Blaulicht

Aggressive Szenen auf der Strecke von Bau nach Hellewatt

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Aggressionen im Straßenverkehr kommen auf unterschiedliche Weise zum Ausdruck. Nur selten resultieren Unstimmigkeiten in körperliche Auseinandersetzungen.

Eine Auseinandersetzung zwischen zwei Autofahrern drohte zu eskalieren. Wer jetzt wen provoziert hat, ist noch nicht ganz klar. Die Episode wird aber wohl zum Fall für die Justiz.

Ein 60-jähriger Deutscher wird inzwischen wieder auf freien Fuß gesetzt worden sein, wenn diese Zeilen veröffentlicht sind. Damit ist eine Episode, die sich an einem Nachmittag in der vergangenen Woche auf dem Hellevad-Bovvej auf der Strecke zwischen Bau (Bov) und Hellewatt (Hellevad) ereignete, aber keineswegs abgeschlossen. Die Geschichte wird gewiss noch ein juristisches Nachspiel haben. Es handelt sich um einen Fall von eskalierter Aggression im Straßenverkehr. Auf Neudeutsch werden solche Wutausbrüche in einer Verkehrssituation als Roadrage bezeichnet.

Laut Polizeibericht ist noch nicht ganz geklärt, welcher der beiden beteiligten Autofahrer die Eskalation letztendlich heraufbeschworen hat, denn beide Beteiligten haben sich nicht wirklich rücksichtsvoll verhalten.

Überholvorgang abgebrochen

Ein dänischer Autofahrer ist der Meinung, es sei sein gutes Recht gewesen, einen deutschen Wohnmobilfahrer zur Rede zu stellen. Weil der vor ihm fahrende Autocamper das Tempo immer weiter gesteigert hatte, habe er kurz zuvor einen Überholvorgang abbrechen müssen, um nicht mit dem Gegenverkehr zu kollidieren.

Die genauen Umstände gehen zwar nicht aus dem Polizeibericht hervor, aber auf jeden Fall scheinen beide Fahrzeuge angehalten zu haben. Der dänische Autofahrer stieg aus seinem Pkw aus und ging auf das Wohnmobil zu.

Ob es zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen den beiden Männern kam, geht ebenfalls nicht aus dem Polizeibericht hervor. Der Däne allerdings alarmierte Sekunden später über den Notruf 112 die Ordnungshüter. Als er sich dem Autocamper näherte, hätte der Fahrer eine Waffe gezückt, entsichert und auf ihn gerichtet. Er hätte deshalb schleunigst Reißaus genommen, schilderte er der Polizei gegenüber die Situation aus seiner Sicht.

Pfefferspray in Pistolenform sichergestellt

Kurze Zeit später hatte die entsandte Polizeistreife den Autocamper ausgemacht und angehalten. Im Fahrzeug befand sich zwar keine Waffe, aber ein Pfefferspray in Pistolenform. Die sogenannte Tierabwehrpistole wurde sichergestellt.

Der 60-jährige Fahrer wurde mit auf die Wache genommen. Da es sich um einen Mann mit Wohnsitz im nördlichen Schleswig-Holstein handelt, wurde er nach dem Verhör zunächst auf freien Fuß gesetzt. Wie eingangs erwähnt, wird sich die dänische Justiz noch mit diesem Fall befassen.