Auszeichnung

Von Baugrube zu Pflastersteinen: Mit Geduld zum Erfolg

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Jørgen Popp Petersen (r.) empfing den Straßenpflaster-Preis 2024 für die Kommune Tondern.

Hoyer wurde mit dem Brolæggerpris 2024 ausgezeichnet. Tonderns Bürgermeister Jørgen Popp Petersen blickte bei der Preisverleihung auf die Herausforderungen des Bauprojekts zurück und betonte den großen Erfolg. Die Hoyanerinnen Karin Thimsen und Ketty Atzen erinnern sich an eine turbulente Zeit.

„Ich glaube, es ist zehn Jahre her, dass die ersten Gespräche stattfanden. Es war ein mehr oder minder öffentliches Geheimnis – wir durften nicht darüber sprechen“, erinnert sich Tonderns Bürgermeister Jørgen Popp Petersen (Schleswigsche Partei) in seiner Rede am Dienstagvormittag im Herzen von Hoyer.

Anlässlich der Übergabe des Straßenpflaster-Preises 2024 (Brolæggerpris 2024) an die Kommune Tondern (Tønder) hatten sich alle diejenigen, die an dem Projekt beteiligt waren, im Schuppen Stakladen in Hoyer (ehemaliges Madpakkehuset) an der Storegade eingefunden.

„Das war schon eine wilde Zeit“

„Es war die ganze Wartezeit wert, aber es hat Geduld gefordert – wenn man sich hier vor drei bis vier Jahren umgesehen hat, waren die Straßen aufgerissen, um an die Abwasserrohre zu gelangen, die ja in einer gewissen Tiefe liegen. Da muss man einräumen, dass das eine Herausforderung für die lokalen Bürgerinnen und Bürger war – und für die Handwerker“, heißt es vom Bürgermeister weiter.

Dass die Hoyeranerinnen und Hoyeraner einiges auszuhalten hatten, können Karin Thimsen und Ketty Atzen nur bestätigen. „Das war schon eine wilde Zeit“, stellt Thimsen fest. „Ich habe monatelang meine Garage nicht benutzen können, weil sie blockiert war.“ Das habe sie aber geduldig hingenommen. „Wenn man weiß, wofür, und dass es vorbeigeht, ist das auszuhalten“, findet sie.

Der Vorsitzende des Verbands der Straßenpflasterer, Claus Johnsen (links) und Bürgermeister Jørgen Popp Petersen hatten sich beide ihre Ketten umgelegt.

„Wir sind stolz darauf, wie schön Hoyer geworden ist“

Auch Ketty Atzen erinnert sich: „Ich wohne am anderen Ende der Stadt und habe die Bauarbeiten bis dorthin hören können.“ Auch ihre Fahrradfahrten seien zeitweise herausfordernd gewesen. „Ich musste oft überlegen, welcher Weg befahrbar ist und wo gerade gesperrt war.“

Umso schöner sei es dagegen jetzt, und die beiden sind sich einig: „Wir sind stolz darauf, wie schön Hoyer geworden ist.“

Dieses Empfinden teilt auch Jørgen Popp Petersen, wie er in seiner Rede einmal mehr zum Ausdruck bringt: „Hoyer hat seinen historischen Charme behalten, gleichzeitig wurden moderne und funktionelle Stadträume geschaffen.“

Der Architekt des Projekts, Erik Brandt Dam, lobte die einzigartige Zusammenarbeit.
Auch alle beteiligten Handwerker wurden bei der Preisverleihung gewürdigt.

Allen Beteiligten, die ihr Engagement in das Projekt gesteckt haben, gelte größter Dank. Das handwerkliche Können sei der Hauptgrund dafür, dass dieses Projekt erfolgreich wurde, so Jørgen Popp Petersen.

„Der Preis ist genau richtig in Hoyer gelandet“

Einen besonderen Applaus gibt es für Karin Thimsen, die der Bürgermeister nicht vergisst, in seiner Rede namentlich zu erwähnen. Er nennt sie eine freundliche Nachbarin, die sich in Eigeninitiative darum kümmert, dass der Stakladen einen guten Eindruck macht. Auch bei der Preisverleihung schmückt ein von Thimsen weihnachtlich hergerichtetes Blumengesteck einen der Tische.

Auch der Vorsitzende des Verbands der Straßenpflasterer, Claus Johnsen, nennt diesen 26. November „einen richtig großen Tag für unser Fach“, und lobt die außerordentlich gute Zusammenarbeit aller Beteiligten.

Die Hoyanerinnen Ketty Atzen (links) und Karin Thimsen sind stolz auf ihr „neues” Hoyer.

Der Architekt des Projektes, Erik Brandt Dam, findet „es schön, wieder hier in Hoyer zu sein.“ Auf den Tag genau sechs Jahre, nachdem sein Weg ihn zum ersten Mal nach Hoyer geführt hatte. Auch von ihm gab es herzenswarme Glückwünsche: „Der Preis ist genau richtig in Hoyer gelandet.“ Die Zusammenarbeit habe er als so angenehm empfunden, dass er nicht glaubt, etwas Vergleichbares noch einmal zu erleben.