Kommunalwahl 2025

Tops und Flops: Wo die SP Stimmen gewonnen und wo verloren hat

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Jørgen Popp Petersen (Mitte) feiert mit der SP einen Erdrutschsieg in Tondern, während in den Kommunen Sonderburg und Apenrade Stimmen verloren gingen.

Wo liegen die Hochburgen der Schleswigschen Partei in Nordschleswig? Wo gab es die höchsten Zuwächse und wo die größten Verluste? Eine Übersicht.

Die Kommunalwahl 2025 ist zu Ende, und die Ergebnisse für die Schleswigsche Partei könnten nicht unterschiedlicher sein. Während die SP in der Kommune Sonderburg (Sønderborg) herbe Verluste hat hinnehmen müssen und sich mit 3,9 Prozent der Stimmen halbiert hat, ging die Partei der deutschen Minderheit in der Kommune Tondern (Tønder) als Siegerin aus der Wahl hervor und legte um satte 12,4 Prozentpunkte auf 25,7 Prozent zu.  

So ist es nicht überraschend, dass sich in den beiden Kommunen auch die Wahllokale mit den stärksten Zuwächsen und stärksten Verlusten wiederfinden. 

 

Zugewinne in der ganzen Kommune Tondern

So konnte die SP in Osterhoist (Øster Højst) 12 Prozentpunkte zulegen und landete bei 50,9 Prozent der Stimmen. Gleich 109 Stimmen oder 30,1 Prozentpunkte mehr konnte die Partei in Bedstedt (Bedsted)verbuchen. Aber auch in Lügumkloster (Løgumkloster), Norderlügum (Nørre Løgum) und Hostrup sammelte die SP Pluspunkte. 

Zweistellige Zugewinne gab es auch in Wiesby (Visby) mit einem Zuwachs von 45 Stimmen (18,3 Prozentpunkte) auf 92 und somit 32,6 Prozent Stimmenanteil, Süderseiersleff (Sdr. Sejerslev) mit 44 Stimmen mehr als 2021 (+18,1 Prozentpunkte auf 28,2 Prozent) oder Mögeltondern (Møgeltønder) mit 75 Stimmen Zuwachs (+12,7 Prozentpunkte auf 23,8 Prozent). 

In Hoyer (Højer) stimmte knapp ein Drittel der Wählerinnen und Wähler für die SP (32,1 Prozent). Dabei legte die Partei um 132 Stimmen auf 269 zu – ein Plus von 16,8 Prozentpunkten. 

Herbe Verluste in Sonderburg

Während an der Westküste der Wahlerfolg schlechthin gefeiert wird, hängen in Sonderburg die Köpfe. Hier konnte sich die Partei nach dem Rückzug des damaligen Vizebürgermeisters Stephan Kleinschmidt nicht halten und verlor 2 der 3 Mandate. Besonders in einigen Wahllokalen musste die Partei der Minderheit herbe Stimmenverluste hinnehmen. 

Im Wahllokal Kongevej in Sonderburg war der Einbruch für die Schleswigsche Partei am größten. Hier stimmten nur noch 180 Menschen für die SP – 286 weniger als vor vier Jahren und damit ein Minus von 7,0 Prozentpunkten auf nur noch 4,3 Prozent Stimmenanteil. Auch in den zwei weiteren Wahllokalen Sonderburgs, Humlehøj (-183 auf 132) und Sønderskov (169 auf 163) sind die Stimmenverluste hoch. 

In Augustenburg stürzte die SP ebenfalls ab. Nur noch 35 Wählerinnen und Wähler gaben der Partei ihre Stimme, was 1,6 Prozent entspricht. Ein Minus von 145 Stimmen (-6,5 Prozentpunkten). 

Kirsten Bachmann bleibt die einzige SP-Vertreterin im Stadtrat.

