Integration

Dorfgemeinschaft hat ihr Zuzüglerhaus verkauft: Für Seth sprang nicht viel heraus

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Die Anteilseigner renovierten das Zuzüglerhaus in Eigenarbeit (Archivfoto).

Die Mieterinnen und Mieter zog es in andere Teile der Kommune Tondern. Nach fünf Jahren will sich die Anteilsgesellschaft auflösen. Die Immobilie wurde an die letzten Mieter veräußert.

Vor einigen Jahren schlossen sich Hausbesitzerinnen und -besitzer in Seth zusammen und gründeten eine Anteilsgesellschaft. Sie kauften gemeinsam ein Haus am Lillestrømvej, renovierten es in Eigenarbeit und vermieteten es zu günstigen Konditionen, um damit möglichen Interessenten ein dauerhaftes Bleiben im Grenzort schmackhaft zu machen.

Das Zuzüglerhaus, in das 18 Anteilseigner Geld investierten, fand guten Zuspruch. Dennoch ist es jetzt an die letzten Mieter aus Deutschland verkauft worden. 

Die Anteilsgesellschaft plant, sich auf zwei außerordentlichen Generalversammlungen aufzulösen. Die Satzungen erfordern diesen Vorgang. Das investierte Geld bekommen die Anteilseignerinnen und -eigner zurück.

„Es lief eigentlich gut. Wir haben das Haus seit 2020 an fünf Paare vermietet“, antwortet Christian Andresen, Vorstandsmitglied der Gesellschaft „Sæd Tilflytterhus ApS“, auf Anfrage. 

Doch eine solche Immobilie erfordert auch viel Arbeit. Am Haus müsste laufend renoviert und repariert werden. Zudem müssten die Verträge mit wechselnden Mieterinnen und Mietern erneuert werden, erklärt er weiter.

Es gibt aber auch einen weiteren Grund für die Aufgabe des Zuzüglerhauses. Seth hat von dieser Privatinitiative nicht viel abbekommen. Von den Mieterinnen und Mietern zog ein Paar in die Kommune Apenrade (Aabenraa), die anderen wählten einen anderen Ort in der Kommune Tondern (Tønder). 

Mit dem Verkauf des 140 Quadratmeter großen Hauses mit Garten ist das Wohnen auf Probe, um sich an das Leben in Nordschleswig gewöhnen zu können, vorbei.

Eine Familie aus Heide, die im September 2021 nach Seth zog, nutzte das Zuzüglerhaus als Sprungbrett für ihre Zukunft in Dänemark. In einem Interview mit dem „Nordschleswiger“ bezeichneten sie ihre damalige Unterkunft als einen Segen für ihr späteres Leben in Dänemark.

 

„Es gibt immer noch Häuser im Ort zu kaufen, die aber nicht von heute auf morgen bezugsfertig sind. In einigen Fällen ging der Verkauf schnell über die Bühne. Dies gilt vermutlich nicht für die zurzeit drei bis vier leer stehenden Häuser, die modernisiert werden müssen“, gibt Andresen zu bedenken.

Attraktiver Wohnort

Das Zuzüglerhaus war nur eine von mehreren Initiativen, die die Setherinnen und Sether unternahmen, um das Dorf auch attraktiv für neue Bürgerinnen und Bürger zu machen. Seitdem ist ein großer Aktivitätsplatz mitten im Dorf entstanden. Es gibt gemeinsame Gärten und Obstbäume. Und die Einheimischen bemühten sich um eine Integration ihrer neuen Mitbürgerinnen und Mitbürger. Auch Dänisch-Unterricht wurde angeboten.