Infrastruktur

Die Personenzüge zwischen Tondern und Niebüll rollen über neue Bahnbrücken

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Der Zugverkehr zwischen Tondern und Niebüll läuft wieder in vollem Umfang (Archivbild).

Bei der Erneuerung der auf Eichenpfählen gegründeten Bauwerke wurden Spundwände eingebracht. Das Grundwasser musste während der Arbeiten abgesenkt werden. Der viele Regen führte zu Tauchereinsätzen bei Arbeiten mit dem Schweißgerät.

Der Zugverkehr zwischen Tondern und Niebüll (Nibøl) fährt seit zwei Wochen wieder planmäßig. Während der vorausgegangenen siebenmonatigen Bauzeit mussten die Fahrgäste Geduld aufbringen und auf einen Schienenersatzverkehr mit Bussen ausweichen.

Der Austausch von zwei Brücken bei Uphusum hatte sich länger als ursprünglich angedacht hingezogen. Die Norddeutsche Eisenbahn Niebüll (NEG) und der Aufgabenträger, der schleswig-holsteinische Nahverkehrsbund NAH.SH investierten rund 3 Millionen Euro in den Bau von zwei neuen Brücken über Wasserläufe bei Uphusum.

Die neuen Bauwerke aus Stahlbeton ersetzen die alten, auf Eichenpfähle gegründeten Bauwerke. „Um bei den Neubauten ebenfalls eine Nutzungsdauer von 100 Jahren zu gewährleisten, waren aufwendige Gründungsarbeiten mit Spundwänden notwendig“, sagt Diplom-Ingenieur Tobias Hein, Abteilung Infrastruktur (NEG), in einer Pressemeldung.

Arbeiten in 21 Metern Tiefe

Der Bau sei durch das Einbringen der Spundwände in Tiefen von bis zu 21 Metern erheblich verlangsamt worden. Im Zuge der Gründung war es laut Tobias Hein notwendig, das Grundwasser im Bereich der Bauwerke abzusenken und die Gewässer mit Rohrleitungen durch das Baufeld zu leiten.

„Ein Sommer mit vielen Niederschlägen erforderte bei Arbeiten mit Schweißgerät sogar Tauchereinsätze. Nach Absolvieren der Gründungsarbeiten konnten Mitte Oktober die Arbeiten an den Überbauten der ersten Brücke beginnen“, so der Diplom-Ingenieur.

Bis zu 13 Doppel-T-Träger mit einer Länge bis zu 8,30 Metern wurden im korrekten Abstand mit Gewindestangen miteinander verbunden. Die Hohlräume zwischen den Trägern wurden nach der Bewehrung mit Beton gefüllt und bilden die neue Brückenfahrbahn.

Mitte Dezember wurde nach dem Bosbüller Sielzug auch der Überbau des Dreiharder Gotteskoogstroms betoniert, wodurch eine durchgehende Fahrbahn von Niebüll bis Tondern wiederhergestellt ist.

• 1887 wurde die Strecke als Hauptverbindung vom Hamburger Raum bis zur Hoyer Schleuse – dem Fährhafen nach Sylt – festgelegt
• 1907 wurde die Strecke bis Süderlügum zweigleisig ausgebaut
• Im Zuge des Baus des Hindenburgdamms in den 1930er-Jahren erfolgte eine Rückführung auf ein Gleis
• 1981 wird der Personenverkehr eingestellt, und die Strecke fällt in einen Dornröschenschlaf
• Seit 2002 wird unter Leitung der Norddeutschen Eisenbahn Niebüll wieder durchgehender Personenverkehr nach Dänemark angeboten
• 2007 wird durch weitere Investitionen eine Geschwindigkeitserhöhung auf bis zu 80 km/h erreicht
• 2019 wird das komplette Gleis mit Schienen, Schwellen und Schotter erneuert
• 2024/2025 werden in den Neubau von zwei Brücken 3 Millionen Euro investiert
• Zu den Zukunftsprojekten gehören der Ausbau und die Ausrüstung mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS, die technische Sicherung weiterer Bahnübergänge und der Aufbau eines Stellwerks in Süderlügum.