Auch in weiteren Wahllokalen konnte die SP ihr Ergebnis von 2021 nicht halten. In Broacker (Broager) verlor die SP 113 Stimmen und fiel damit auf nur noch 156 (-4,4 Prozentpunkte auf 5,9 Prozent). In Gravenstein (Gråsten) kam die SP auf 333 Stimmen (-183 Stimmen). In Wester Satrup (Vester Sottrup) halbierte sich die SP von 148 auf 71 Stimmen. 

In Hagenberg (Havnbjerg) auf Nordalsen hingegen stimmten wie schon vor vier Jahren 41 Bürgerinnen und Bürger für die SP, was 3,1 Prozent entspricht.

Ausreißer in der Kommune Hadersleben

In Hadersleben (Haderslev) konnte Carsten Leth Schmidt sein Mandat verteidigen und die Partei sogar leicht hinzugewinnen. In einigen Wahllokalen kamen Stimmen hinzu, in anderen stürzte die Partei jedoch ab. 

In Hadersleben Nord konnte die Schleswigsche Partei hingegen 150 Stimmen auf 183 hinzugewinnen und somit 3,6 Prozent der Wählerinnen und Wähler überzeugen. Auch im Wahllokal Süd und West legte die SP zu. 

Auch in anderen Wahlbezirken konnte die SP zulegen. In Hoptrup (+59), Woyens/Vojens (+45), Starup (+21 Stimmen), Sommerstedt/Sommersted (+18 Stimmen), Kelstrup (+18), Gramm/Gram (+13 Stimmen), Marstrup (+10) und Moltrup (+8) gab es Stimmenzuwächse.

Carsten Leth Schmidt kann sich zwar über leichte Stimmenzuwächse – etwa in Hadersleben und Hoptrup – freuen, dennoch gab es auch einige Wahllokale, in denen die SP verlor.

Doch es gab auch Stimmenverluste: In Beftoft (Bevtoft) verlor die SP 15 Stimmen (-3,9 Prozentpunkte) und konnte nur noch 4 Wählerinnen und Wähler überzeugen. Auch in Fjelstrup verlor die Partei 58 Stimmen (-2,1 Prozentpunkte) und kommt nur noch auf 9 Stimmen. In Fole stimmte nur noch ein Wähler oder eine Wählerin für die SP – ein Minus von 20 Stimmen (-5,0 Prozentpunkte). 

Größere Verluste gab es auch in Hammeleff (Hammelev), Oberjersdal (Over Jerstal), Ösby (Øsby), Aastrup und Aarö (Aarø). 

SP auch in Apenrade mit Verlusten

In Apenrade (Aabenraa) konnte die SP trotz Verlusten ihre zwei Mandate halten. Auch in der Kommune gab es Zugewinne und Verluste in einigen der Wahllokale. 

Obwohl Bülderup (Bylderup) mit 28,2 Prozent der Stimmen eine Hochburg für die SP ist, gaben hier 52 Wählerinnen und Wähler weniger ihre Stimme für die Minderheitenpartei als noch 2021. Auch in Tingleff (Tinglev), wo die Minderheit stark vertreten ist, stimmten 60 Bürgerinnen und Bürger weniger für die SP. Sie kommt hier nur noch auf 245 Stimmen (14,9 Prozent).

In Enstedt (Ensted) verlor die SP gleich 21 Stimmen (2021: 51), in Feldstedt (Feldsted) sind es 37 auf nunmehr 22. In Krusau (Kruså) gingen 59 Stimmen verloren und auch in Pattburg (Padborg) entschieden sich 83 Wählerinnen und Wähler für andere Parteien. 

Kurt Asmussen und Erwin Andresen ziehen trotz Verlusten wieder in den Stadtrat ein.

Auch in den drei Wahllokalen in Apenrade verlor die SP insgesamt 119 Stimmen im Vergleich zu 2021.

Unverändert stimmten die Menschen in Hellewatt (Hellevad). Hier gaben wie schon 2021 16 Menschen ihre Stimme der SP. In Lojt (Løjt) wurden ebenfalls wie vor vier Jahren 101 Stimmen zugunsten der SP abgegeben.