Natur und Umwelt

Wespen diesen Sommer besonders aktiv: Was man wissen sollte

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Wespen sind richtige Zuckerschnuten – aber auch Fleisch und Fisch zieht sie an.

Wespen sind in diesem Sommer früher und zahlreicher unterwegs als sonst – und sorgen dadurch für deutlich mehr Einsätze der Schädlingsbekämpfung. Fachleute erklären, warum das Entfernen von Nestern schwieriger geworden ist – und was alle über das Verhalten der Wespen wissen sollte.

Das warme Sommerwetter bietet einem oft unwillkommenen Gast ideale Bedingungen: Wespen. Bereits ungewöhnlich früh in diesem Jahr haben die Insekten Fachleute für Schädlingsbekämpfung auf den Plan gerufen.

Doppelt so viele Anfragen

Das bestätigt Claus Schultz, technischer Leiter bei Rentokil und Vorsitzender des dänischen Schädlingsbekämpferverbands, in einer Pressemitteilung. Dort ist die Rede von mehr als doppelt so vielen Anfragen im Zusammenhang mit Wespenproblemen im Vergleich zu einem durchschnittlichen Sommer. So etwas habe er zu einem so frühen Zeitpunkt im Jahr noch nie erlebt.

„Die Telefonleitungen glühen, und wir sind gezwungen, die dringendsten Fälle zu priorisieren – etwa wenn jemand gestochen wurde oder Wespen im Wohnraum sind“, sagt Schultz.

In diesem Jahr bitten bereits ungewöhnlich früh viele Menschen Fachleute um Hilfe bei der Entfernung von Wespennestern.

Bekämpfung wird schwieriger

Zugleich ist es laut Martin Kjer, Schädlingsbekämpfer und Inhaber von MK-Skadedyr, deutlich schwieriger geworden, die fliegenden Plagegeister effektiv zu bekämpfen. Der Fachmann macht dafür die verschärften Vorschriften beim Einsatz von Giftstoffen verantwortlich. Sie erschweren die Arbeit spürbar.

„Früher konnte man ein Wespennest in der Regel innerhalb von 20 bis 30 Minuten – spätestens innerhalb von 24 Stunden – entfernen. Heute dauert es oft bis zu einer Woche, bis ein Nest vollständig beseitigt ist“, erklärt Kjer. Auch ein einzelner Einsatz reiche häufig nicht mehr aus. „In vielen Fällen müssen wir mehrmals kommen.“

Langfristige Folgen befürchtet

Martin Saaby, Schädlingsbekämpfer bei SOS Skadedyr, warnt vor langfristigen Konsequenzen: Die eingeschränkten Mittel zur Wespenbekämpfung könnten sich bereits im kommenden Jahr negativ bemerkbar machen. „Wenn wir in diesem Jahr nicht effektiv eingreifen können, werden vermutlich mehr Königinnen den Winter überleben – und das bedeutet eine noch größere Population im nächsten Sommer.“

Preissteigerungen und riskante Selbstversuche

Hier haben Wespen eine nicht genutztes Vogelhaus in ihr Domizil verwandelt.

Hinzu kommt: Die Kombination aus hoher Nachfrage und aufwendiger Bekämpfung könnte laut Kjer zu spürbaren Preissteigerungen führen. Seine Sorge: Dass viele Betroffene aus Kostengründen versuchen könnten, das Problem selbst in die Hand zu nehmen.

Doch davor warnt er eindringlich: „Wespen können auch dann aggressiv werden, wenn man ihr Nest in Ruhe lässt.“ Der ungeschützte Eingriff könne schnell gefährlich werden – im Zweifel sollte man die Arbeit den Profis überlassen.

Wissenswertes über Wespen

Quelle: Videncenteret Bolius