Regionswahl

Regionswahl: Mette Bossen Linnet wiedergewählt, Jens Wistoft ist raus

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Mette Bossen Linnet am Wahlabend 2021 im Tonderner Rathaus. Hinter ihr steht ihr Vater Preben, der auch Venstre-Politiker gewesen ist (Archivfoto).

Auch wenn Mette Bossen Linnett wiedergewählt wurde, bleibt ein Wermutstropfen: Die Venstre-Politikerin aus Tondern hatte mit dem Vorsitz des nordschleswigschen Gesundheitsausschusses geliebäugelt. Doch der Posten ging an die Dänische Volkspartei – sehr zu ihrer Enttäuschung.

Mette Bossen Linnet kandidierte in diesem Jahr nicht mehr für den Tonderner Stadtrat. Dafür wollte sich die Venstre-Politikerin aus Tondern auf ihre Arbeit im Regionsrat für Süddänemark konzentrieren. Am Dienstag schaffte sie als amtierendes Regionsratsmitglied aus Nordschleswig eine Wiederwahl. Mit 7.796 persönlichen Stimmen schnitt sie als Viertbeste aller 258 Kandidatinnen und Kandidaten von 14 Parteien bei der Regionswahl ab.

Mette Bossen Linnet, die aus Dahler (Daler) stammt, freut sich über ihre Wiederwahl. Dennoch schwingt in ihrer Freude auch Enttäuschung mit. Sie hatte sich für den Vorsitz des neuen Gesundheitsausschusses für Nordschleswig interessiert, der sich im Zuge der neuen Reform vornehmlich des Betriebs der Krankenhäuser annehmen wird. Doch dieser Posten ging an die Dänische Volkspartei. Die 32-Jährige, für die am 1. Januar 2026 die vierte Amtsperiode in der Region beginnt, erklärt, dass sie lieber auf ein paar Stimmen verzichtet hätte, nur um den Vorsitz zu bekommen. Ihr Wunsch konnte bei der Konstituierung nicht berücksichtigt werden.

Stolz, froh und dankbar

Dennoch dankte Mette Bossen Linnet allen Wählerinnen und Wählern – vornehmlich aus der Kommune Tondern – für ihre Unterstützung. Sie sei stolz, froh und dankbar, ihre politische Arbeit fortsetzen zu können. 

„Ich ging zur Wahl mit der Hoffnung, Vorsitzende des nordschleswigschen Gesundheitsausschusses zu werden. Damit hätte ich mein großes lokales Wissen und meine Zugehörigkeit zur Region für ein gesünderes Nordschleswig ausspielen können. Das hätte ich mit all der Energie getan, wie ich es schon im Psychiatrie- und Sozialausschuss getan habe. Aber so sind die Bedingungen in der Politik manchmal.“

Enttäuschung bei Politikerin

„So froh ich über die Stimmen bin, so enttäuscht bin ich darüber, nicht Vorsitzende des Ausschusses geworden zu sein. Im Regionsrat will ich mich für jede Stimme und das erwiesene Vertrauen verdient machen“, schreibt sie auf Facebook.

 

Im Gegensatz zu ihr verpasste das amtierende Ratsmitglied Jens Wistoft aus Apenrade (Aabenraa) mit 2.839 Stimmen eine Wiederwahl in dem von 41 auf 31 Sitze verkleinerten Regionsparlament. Dort war der Venstre-Mann Vorsitzender des Sonderausschusses für grenzüberschreitende Zusammenarbeit und hat diese Arbeit mit großer Gewissenhaftigkeit ausgeübt. Wistoft verpasste auch eine Wiederwahl für den Apenrader Stadtrat. Dafür gab es eine Wiederwahl für Jette Damsø von den Sozialdemokraten, die es auf 6.024 persönliche Stimmen brachte.

Jens Wistoft ist ab Januar nicht mehr Mitglied im Regionsrat (Archivfoto).

Aus Nordschleswig ist Folketingsmitglied Peter Kofod aus Hadersleben (Haderslev) von der Dänischen Volkspartei dabei, der mit 27.899 persönlichen Stimmen neu in den Regionsrat einzog. Mit diesem Ergebnis überflügelte der DF-Politiker alle und jeden. Er kandidierte, um Vorsitzender der Region zu werden, musste sich aber als zweiter Vorsitzender zufriedengeben.

Der wiedergewählte Regionschef Bo Libergren (Venstre) verteidigte sein Amt trotz Stimmenverlusten. Venstre bleibt weiterhin die stärkste Kraft in der Region. Zu den im südlichsten Landesteil wohnenden gewählten Mitgliedern gehören außerdem Tage Petersen aus Sonderburg (Sønderborg) und Allan Emiliussen aus Hadersleben (Haderslev).