Leitartikel

„Künstliche Intelligenz: Schreib mir bitte einen Leitartikel“

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Vom Taschenrechner bis zur KI: Wie werden neue Technologien in der Schule eingesetzt? Viel zu zögerlich, meint Chefredakteur Gwyn Nissen.

Wer alt genug ist, wird sich an die Diskussionen erinnern können, damals, als die elektronische Rechenmaschine nicht nur Unternehmen vorbehalten war, sondern im handlichen Format plötzlich ihren Einzug in die Schule hielt. Alle hatten einen Taschenrechner.

Doch die neue Technologie war umstritten, denn durch den Taschenrechner wurde das Kopfrechnen (fast) überflüssig, und mathematische Formeln mussten nicht mehr eine ganze Seite füllen, sondern das Ergebnis konnte nach wenigen Knopfdrücken auf dem Display abgelesen werden. Das würde zur Verdummung der Schülerinnen und Schüler führen, so die Kritikerinnen und Kritiker.

Der Taschenrechner hat allerdings für viele den Alltag merkbar erleichtert, wie später auch das Smartphone und andere technologische Fortschritte – die ebenfalls heftig diskutiert wurden. Doch nichts wird so heiß diskutiert wie die Künstliche Intelligenz – ein technologischer Quantensprung, den es in der Menschheit kaum größer gegeben hat und der den Taschenrechner erblassen lässt.

Der neue Alltag mit KI

Wie der Taschenrechner ist die KI heute eine Technologie für alle und gar nicht mehr wegzudenken – privat und bei der Arbeit. Aufgaben, die früher Stunden gedauert haben, werden jetzt mit dem richtigen Prompt (Aufgabenstellung) an die KI in Sekunden gelöst:

Du bist Chefredakteur einer deutschen Nachrichtenwebseite in Süddänemark. Schreibe mir bitte einen Leitartikel über die Vor- und Nachteile der Nutzung von Künstlicher Intelligenz in der Schule – sowohl aus Sicht der Lehrer:innen als auch aus jener der Schüler:innen.

Der Leitartikel würde dann so beginnen: In einer Zeit, in der künstliche Intelligenz nahezu jeden Lebensbereich durchdringt, steht auch unser Bildungssystem vor tiefgreifenden Veränderungen. Den KI-Leitartikel gibt es unten in voller Länge.

Schreibe bitte meine Hausaufgaben

Was wir Erwachsenen gerade lernen, können die jungen Leute schon lange. Also ist es nicht weit vom „Leitartikel-Bestellen“ zum „Hausaufgaben-Bestellen“: Schreibe mir bitte einen Aufsatz über …

Wie geht man also mit der KI in der Schule um?

Noch sind die Schulen in Dänemark mehr oder weniger auf sich allein gestellt, denn die neuen Richtlinien vom Unterrichtsministerium werden erst in einigen Monaten erwartet. Das Problem: Die Leitlinien sind schon viel zu lange unterwegs, und wenn sie kommen, sind sie mit großer Wahrscheinlichkeit bereits veraltet.

Kein Wunder also, dass die meisten Schulen hinterherhinken, wenn es um KI im Unterricht geht. 56 Prozent der Schülerinnen und Schüler zwischen 9 und 14 Jahren haben laut einer Umfrage von Epinion für den Jugendsender „DR Ultra“ in der Schule nichts über KI gelernt – 33 Prozent schon.

Drehen wir noch einmal die Zeit zurück: Kann man sich vorstellen, wir hätten damals nicht gelernt, den Taschenrechner zu bedienen?

KI auf den Stundenplan

Künstliche Intelligenz muss unbedingt auf den Stundenplan, denn neue Technologie wurde noch nie aufgehalten. Wir müssen daher lernen, mit ihr umzugehen.

Die jetzigen Schülerinnen und Schüler werden in eine Arbeitswelt eintreten, in der Künstliche Intelligenz nicht nur triviale, sondern auch komplizierte und umfangreiche Aufgaben löst. Die KI ist bereits heute ein unentbehrlicher Assistent im Arbeitsleben vieler.

Natürlich geht es nicht darum, Hausaufgaben von der KI schreiben zu lassen oder den Weg des geringsten Widerstandes zu wählen, sondern darum, wie man Künstliche Intelligenz nutzen und gleichzeitig in der Schule etwas lernen kann. Etwa den kritischen Umgang mit Informationen und das Erkennen von manipulierten Fotos und Videos. Was ist echt, wem kann ich vertrauen, sind die Fakten korrekt, wie erkenne ich Fake News?

Die Künstliche Intelligenz ist gekommen, um zu bleiben. Ebenso wie ein Dilemma nach dem anderen und die endlosen Diskussionen, wo uns die Künstliche Intelligenz hinführt: in den Abgrund – oder in die siebte Cloud.

