Tierschutz

Zu langer und heißer Transport für Schweine: Polizei eingeschaltet

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Die Tierschützerinnen und -schützer verfolgten den Schweinetransporter bis nach Italien (Modellfoto).

Ein Fuhrunternehmer, der die Ferkel von Scherrebek nach Turin bringen sollte, ist vom Tierschutzverein angezeigt worden. Die Organisation meint, dass er den Behörden missweisende Informationen über den Transport gegeben hat.

500 Jungschweine, die von Scherrebek ins Ausland geliefert werden sollten, sind zu großen Strapazen ausgesetzt gewesen. Das berichtet der dänische Tierschutzverein dem dänischen Nachrichtenbüro Ritzau. Dafür muss sich ein Fuhrunternehmer verantworten, den die Organisation bei der Polizei angezeigt hat. Er soll den dänischen Behörden missweisende Informationen über diesen Transport gegeben haben. Es gebe ein Loch bei der Kontrolle solcher Transporte von Millionen von Schweinen, schreibt der Tierschutzverein in einer Pressemitteilung.

Die Jungschweine sollen zu starker Hitze bei der Fahrt durch Italien und einem zu weiten Transportweg ohne ausreichende Pause ausgesetzt gewesen sein. Ziel des Transports war Turin. Der Schweineexporteur soll gegenüber den Behörden Südtirol angegeben haben.

Zu heiß für Schweine

Zulässig ist eine Transportzeit ohne Pausen von 24 Stunden. Im konkreten Fall sollen die Tiere mehr als 35 Stunden bis zum Bestimmungsort unterwegs gewesen sein; mehr als 9 Stunden seien sie zu starker Hitze ausgesetzt gewesen. Erlaubt sind maximal 30 Grad, erklärt der Tierschutzverein.

Laut Gesetz müssen bei einem langen Tiertransport mindestens 48 Stunden Pause eingelegt werden, bevor die Fahrt weitergehen darf. Im konkreten Fall wurde in Südtirol haltgemacht, aber zu kurz. Die Schweine seien schneller als erlaubt aus dem Stall zurück auf den Transporter getrieben worden. Von dort ging es weiter bei großer Hitze bis südlich von Turin.

Tierärztin fordert genaue Kontrolle

Der Tierschutzverein verfolgte den Schweinelaster am 11. August ab der Abfahrt in Scherrebek. Weitere zwei Transporter folgten am Tag danach mit demselben Ziel, angeblich in einem idyllisch gelegenen Feriengebiet in Südtirol, so die Tierschutzorganisation. Diese Information sollte die Behörden verwirren, denn der tatsächliche Bestimmungsort war Turin.

„Das kommt systematischem Schwindel gleich, wenn Schweineexporteure so versuchen, das Gesetz zu umgehen. Daher müssen die Behörden diese Transporte genauestens unter die Lupe nehmen. Dänemark sollte den aktuellen EU-Vorsitz nutzen, um dieses Loch in der Gesetzgebung zu schließen und Schweine zu schützen, wie es die EU-Kommission vorschreibt“, erklärt Mia Bonnichsen, Tierärztin und Beraterin des Tierschutzvereins.

Der Tierschutzverein hatte Akteneinsicht bei „Fødevarestyrelsen" beantragt. Daraus wurde ersichtlich, dass die Behörde mehr Transporte gutgeheißen hat, als die Haltestelle in Südtirol Schweine aufnehmen konnte. Daher sei der jüngste Fall kein Einzelfall.