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Vereinbarung zur Überschusswärme eröffnet Chancen in Nordschleswig

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In Apenrade könnte das Krankenhaus bald überschüssige Wärme an die örtliche Fernwärmegesellschaft liefern.

Dänemark schafft die Hürden für die Nutzung von überschüssiger Energie ab. Unter anderem in Apenrade stehen zukunftsweisende Projekte in den Startlöchern.

Eine neue politische Vereinbarung in Dänemark soll dafür sorgen, dass überschüssige Wärme aus Industrie- und Energieanlagen künftig besser genutzt wird. Die Regierungsparteien haben sich gemeinsam mit einem breiten parlamentarischen Bündnis darauf geeinigt, rechtliche Hürden abzubauen und flexiblere Rahmenbedingungen für Kooperationen zwischen Fernwärmeunternehmen und Überschusswärme-Lieferanten zu schaffen. Das geht aus einer Mitteilung des Klima- und Energieministeriums hervor.

Weniger Verschwendung, mehr Effizienz

Die bisherigen Regeln haben in der Vergangenheit oft dazu geführt, dass überschüssige Energie nicht genutzt wurde. Unsicherheit bei den Bedingungen und mangelnde Wirtschaftlichkeit machten es für viele Unternehmen unattraktiv, Wärme an Fernwärmenetze abzugeben. Stattdessen verpuffte die Energie ungenutzt.

„Es ist ein großer Fortschritt, dass wir nun viel mehr überschüssige Wärme verwerten können. Das ist etwas, das sowohl Unternehmen als auch Fernwärmegesellschaften seit Langem gefordert haben“, sagt Jesper Petersen, klima- und energiepolitischer Sprecher der Sozialdemokraten, in der Mitteilung. „Die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Sektoren eröffnet uns die Möglichkeit, Energie besser zu nutzen. Wärme, die bisher verschwendet wurde, kann zukünftig die Heizkörper der Bürger versorgen“, so der Abgeordnete weiter.

Lokales Potenzial in Südjütland

Besonders in Südjütland und Nordschleswig sieht Petersen großes Potenzial. In Städten wie Vejen, Apenrade (Aabenraa) und im Dreiecksgebiet gibt es bereits konkrete Projekte, die auf den Startschuss warten. In Apenrade könnte etwa das Krankenhaus überschüssige Wärme an die örtliche Fernwärmegesellschaft liefern. Auch Unternehmen wie Danfoss haben sich für die bessere Nutzung dieser Ressourcen ausgesprochen.

„Es ist sinnvoll, dass wir nicht nur mehr grüne Energie produzieren, sondern auch die vorhandene Energie effizienter einsetzen. Ich rechne damit, dass wir in den kommenden Jahren viele spannende Projekte sehen werden, die genau das umsetzen“, so Petersen.

Breite politische Unterstützung

Hinter der Vereinbarung stehen die Sozialdemokratie, Venstre, die Moderaten, die Sozialistische Volkspartei, die Liberale Allianz, die Konservativen, die Einheitsliste, Radikale Venstre und die Alternativen. Die Einigung sieht vor, dass der Preis für Überschusswärme künftig frei zwischen Lieferanten und Fernwärmegesellschaften verhandelt wird. Zudem werden Anbieter von Überschusswärme von der bisherigen Preisregulierung ausgenommen. Die Kommunen bleiben jedoch für die Genehmigung von Projekten zuständig.

Ein Schritt zur Klimaneutralität

Mit der erweiterten Nutzung von Überschusswärme rechnet die Regierung bis 2030 mit einer zusätzlichen CO₂-Emission von 0,1 Tonnen. Man sei sich jedoch einig, bei Bedarf Maßnahmen zu ergreifen, um die Klimaziele nicht zu gefährden. Ein entsprechendes Gesetz soll ab dem 1. Juli 2025 in Kraft treten.

Derzeit machen Energieüberschüsse aus anderen Produktionsprozessen etwa 4 Prozent der dänischen Fernwärmeproduktion aus.