Wort zum Sonntag

„Was ist „Glaube“ eigentlich?“

Veröffentlicht Geändert
Ein schlichtes Holzkreuz ragt vor einem strahlend blauen Himmel mit lockeren Wolkenformationen in die Höhe.
Symbolfoto

Pastor Jonathan von der Hardt schreibt in seinem Wort zum Sonntag über den Glauben, und dass Gott uns immer wieder mitten in unserem Alltag begegnet, begleitet und hilft.

„Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.“ Das ist der Wochenspruch für die Woche, die am 12. Oktober beginnt. Doch was ist „Glaube“ eigentlich? Ist es ein vages Fürwahrhalten unglaublicher Dinge? Oder heißt es, dass man mit dem Wahrscheinlichen rechnet? So wie man zum Beispiel sagt: „Ich glaube, dass morgen die Sonne scheint?“

Glauben im biblischen Sinn bedeutet etwas anderes als das. Es bedeutet das feste Vertrauen auf Gott und auf die Zusagen, man sagt auch Verheißungen, die er uns für unser Leben gegeben hat. Deswegen kann der Wochenspruch auch so kühn von einem Sieg, der die Welt überwunden hat, sprechen. Doch was ist konkret gemeint?

Die wohl wichtigste Zusage Gottes ist die, dass in Jesus Christus der Tod endgültig überwunden, besiegt ist. Zwar müssen wir alle nach wie vor sterben. Doch als Christen leben wir in der Hoffnung, dass mit dem Tod nicht alles aus ist. Unsere Beziehung zu Gott wird über den Tod hinaus bestehen bleiben, und wir werden ein neues Leben in der Herrlichkeit Gottes haben. Doch diese Hoffnung soll uns nicht auf das Jenseits vertrösten. Gott wünscht sich schon hier und jetzt eine Beziehung zu uns. Und so wird er uns immer wieder mitten in unserem Alltag begegnen, uns begleiten und helfen.

Was also bedeutet es, dass der Glaube die Welt überwunden hat? Zu unserem Leben in der Welt gehört viel Schönes, gehört aber auch viel Ambivalentes und Negatives. Das Schöne muss ja gar nicht überwunden werden, aber das Negative ist überwunden. Es existiert zwar weiterhin, es kann uns auch weiterhin immer wieder heftig belasten, aber es hat nicht mehr die gleiche zerstörerische Macht über unser Leben.

Bei aller Verzweiflung, die zu unserem Leben dazugehört, können wir aus diesem Vertrauen heraus zu Gott beten. Und aus dem Gebet Kraft schöpfen. Kraft, die uns auch Fantasie und Flügel verleiht, in unserem Alltag in kleinen Schritten dem Negativen Positives entgegenzusetzen. Damit wünsche ich euch gute Erfahrungen!

Euer Pastor Jonathan von der Hardt aus Süderwilstrup