche Zeitreise in die Vergangenheit, als Gramm quasi auf dem Meeresboden lag. Da kann ein kleiner Fossiljäger schon mal zum Umfallen müde werden.

Die Museumsleitung der Grammer Tongrube – oder wie die Dänen sagen: „Gram Lergrav“ – hat sich zum Saisonstart etwas Besonderes ausgedacht. Nein, kein Häschen in der Grube, sondern den weltweit größten Hai. Genauer gesagt: das Profil dieses Hais.

Im „Gram Lergrav“ ist pünktlich zum Ferienbeginn ein Profil des größten Hais der Welt entstanden. Exakt 24,3 Meter lang soll der Riese aus dem Miozän gewesen sein, der prähistorische Megalodon, dessen Wirbel Menschen 1978 in der Grammer Tongrube fanden. Seine Größe brachte die Forscherwelt zum Staunen: War der „Meg“ doch länger – und schlanker – als bislang angenommen.

So groß war der „Meg“, wie das Profil des Riesenhais in der Tongrube verdeutlicht.

Buddeln bis zum Einschlafen

An der Gummistiefelstation beginnt die abenteuerliche Suche.

Doch zurück in die Gegenwart: Am vergangenen Donnerstag bricht eine junge Familie aus Groningen – Merel und Jelle Bartelds sowie ihr Sohn, der zweijährige Yde, zum allerersten Mal zur Tongrube auf. Gummistiefel an, Schaufel in die Hand, los geht’s. Die Sonne scheint; der Modder bleibt somit trocken. Es hat seit Tagen nicht geregnet.

Seltener Jackpot

Den Fossil-Jackpot finden die Gäste selten, dafür aber immer Relikte aus der Vergangenheit.

Ida Borchersen Henningsen vom Museum erklärt den Neuankömmlingen, warum man in der Grube zwar selten den Fossil-Jackpot wie ein „Danekræ“ findet, dafür fast immer eine uralte Muschel.

Spoiler: Auch diesmal klappt’s. Gefunden hat die Muschel Museumsmitarbeiterin Ida. Sie schenkt das winzige, silberglitzernde Fossil dem zweijährigen Yde. Der kleine Fossiljäger strahlt; Mama Merel gräbt, angespornt durch die Entdeckung, wie besessen weiter: „Das hier könnte ich den ganzen Tag machen!“, sagt sie.

Mit dem Rad unterwegs in Nordschleswig

Museumsfrau Ida (links) hat Glück: Sie findet eine kleine Muschel.

Die kleine Familie ist zum zweiten Mal in Dänemark auf Achse, diesmal mit viel Zeit und in einem kleinen Truck mit Fahrrädern im Gepäck.

Nach erfolgreicher Fossilsuche in der Grube schläft Klein-Yde schon beim Stiefelausziehen ein, schlummert mit Schnuller neben der Waschstation – und lässt sich durch nichts stören: So eine Fossilienjagd kann doch ganz schön anstrengend sein.

Unterwegs im Miozän

Der Fossiljagdklub in der Grammer Tongrube bietet in den Sommerferien kostenlose Fossilienjagd für Kinder und Jugendliche von 9 bis 16 Jahren an – inklusive Ausrüstung und Anleitung durch den Experten Asbjørn Holm. Die Plätze sind begrenzt, daher ist eine Anmeldung über die Website des Museums erforderlich. Praktische Kleidung, Gummistiefel und Verpflegung nicht vergessen! Infos und Anmeldung unter der Webseite des Museums

Eine Fossilienjagd kann ziemlich müde machen.