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Das Winterwetter bleibt gefährlich – Streusalz verliert bei extremer Kälte an Wirkung

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Auch in den kommenden Tagen ist mit glatten Straßen zu rechnen.

Trotz aufgehobener DMI-Warnung warnt die Polizei in Nordschleswig weiter vor gefährlichen Straßen. Die Temperaturen könnten sogar so weit sinken, dass das Streusalz auf den Straßen seine auftauende Wirkung nahezu verliert.

In den vergangenen 24 Stunden hatte Süddänemark mit viel Wind zu kämpfen, der den Verkehr durch Schneeverwehungen zum Teil komplett zum Erliegen gebracht hat. Die Warnungen des Dänischen Meteorologischen Instituts (DMI) vor Schneeverwehungen endeten zwar am Sonnabendvormittag, trotzdem warnt die Polizei für Südjütland und Nordschleswig.

Insbesondere die vier nordschleswigschen Kommunen waren aufgrund der Wetterlage von Verkehrsproblemen betroffen. Es kam sogar zu einzelnen Verkehrsunfällen.

Keine Personenschäden bisher

„Glücklicherweise handelte es sich dabei nicht um Unfälle mit schweren Personenschäden. Wir hoffen, dass wir auch am Wochenende schwere Unfälle vermeiden können, und appellieren daher daran, sich über die Wetter- und Verkehrslage auf dem Laufenden zu halten und den Fahrstil den Bedingungen anzupassen“, sagt Polizeiinspektor Søren Frederiksen von der Polizei für Südjütland und Nordschleswig in einer Mitteilung.

Ab minus 10 Grad wirkt das Salz nicht mehr

Neben schnee- und eisglatten Straßen können eisige Temperaturen in den kommenden Tagen zusätzliche Herausforderungen für den Verkehr mit sich bringen. Für den Rest des Wochenendes erwartet das DMI Frostwetter und zeitweise Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt. Wenn die Temperatur unter etwa minus 10 Grad fällt, lässt die auftauende Wirksamkeit von Streusalz nach. Die Polizei warnt daher eindringlich, bei stark niedrigen Temperaturen vorsichtig zu sein.

So gut wirkt Streusalz bei verschiedenen Temperaturen:

Von minus 1 bis minus 5 Grad:
Hier ist Streusalz am wirksamsten – es kann den Gefrierpunkt des Wassers schnell senken, und das Eis taut vergleichsweise rasch.

Von minus 6 bis minus 10 Grad:
Das Salz wirkt weiterhin, jedoch langsamer, und es wird deutlich mehr Salz benötigt, um eine Wirkung zu erzielen. Je kälter es wird, desto mehr Salz ist erforderlich, um eine ausreichend konzentrierte Salzlösung zu bilden.

Unter minus 10 Grad:
Hier verliert gewöhnliches Streusalz in den in Dänemark üblichen Streumengen nahezu seine auftauende Wirkung.

Damit das Salz weiterhin wirken würde, wären enorme Mengen notwendig – so große Mengen, dass dies häufig weder ökologisch vertretbar noch wirtschaftlich sinnvoll ist.

Die Straßenbehörde (Vejdirektoratet) setzt daher auf Mischungen aus Salz sowie Sand und Kies und kann gezwungen sein, bei so niedrigen Temperaturen stärker auf Griffigkeit statt auf Tauen zu setzen.