Deutsche Minderheit

Kluge Köpfe für die Region: Denkfabrik soll Grenzland stärken

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Tonderns Bürgermeister Jørgen Popp Petersen sieht großes Potenzial für Wirtschaft und Innovation im deutsch-dänischen Grenzland (Archivfoto).

Ein Bürgermeister und ein Industrieller tun sich zusammen: Mit frischem Schwung wollen Jørgen Popp Petersen und Jørgen Mads Clausen im Grenzland eine neue Denkfabrik ins Leben rufen – als Impulsgeberin für Zukunftsthemen der deutsch-dänischen Grenzregion.

Was wäre, wenn kluge Ideen im deutsch-dänischen Grenzland nicht nur gedacht, sondern auch gemacht würden? Genau das erhoffen sich Tonderns Bürgermeister Jørgen Popp Petersen (Schleswigsche Partei) und der frühere Danfoss-Chef Jørgen Mads Clausen.

Zehn Jahre nach dem Ende von „Tænk Regionen“ wollen sie das Konzept einer Denkfabrik neu beleben – dieses Mal professionell, ambitioniert und mit einem klaren Ziel: das Potenzial der Region gemeinsam besser nutzen. Das schreibt die SP in einer aktuellen Pressemitteilung zu dem Vorstoß.

Neue Ideen für die Region

„Die Grenzregion hat sich verändert. Die Welt ist komplexer geworden. Wir brauchen kein gemütliches Netzwerk, sondern ein scharfes Forum mit fachlicher Tiefe und politischer Kante“, erklärt Popp Petersen. Die neue Denkfabrik solle kein loses Diskussionsforum sein, sondern gezielt Visionen in konkrete Handlungsvorschläge und Projekte umsetzen.

Die Initiatoren verweisen auf aktuelle Herausforderungen und Chancen, die das Grenzland betreffen – von der Energiewende über Infrastrukturprojekte bis hin zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Während auf dänischer Seite unter anderem Potenziale in der Energie- und Agrarinnovation gesehen werden, könnten deutsche Unternehmen laut Clausen durch das Projekt einen besseren Zugang zum skandinavischen Markt erhalten.

Wenn Deutschland investiert, profitiert auch das Grenzland

Geplant sind auch Mentorprogramme und sogenannte Grenzlandbotschafterinnen und -botschafter, um Menschen beiderseits der Grenze stärker zu vernetzen. „Wir wollen ein Umfeld schaffen, in dem Ideen nicht nur gedacht, sondern auch realisiert werden“, wird Clausen zitiert.

Auch Deutschlands geplante Investitionen in Infrastruktur und grüne Transformation sieht das Initiativduo als Chance für die Region. Eine engere Anbindung und gemeinsame Projekte könnten Wachstum und Mobilität diesseits und jenseits der Grenze voranbringen.

Die Denkfabrik soll künftig als ergänzendes Gremium zur deutsch-dänischen Entwicklungsallianz fungieren. Ein erstes Auftakttreffen ist bereits geplant: Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft beider Länder sind zum Startgespräch im Königlich Dänischen Generalkonsulat in Flensburg eingeladen.