PS: Die KI ist nicht nur eine Stütze für Schülerinnen und Schüler. Lehrkräfte können natürlich auch die KI bitten, zum Beispiel einen ganzen Unterrichtsverlauf zum Thema KI zu planen, dafür Material zu finden und die einzelnen Stunden vorzubereiten (Psssst, das Ergebnis ist atemberaubend).

PPS: Liebe Schülerinnen und Schüler, eure Lehrkräfte haben auch KI-Werkzeuge, die Hausaufgaben, die mit Künstlicher Intelligenz gemacht worden sind, entlarven können.

PPPS: Liebe Lehrerinnen und Lehrer, die jungen Leute haben bereits neue KI-Werkzeuge, die eure KI-Werkzeuge kaum aufdecken können.

Falls du noch weiterlesen möchtest

Hier ist das Ergebnis des KI-Leitartikels von claude.ai – der Leitartikel war in weniger als 60 Sekunden fertig. Im Nachhinein hätte man diese erste Version nachbessern können, indem man die KI mit weiteren Prompts ergänzt – bis man das gewünschte Ergebnis hat.

KI im Klassenzimmer: Chancen und Risiken einer digitalen Revolution

In einer Zeit, in der künstliche Intelligenz nahezu jeden Lebensbereich durchdringt, steht auch unser Bildungssystem vor tiefgreifenden Veränderungen. Als Bildungsgemeinschaft in der deutsch-dänischen Grenzregion müssen wir uns kritisch mit den Auswirkungen dieser Technologie auf Lehrende und Lernende auseinandersetzen.

Neue Möglichkeiten für den Unterricht

Für Lehrkräfte bietet KI bemerkenswerte Entlastungspotenziale. Zeitraubende Routineaufgaben wie die Erstellung von Unterrichtsmaterialien oder die Korrektur standardisierter Tests können teilweise automatisiert werden. Dies schafft Freiräume für das Wesentliche: die individuelle Betreuung der Schülerinnen und Schüler.

Besonders vielversprechend erscheint die Möglichkeit der Personalisierung. KI-Systeme können Lernfortschritte analysieren und maßgeschneiderte Aufgaben vorschlagen, die dem jeweiligen Kenntnisstand entsprechen. So können Lehrkräfte gezielter auf die Bedürfnisse einzelner Schüler eingehen – ein langgehegter pädagogischer Traum.

Für Schülerinnen und Schüler eröffnen sich neue Lernwelten. KI-Tutoren stehen rund um die Uhr zur Verfügung, beantworten Fragen geduldig und bieten alternative Erklärungsansätze. Gerade leistungsstarke oder -schwächere Lernende profitieren von diesem individuellen Tempo.

Kritische Nebenwirkungen

Doch die schöne neue Bildungswelt hat auch Schattenseiten. Lehrkräfte berichten von einer zunehmenden Abhängigkeit ihrer Schülerinnen und Schüler von KI-generierten Inhalten. Die Versuchung, Hausaufgaben oder Aufsätze komplett von einer KI erstellen zu lassen, untergräbt fundamentale Lernprozesse. Was kurzfristig als Arbeitserleichterung erscheint, kann langfristig zu erheblichen Wissenslücken führen.

Zudem stellt sich die Frage nach der Bewertungsgerechtigkeit. Wenn nicht mehr erkennbar ist, welche Leistungen tatsächlich von den Lernenden selbst erbracht wurden, verlieren Noten ihre Aussagekraft. Lehrkräfte stehen vor der Herausforderung, neue Prüfungsformate zu entwickeln, die authentisches Verständnis erfassen.

Ein weiteres Problem betrifft die digitale Kluft. Nicht alle Schülerinnen und Schüler verfügen über die gleichen technischen Voraussetzungen oder die nötige Medienkompetenz. Es besteht die Gefahr, dass bestehende soziale Ungleichheiten verstärkt werden.

Der Mittelweg: Integration statt Disruption

Die Lösung liegt weder in der unkritischen Euphorie noch in der pauschalen Ablehnung. Vielmehr müssen wir KI als Werkzeug begreifen, das den Unterricht ergänzt, aber nicht ersetzt. Entscheidend ist eine reflektierte Medienbildung, die Lernende befähigt, KI-Systeme sinnvoll und ethisch zu nutzen.

Wir sollten den Fokus auf jene Kompetenzen legen, die Menschen auch in Zukunft von Maschinen unterscheiden werden: kritisches Denken, Kreativität, emotionale Intelligenz und ethisches Urteilsvermögen. Diese Fähigkeiten zu fördern, bleibt die vornehmste Aufgabe unserer Bildungseinrichtungen – mit oder ohne künstliche Intelligenz.

In unserer Grenzregion, wo kultureller Austausch seit jeher zum Alltag gehört, haben wir die Chance, einen eigenen Weg im Umgang mit dieser Technologie zu finden. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, dass KI zu einem Werkzeug wird, das unsere Bildungslandschaft bereichert, ohne ihre Grundwerte zu gefährden.

Von claude.ai hergestellt (KI)