Klimawandel

Sturmfluten können für Dänemark künftig richtig teuer werden

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Sonderburg Promenade
Überschwemmungen sind durch den steigenden Meeresspiegel künftig häufiger zu erwarten.

Sturmfluten bedrohen Dänemarks Küsten – und damit auch immer mehr Menschen. Ohne Schutzmaßnahmen drohen Schäden in Milliardenhöhe, warnt ein neuer Bericht. So ist die Lage in Nordschleswig.

Künftige Sturmfluten werden die Menschen an den Küsten von Nord- und Ostsee teuer zu stehen kommen, wenn Dänemark sich nicht mit einer gewissen Geschwindigkeit gegen Sturmfluten schützt. Das zeigt ein kürzlich veröffentlichter Bericht der Dänischen Technischen Universität (DTU) und des Landesverbandes der Kommunen (Kommunernes Landsforening). Darin wird deutlich gemacht, dass klimawandelbedingte Überschwemmungen häufiger auftreten werden.

Werde nicht reagiert, könnten sich die Kosten für die durch Sturmfluten verursachten Schäden in den nächsten 100 Jahren auf 211 bis 282 Milliarden Kronen belaufen (Gegenwartswert).

Künftig mehr Menschen hochwassergefährdet

Bis zum Jahr 2124 wird erwartet, dass die Anzahl an Menschen, die in Risikogebieten für Überschwemmungen wohnen, von heute 66.000 auf 175.000 bis 245.000 wächst. Auch die Zahl der Gebäude, die von Fluten bedroht sind, wird von etwa 31.000 auf 86.000 bis 117.000 anwachsen. Dies gilt laut Bericht sowohl für durchgängig bewohnte Häuser als auch für Sommerhäuser sowie industriell und gewerblich genutzte Gebäude.

Auch Nordschleswig betroffen

Heute ist Vejle die einzige Kommune mit mehr als 5.000 hochwassergefährdeten Einwohnenden. Dies wird sich jedoch in Zukunft deutlich ändern, wenn unter anderem Kopenhagen, Aalborg und Lemvig ebenfalls eine beträchtliche Anzahl an gefährdeten Häusern haben werden, heißt es in dem Bericht.

Wie „Der Nordschleswiger“ berichtete, sind auch in Nordschleswig bewohnte Gebiete betroffen. Auf ganz Röm (Rømø) besteht ein Risiko für Überschwemmungen. In Gravenstein (Gråsten) und Ekensund (Egernsund) sind es Menschen, die entlang des Nübelnoor (Nybbøl Nor) wohnen, die von Hochwasser bedroht sind.

Entschlossenes Handeln erforderlich

Der Anstieg des Meeresspiegels als Folge des Klimawandels wird noch höhere Kosten durch Sturmfluten verursachen. Daher sei keine Zeit zu verlieren, sagt Johannes Lundsfryd Jensen (Soz.), Vorsitzender des Klima- und Umweltausschusses der dänischen Kommunalverwaltung.

„Je früher wir Deiche bauen und unsere Häfen, Straßen und Grundstücke klimasicher machen, desto billiger wird es sein. Es geht also darum, in die Vorbeugung zu investieren und nicht erst, wenn der Schaden schon da ist“, sagt er.

KL erwartet, dass die Regierung bald den nationalen Klimaanpassungsplan 2 (klimatilpasningsplan 2) vorlegen wird. Im Oktober 2023 wurde der erste Vorschlag der Regierung für den Klimaanpassungsplan veröffentlicht.

Gemeinsames Problem gemeinsam lösen

Für Lundsfryd Jensen sei dabei wichtig, