Ortserneuerung

Vom Schandfleck zur Chance: Neues Kapitel für das Møllekro-Grundstück

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An der Møllegade in Lügumkloster gibt es nach dem Abriss der Ruine Platz für neue Ideen und Investierende.

Jahrelang sorgte die Brandruine an Lügumklosters nördlichem Ortseingang für Unmut. Nun ist das Gebäude abgerissen, das Grundstück bald bereit für Neues. Der Lokalrat hofft auf gute Ideen und sieht besonders Bedarf an Übernachtungsmöglichkeiten.

„Die Arbeiten sind noch nicht ganz abgeschlossen. Das Gelände muss noch aufgefüllt werden, da es sich gegenwärtig wie ein großes Loch präsentiert“, sagt der Vorsitzende des Lokalrats, Leif Hansen, bezüglich des Standorts des früheren Møllekros von Lügumkloster.

Das von einem Feuer verwüstete Gebäude ist in den vergangenen Monaten Stück für Stück von der Bildfläche verschwunden. 

Ende Dezember 2024 hatte der Lokalrat des Ortes den Kauf der Brandruine an der Møllegade bekannt gegeben. Dem Gremium, das die Interessen der Bürgerinnen und Bürger vertritt, war es gelungen, die Ruine für 15.000 Kronen zu kaufen. 

Vorausgegangen waren jahrelange Bemühungen um eine Lösung. Der Besitzer unternahm nichts, während sich die Menschen in der Klosterstadt an dem unschönen Anblick störten. Sieben Jahre nach dem zerstörenden Brand Ende Januar 2019 ist das Grundstück bald bereit für eine neue Zukunft.

Wie diese aussehen soll, hat sich noch nicht eindeutig herauskristallisiert. Der Abriss wurde in Zusammenarbeit mit der Kommune Tondern (Tønder) bewerkstelligt. Die Kommune stellte aus dem Topf für Ortserneuerung (Landsbypuljen) Geld zur Verfügung.

Ideen für die Nutzung sind gefragt

Ein Blick von hinten auf die Lücke in der Häuserzeile. Beim Nachbargebäude (r.) stehen noch Arbeiten an der Mauer an.

Leif Hansen erläutert, dass die Wand zum Nachbargebäude noch ganz in Ordnung gebracht werden müsse, da die beiden Gebäude durch eine gemeinsame Mauer verbunden waren. 

„Vom Lokalrat aus haben wir keine Pläne. Wenn jemand mit einem guten Projekt kommt, kann diese Person das Grundstück günstig kaufen“, so Hansen.

Etwas mehr als die 15.000 Kronen, die der Lokalrat vor rund einem Jahr lockergemacht hat, müsse eine Käuferin oder ein Käufer aber schon berappen. Da der Lokalrat auch Grundsteuer zahlen musste, geht Hansen davon aus, dass das Grundstück für 50.000 Kronen zu haben sein wird.

Der Revisor engagiert sich nicht nur als Vorsitzender des Lokalrats, sondern mischt für die Schleswigsche Partei in der Stadtratspolitik mit.

Übernachtungsmöglichkeiten auf der Wunschliste

Die Brandruine im September 2025, als die Abbrucharbeiten anliefen
Im Oktober 2025 hatte die Abrissbirne ihre Arbeit aufgenommen.

„In Lügumkloster fehlt es an Übernachtungsmöglichkeiten. Es wäre schön, wenn jemand ein entsprechendes Projekt hätte“, so der Vorsitzende.

Hansen erwartet, dass nach dem Auffüllen auf der Fläche im ersten Durchgang Gras gesät wird. Damit wächst dann auch Gras über die fast sieben Jahre, in denen die Brandruine an der nördlichen Zufahrtsstraße das Ortsbild verschandelte. 

Die Kommune hatte während der Zeit wegen des Eigentumsrechts keine Möglichkeit gehabt, einzugreifen. 

Das Projekt ist in zwei Teile gegliedert

Für die Abbrucharbeiten hat die Kommune Tondern aus dem Topf für Ortserneuerung (Landsbypuljen) 783.000 Kronen gezahlt. Sie kann jedoch in diesem Zusammenhang bis zu 60 Prozent der Ausgaben aus dem staatlichen Pool für Ortserneuerung erstattet bekommen.

Das Vorhaben an der Møllegade ist mit dem Abriss und Wiederherstellungsarbeiten in zwei Teile gegliedert, wie Thomas Dam, kommunaler Fachbereichsleiter für den Immobilienservice, erläutert. 

„Der Giebel des Nachbarhauses muss noch fertig renoviert werden. Das Wetter spielt zurzeit aber nicht mit“, erläutert Dam. Bei dem derzeit sehr feuchten Erdboden sei es zu riskant, Arbeiten an der Mauer vorzunehmen.

„Im Laufe des Frühjahrs muss alles fertig sein“, so der Fachbereichsleiter abschließend.

Der Artikel ist am Freitag, 16. Januar, 11.30 Uhr, um die letzten vier Absätze ergänzt worden.

Lügumklosters Schandfleck verschwindet von der Bildfläche