Verunreinigung

Regierung arbeitet an neuer Meeresschutz-Absprache mit Deutschland

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An den Meeresböden sind die Fische und Pflanzen verschwunden (Archivfoto).

Der Kleine Belt und die Ostsee sollen sauberer werden. Um das Ziel zu erreichen, haben die Parteien der Grünen Dreier-Absprache vereinbart, dass neue Richtwerte mit Deutschland und Schweden abgesprochen werden sollen.

Die dänische Regierung plant, zeitnah Gespräche mit Deutschland und Schweden über höhere Ziele beim Gewässerschutz einzuleiten.

Es soll weniger Stickstoff aus der dänischen Landwirtschaft in die Gewässer gelangen, damit diese wieder gesund werden. Darauf hat sich die Regierung mit der Liberalen Allianz, der Sozialistischen Volkspartei (SF), Radikale Venstre und den Konservativen geeinigt.

Kleiner Belt betroffen

In Gewässern, wie dem Kleinen Belt und dem südfünischen Inselmeer, spielen jedoch auch Verunreinigungen aus Deutschland eine Rolle; in anderen Teilen der Ostsee zudem aus Schweden. Daher strebt der Minister für das grüne Drei-Parteien-Abkommen, Jeppe Bruus (Soz.), Verhandlungen mit den beiden Staaten an.

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass Deutschland und Schweden nicht an neuen Verhandlungen interessiert sind“, sagte Bruus als er die Dreier-Absprache vorstellte.

Für Nordschleswig ist dabei eine geplante Absprache zum Kleinen Belt entscheidend. Die Förden des Landesteils stehen mit ihm in Verbindung, auch wenn ihre Verunreinigung weitgehend hausgemacht ist. Das belegt der wissenschaftliche Bericht, der die Grundlage für die Drei-Verhandlungen bildet. Nur an den Mündungen spielt der Gesundheitszustand des Belts eine Rolle.

Höhere Ziele

Konkret geht es darum, sich mit den Nachbarländern darauf zu einigen, wann ein Gewässer gesund ist, beziehungsweise in einem guten ökologischen Zustand, wie es in der Fachsprache heißt. Dänemark hat dazu bereits Absprachen mit Deutschland und Schweden unterzeichnet. Doch diese möchte die Regierung jetzt neu verhandeln, um sie dem aktuellen Wissensstand anzupassen.

„Nach unserer Einschätzung können diese Vereinbarungen in zwei bis drei Jahren erreicht werden. Wir haben uns sicherheitshalber vier Jahre Zeit gegeben“, sagte Wirtschaftsministerin Stephanie Lose (Venstre) bei der Vorstellung der Dreier-Absprache.

Nordschleswigs Gewässer in unbefriedgendem Zustand

Der ökologische Zustand wird in den Abkommen mit Deutschland und Schweden anhand der Menge der Algen im Wasser (strenggenommen des Chlorophylls) gemessen. Bei den Verhandlungen, die Interkalibrierung genannt werden, wird es um die Richtwerte für die Algenmenge gehen.

Die Flensburger Förde ist nicht Teil dieser Verhandlungen. Die Einleitungen in sie werden über andere Vereinbarungen geregelt.

Derzeit ist der ökologische Zustand der Gewässer entlang der nordschleswigschen Küsten als unbefriedigend eingestuft, in der Flensburger Förde, der Genner Bucht und der Haderslebener Förde sogar als schlecht. Nur fünf von 109 dänischen Küstengewässern befinden sich in einem guten ökologischen Zustand.

Die EU-Staaten haben vereinbart, dass sich bis 2027 sämtliche Gewässer in einem guten ökologischen Zustand befinden sollen. Mit dem grünen Drei-Parteien-Abkommen wird Dänemark dies Ziel erst später erreichen.