Energiewende

Solarpark Kastvrå: Strom vom Acker – Ärger vor Ort

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Obwohl seine Partei, die SP, ein einziges Mandat im Kommunalparlament hält, ist Carsten Leth Schmidt für viele Gegnerinnen und Gegner des Solarparkprojekts zum Gesicht der Energiewende in der Kommune Hadersleben geworden. Hier ist Leth bei einer Debatte im Kommunalparlament zu sehen.

Das Haderslebener Kommunalparlament gab auf seiner letzten Sitzung des Jahres grünes Licht für eine Solaranlage bei Kastvrå. Doch vor Ort wächst der Widerstand: Betroffene wollen gegen den Beschluss vorgehen.

Die Entscheidung ist gefallen – mit deutlicher Mehrheit: Das Solaranlagen-Projekt bei Kastvrå geht in die nächste Phase, wie eine Mehrheit auf der jüngsten Sitzung des Kommunalrats beschlossen hat.

Widerstand vor Ort: „Wir klagen“

Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Anwohnende wollen gegen den Beschluss vorgehen. Noch am Abend der Entscheidung kündigten Anwohnende in sozialen Netzwerken an, juristisch gegen den Beschluss vorzugehen – unter anderem wegen aus ihrer Sicht fehlender Prüfungspflichten der Kommune. Auch mögliche Befangenheiten einzelner Ratsmitglieder sollen bei der Klage eine Rolle spielen.

42 Hektar Planfläche, weniger Solarpaneele

Die Verwaltung beschreibt das Projekt als Solaranlage nördlich von Kastvrå, rund 650 Meter von der Grenze zur Kommune Kolding entfernt. Das Planareal umfasst etwa 42 Hektar; die Fläche nutzt die Landwirtschaft heute, dazu kommen technische Anlagen wie eine Windkraftanlage von 1999 und eine 150-kV-Freileitung. 

Ursprünglich hatte der Antrag des Investors 75 Hektar Solarpaneele vorgesehen. Nach Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern reduzierte der Projektträger die Paneelfläche auf 33 Hektar. Die Kommune rechnet mit einer Jahresproduktion von etwa 40.000 MWh – das entspricht dem Stromverbrauch von rund 8.900 Haushalten.

129 Stellungnahmen dagegen

In der achtwöchigen öffentlichen Anhörung sind 129 Stellungnahmen eingegangen: alle dagegen. Die Verwaltung schlug daraufhin Änderungen vor, etwa zur Abgrenzung und zu Bedingungen für Natur- und Grundwasserschutz. 

Menschen vor Ort befürchten Auswirkungen des geplanten Solarparks auf Natur, Landschaftsbild und Lebensqualität. Viele Anwohnende befürchten eine Entwertung ihrer Grundstücke, kritisieren mangelnde Transparenz im Verfahren und äußern Zweifel an der Unabhängigkeit sowie am Umfang der Umweltverträglichkeitsprüfung. Auch der Vorwurf mangelnder Bürgerbeteiligung zieht sich durch Beiträge.

Abstimmung mit klarer Mehrheit

Nur die Konservativen, die Dänische Volkspartei und Venstre-Politikerin Inga Lykke stimmten gegen das Projekt; die Sozialdemokratin Cecilie Haaland enthielt sich. Alle übrigen Fraktionen votierten für den Solarpark.