Kriminalität

Was es mit dem Werkzeugklau auf sich hat und wie man sich davor schützt

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Bis jetzt hat die Polizei in diesem Jahr 47 Anzeigen wegen Diebstahls von Werkzeug aus einem Transporter aufgenommen.

Immer wieder meldet die Polizei von Südjütland und Nordschleswig Einbrüche in Kleintransporter. Polizeiinspektor Gert Bisgaard weiß, was geklaut wird, und wie Handwerker sich schützen können.

Auch Kleintransporter, womöglich mit deutlichen Gebrauchsspuren, sind für Kriminelle interessant. Während es beim Diebstahl von Luxusmarken um das Auto an sich geht, ist es bei den Nutzfahrzeugen der Inhalt, auf den Diebe ihr Augenmerk richten. Die Rede ist von Werkzeug für Handwerker.

Erst kürzlich berichtete die Polizei von Südjütland und Nordschleswig von einem versuchten Einbruch in einen Transporter in Woyens (Vojens). Offenbar ließ der Täter von seinem Vorhaben ab, als er gestört wurde. Noch in derselben Nacht erhielt die Polizei die Meldung vom Einbruchsversuch.

Kein bestimmtes Werkzeug im Fokus

Wird in einen Kleintransporter eingebrochen, dann geht es meist um Werkzeug, bestätigt Polizeiinspektor Gert Bisgaard von der Polizei von Südjütland und Nordschleswig in Esbjerg. Einen besonderen Fokus haben die Personen nicht. „Es sind ganz verschiedene elektrische Maschinen, die wir als Diebesgut sicherstellen“, so der Polizeiinspektor und fügt hinzu: „typisch Werkzeug von anerkannten Markenherstellern.“

Keine Zunahme der Fahrzeugaufbrüche

Auch wenn die Polizei regelmäßig von derartigen Fahrzeugaufbrüchen berichtet, eine Zunahme kann Gert Bisgaard nicht bestätigen: Das Niveau ist vergleichbar mit den vergangenen Jahren. „Bislang hatten wir in unserem Polizeikreis 47 Taten, die zur Anzeige gebracht worden sind.“

Laut Bisgaard registriert die Polizei sowohl Einzeltaten als auch Vorfälle mit auffälligen Gemeinsamkeiten in bestimmten Regionen – in solchen Fällen geht sie von ‚organisierten Diebstählen‘ aus.

Ins Visier geraten Fahrzeuge, die über einen längeren Zeitraum abgestellt sind – meist an gut einsehbaren Orten, an denen es an Überwachung fehlt. Oft passieren die Aufbrüche an den Firmenadressen selbst oder wenn ein Angestellter oder eine Angestellte das Auto am Straßenrand vor seinem Wohnsitz abgestellt hat.

Präventionstipps der Polizei

1. Das Fahrzeug abschließen – immer! Wer die Tür zu Hause abschließt, sollte auch seinen Kleintransporter nicht als „kostenlose Werkzeugausstellung“ offen stehen lassen.

2. Das Werkzeug nachts mit in die Wohnung nehmen. Ja, das ist ärgerlich. Aber noch ärgerlicher ist es, morgens vor einem leeren Wagen zu stehen und einen langen Tag ohne Werkzeug vor sich zu haben.

3. Klug parken. Wenn möglich das Fahrzeug mit den Türen an einer Wand abstellen.

4. Werkzeuge beispielsweise mit dem Namen des Unternehmens sichern und sie damit unattraktiv für Diebe machen.

5. Alarmanlagen und Überwachungssysteme verwenden. Ein blinkender Alarm oder eine Kamera können selbst den optimistischsten Dieb zum Nachdenken bringen.

6. Teure Geräte per GPS verfolgen.

7. Darauf aufmerksam machen, dass das Fahrzeug gesichert ist. Ein einfacher Aufkleber mit der Aufschrift „Leerer Lieferwagen – Werkzeug anderswo gelagert“ kann einen Dieb dazu bringen, vom Einbruch abzulassen.

8. Auf verdächtiges Verhalten achten. Wenn sich jemand zu viel am eigenen Wagen aufhält, freundlich (oder bestimmt) fragen, wonach er sucht.

9. Mithelfen, die Botschaft zu verbreiten: Je mehr Leute ihren Lieferwagen sichern, desto schwieriger wird es für Diebe.