Kommentar

„Große Gefühle bei 6k United: Mein Kind und 5.999 andere“

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Der Chor aus 6.000 Kindern in der Barclays Arena in Hamburg.

Als 6.000 Kinder am vergangenen Freitag in der Barclays Arena in Hamburg singen, sind darunter rund 60 Kinder aus Nordschleswig. Hannah Dobiaschowski war im Publikum und beschreibt, wie sie den Abend erlebte und warum sie das Projekt wichtig findet.

In der Barclays Arena in Hamburg singen 6.000 Kinder – rund 60 davon aus Nordschleswig. Was im vergangenen Herbst mit den ersten Proben auf dem Knivsberg unter der Leitung von Monika Merz seinen Anfang nimmt, feiert am vergangenen Freitag seinen fulminanten Höhepunkt beim Abschlusskonzert in der Arena.

Ich bin dabei, weil mein Sohn dabei ist.

Ein großes Fest

Dass es großartig wird, war von Anfang an klar. Dass es jedoch eine riesige Party werden würde, darauf war ich nicht vorbereitet.

Schon beim Betreten der Arena bleibt mir die Luft weg. Die Kinder haben bereits ihre Plätze auf den Rängen eingenommen, und plötzlich wird greifbar, was „6.000“ wirklich bedeutet.

Davor spielt auf einer Bühne die 18-köpfige Band, die im Vergleich zur Kinderschar winzig wirkt.

Als die Show beginnt, bleibt kein Auge trocken. Ja, Musik verbindet. Aber Musik aus 6.000 Kehlen ist überwältigend – vor allem, wenn irgendwo in den Reihen des Mega-Chors das eigene Kind steht. Die Energie und Freude, die von der Gruppe ausgehen, machen mich zu einem Bündel aus Emotionen.

Im Video ist zu sehen, wie die Eltern den Abend im Saal erleben.

Große Gefühle

Emotional bleibt es den ganzen Abend. Fabian Sennholz, der künstlerische Leiter, hat Band und Kinder fest im Griff, und trotzdem ist es kein klassisches Chorkonzert, bei dem diszipliniertes Stehen und besonders gut artikuliertes Singen gefordert sind. Denn es ist ein großes Fest. Es ist laut, es ist bunt. Mit Licht, Feuerwerk und Leuchtbändern an den Handgelenken der Kinder, die für atemberaubende Effekte sorgen. Die Kinder singen und tanzen, die Energie ist hoch, auch die stillen Momente sind kraftvoll. Und das Motto der diesjährigen Show „Ich bin, weil wir sind“ funktioniert.

Spätestens bei der 360-Grad-Licht-Laola, die Kinder und Publikum (meist natürlich Eltern) gemeinsam machen.

Es ist kaum in Worte zu fassen, was dieses Ereignis sowohl bei den Kindern als auch beim Publikum auslöst. Es ist ein Genuss, die Kinder zu sehen und zu hören, sie zu feiern und gemeinsam mit Tausenden anderen Menschen zusammenzukommen, um sich darauf zu besinnen, was uns eint.

Die kleine Gemeinschaft aus Nordschleswig ist an diesem Abend Teil von etwas ganz Großem.

Gemeinschaft als Chance

Und nicht nur das. Die Kinder haben die Chance, in den vielen gemeinsamen Proben zu erleben, dass sie nicht nur einer Schule angehören, sondern Teil einer größeren Gemeinschaft sind – nämlich der deutschen Minderheit in Dänemark. Das zeigen die Freundschaften, die über die eigene Schule hinaus geschlossen wurden, und das positive Gefühl, das durch gemeinsames Singen entsteht und Verbundenheit schafft.

Ist dieser Kommentar zu emotional? Vermutlich. Zu subjektiv? Auch das. Aber in diesem Fall ist das genau richtig. Sicherlich ließen sich an einem derartigen Großevent auch Aspekte finden, die man hinterfragen könnte. Aber ich habe keine Lust, sie zu suchen. Ich schwelge gemeinsam mit meinem Kind in Erinnerungen und freue mich auf das kommende Jahr, wenn wir hoffentlich wieder dabei sein werden.

Das Projekt „6K United“

Mit dem Musikprojekt will Initiator Fabian Sennholz den Musikunterricht beleben. Er ist Chorleiter, Komponist, Dozent und Keyboarder und arbeitet mit dem Singer-Songwriter Tim Bendzko zusammen.

Mit dem Projekt will Sennholz erreichen, dass jedes Kind die Möglichkeit erhalten soll, sich selbst als Musiker bzw. Musikerin zu sehen. Mit einer starken Gemeinschaft ein großes Konzert zu singen und über sich hinauszuwachsen, sei ein unvergessliches Erlebnis.

Unter anderem in Hamburg kommen jetzt Chöre aus ganz Deutschland – und Nordschleswig – zusammen, um gemeinsam Popsongs, Klassik und Folklore zu singen. Unterstützt werden die Kinder und Jugendlichen dabei von der 16-köpfigen „6K“-Band.