Klimawandel

Überschwemmungen: Regierung will Neubauten an den Küsten stark einschränken

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20. Oktober 2023: Die Wellen der Sturmflut peitschen an der Genner Bucht (Gjenner bugt).

Risiko zu hoch: Wenn in Zukunft überhaupt noch am Wasser gebaut werden darf, dann mit ausreichend Schutzmaßnahmen. Die Regierung will ein entsprechendes Gesetz spätestens kommendes Jahr verabschieden. Auf die Kommunen kommt viel Arbeit zu.

Entlang Dänemarks Küsten soll es in Zukunft deutlich weniger Baugenehmigungen geben. Das hat der zuständige Minister für Städte- und Landdistrikte, Morten Dahlin (Venstre), zu „Danmarks Radio“ gesagt.

Dann solle in Gebieten, in denen es bisher erlaubt ist, zu bauen, ohne Schutzmaßnahmen nicht mehr neu gebaut werden können. Es wäre schlicht zu teuer, diese Gebiete gegen Überschwemmungen zu sichern, so der Minister.

Wie berichtet, sind in den vergangenen Jahren Tausende Gebäude in Gebieten gebaut worden, die laut Küstendirektorat von Sturmfluten oder Überschwemmungen bedroht sind – auch in Nordschleswig wurden Hunderte Gebäude in diesen Gebieten gebaut.

Pläne der Kommunen sollen reguliert werden

Die öffentlich einsehbare Vereinbarung aus dem Oktober sieht vor, dass Risikogebiete zukünftig verpflichtend im „kommuneplan“ (kommunaler Flächennutzungsplan) ausgewiesen werden müssen und dass dort nur gebaut werden darf, wenn es Schutzmaßnahmen gibt. Das kann nach Informationen des „Nordschleswigers“ – wie etwa in der Hafencity in Hamburg – auch bedeuten, dass das untere Stockwerk nur zum Parken verwendet werden darf.

Bisher handhaben die 98 Kommunen des Landes die Risikobewertung unterschiedlich. In dem Vertragstext der Regierung mit den Konservativen und der Dänischen Volkspartei wird deshalb eine „einheitliche Methode und Datengrundlage für die Ausweisung von Gefahrengebieten durch die Gemeinden“ angekündigt. Es sollen demnach künftig „mindestens die staatlich ausgewiesenen Risikogebiete“ umfasst werden.

Ein entsprechender Gesetzesvorschlag soll in diesem und im kommenden Jahr im Folketing behandelt werden.

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