Kommunalpolitik

Seit über zehn Jahren ungenutzt: Bygma-Grundstück könnte Schlüssel für Wohnungsfrage in Apenrade werden

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Das Grundstück am Møllemærsk liegt seit Jahren brach (Archivfoto).

Rund 2.000 Wohnungen fehlen in Apenrade – und seit Jahren wird über das frühere Bygma-Gelände diskutiert. Warum die Entwicklung stockt und welche Optionen jetzt wieder auf dem Tisch liegen.

Seit mehr als einem Jahrzehnt liegt das frühere Gelände des „Voetmanns Tømmerhandel“ brach. Nachdem die Baumarktkette „Bygma“ den Standort aufgegeben hatte, verschwand der Betrieb von dem rund 23.000 Quadratmeter großen, zentralen Areal am Møllemærsk. Seitdem ist wenig passiert – abgesehen von Gesprächen, Ideen und Spekulationen darüber, was dort entstehen könnte.

Dabei ist der Bedarf offensichtlich: In Apenrade fehlen nach Schätzungen der Kommunalpolitik rund 2.000 Wohnungen. Das Bygma-Grundstück könnte dabei eine zentrale Rolle spielen. Doch bislang kam es nicht zur Entwicklung des Areals – unter anderem wegen des Preises.

Rund 25 Millionen Kronen soll das Grundstück kosten. Eine Summe, die potenzielle Investoren bisher offenbar abgeschreckt hat. Zuletzt zeigte 2021 das Unternehmen „Stender Innovation“ aus Kolding Interesse. Die Firma beschreibt ihre Kernkompetenz darin, „eine grüne Wiese in ein visionäres und profitables Projekt zu verwandeln“. Doch auch diese Gespräche verliefen im Sande.

Bygma signalisiert Gesprächsbereitschaft

Bei Bygma selbst ist man sich der angespannten Wohnsituation in Apenrade bewusst. Der Preis sei vor mehreren Jahren ins Spiel gebracht worden, erklärt der neue Geschäftsführer von „Bygma A/S“, Michael Madsen, der aus Apenrade stammt.

„Wenn das richtige Projekt auftaucht, sind wir gesprächsbereit. Wir haben selbst keine konkreten Pläne für das Grundstück, würden aber gerne sehen, dass es zum Nutzen der Stadtentwicklung verwendet wird“, sagt Madsen.

Zwar habe es auch kreative Ideen wie einen Park gegeben, doch aus seiner Sicht liege eine Wohnbebauung näher. Bereits früher habe es Gespräche mit der Kommune über mögliche Nutzungen gegeben. Im Raum standen dabei unter anderem Studentenwohnungen in den vom Møllemærsk abgewandten Teilen des Geländes sowie eventuell Seniorenwohnungen.

Verpasste Chance – und neue Überlegungen

Die Kommune hatte 2014 ein Vorkaufsrecht für das Gelände – nutzte dieses jedoch nicht. Rückblickend sieht man das heute kritischer. Philip Tietje (Venstre), Mitglied des Wirtschaftsausschusses und damaliger Vorsitzender des Wachstumsausschusses für Land und Stadt, sagte im Sommer gegenüber „JydskeVestkysten“: „Im klaren Licht der Rückschau hätten wir diese Möglichkeit wohl nutzen sollen. Ich wünsche mir, dass die Kommune in dieser Frage künftig mehr steuernd eingreift – ohne selbst als Entwickler aufzutreten.“

Bauen auf schwierigem Untergrund

Ein weiterer Faktor ist die Beschaffenheit des Bodens. Der Hadersleber Immobilienmakler René Damkjær von „Nordicals“ weist darauf hin, dass der Untergrund weich sei. „Das Grundstück liegt sehr attraktiv – nah an Stadt, Wasser, Natur und Schloss. Aber ein weicher Untergrund kann Baukosten erheblich erhöhen, etwa wenn Pfahlgründungen nötig werden“, erklärt er. In manchen Fällen könne das die Kosten nahezu verdoppeln.

Ob und wann sich auf dem Bygma-Gelände etwas bewegt, bleibt offen. Klar ist jedoch: Angesichts des Wohnraummangels dürfte die Frage nicht dauerhaft ungelöst bleiben.