Gericht

Zwei Schüsse, viele Waffen – und ein Urteil ohne Ende

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Aufregung zur Adventszeit 2024 in der Haderslebener Südstadt: Dort hatte die Polizei einen schießwütigen Mann festgenommen. In dieser Woche fällte ein Schöffengericht das Urteil (Archivbild).

Zwei Schüsse, ein Ziel – und ein umfangreiches Waffenlager im Wohnzimmer. Was in der Haderslebener Südstadt begann, endet für den Täter mit einem unbefristeten Gerichtsurteil. Der Mann aus Hadersleben bleibt in psychiatrischer Unterbringung.

Das Sonderburger Gericht hat soeben einen 66-jährigen Haderslebener nach einem versuchten Tötungsdelikt und wegen illegalen Waffenbesitzes verurteilt. Das Gericht ordnete überdies seine unbefristete Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung an.

Ein nächtlicher Zwischenfall in Hadersleben hätte beinahe ein fatales Ende genommen: Im  Dezember 2024 hatte ein 66-jähriger Mann auf dem Kløvervej in der Südstadt mit einem Kleinkalibergewehr zweimal auf einen 79-Jährigen geschossen, und dies aus kurzer Distanz. Trotz der kurzen Distanz wurde der Mann nicht verletzt.

In dieser Woche fällte ein Schöffengericht in Sonderburg (Sønderborg) das Urteil: Der Mann muss ohne zeitliche Begrenzung in eine psychiatrische Einrichtung, wie aus einer Presseerklärung der Polizei hervorgeht.

Waffenlager in der Wohnung

Es war nicht sein einziges Vergehen. Nach der Tat versteckte der Mann das Gewehr in einem Garten in der Nachbarschaft. Das sei, so die Polizei, ein Verstoß gegen das Waffengesetz, da er die Waffe an einem öffentlich zugänglichen Ort aufbewahrt hatte. 

Bei einer Wohnungsdurchsuchung fand die Polizei zudem ein regelrechtes Waffenarsenal: einen Revolver, drei Pistolen – darunter eine Signalwaffe –, mehrere Springmesser, ein selbstgebautes Schwert, einen Spieß, einen Schlagring und größere Mengen Munition.

Bereits am 19. November hatte das Gericht den Mann in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen. Bis das Urteil vollstreckt ist, bleibt er in Untersuchungshaft.