Gastkommentar

„Sauber geht nur gemeinsam“

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Wie viel Müll macht eigentlich ein Fest? Friederike Kuhrt, Projektleiterin auf dem Knivsberg, gibt einen Blick hinter die Kulissen des Knivsbergfests – und auf die vielen kleinen (und großen) Entscheidungen, die nötig sind, um aus einem fröhlichen Fest auch ein nachhaltiges zu machen.

2021 hieß es im„Nordschleswiger“, dass ein Mensch in Dänemark durchschnittlich 844 Kilogramm Abfall pro Jahr erzeugt. Damit war man „Europameister“. Bei Danmarks Statistikkann man nachlesen, dass die Zahlen sich zwar etwas verbessern, aber noch Luft nach oben ist. Beim Vergleich mit einem normalen Haushalt mag man sich gar nicht vorstellen, was eine Großveranstaltung wie das Knivsbergfest an Müll produziert.

(Es ist eine ganze Menge Müll.)

Doch genau dieses ungemütliche Thema hat sich eine Gruppe ausgesucht, die mehr Nachhaltigkeit ins Knivsbergfest bringen möchte. Mitglieder sind Freiwillige aus den Verbänden der Deutschen Minderheit und gemeinsam haben sie sich Gedanken gemacht, wo Abfall vermieden oder besser verwertet werden kann. Die Ergebnisse sind vielfältig, von wiederverwendbaren Bechern über abgestellte Helferinnen und Helfer, die den ganzen Tag über Müll einsammeln bis hin zu einem Quiz in der App, was wie zu entsorgen ist. Insgesamt stehen auch mehr Mülltonnen auf dem Gelände.

Das alles sind noble Ideen, die sicherlich ihren Teil dazu beitragen, das Fest insgesamt sauberer und nachhaltiger zu gestalten. Aber es steht und fällt mit den Gästen. Mit den Kindern, die ihre Tetrapaks nach dem ordnungsgemäßen Draufspringen auch in den Müllcontainer werfen. Mit den Eltern, die die Windeln in den Restmüll schmeißen. Und mit jeder und jedem Einzelnen, die bzw. der die Verpackung vom Eis auf dem Weg liegen sieht und sie eben aufhebt und bis zum nächsten Mülleimer bringt.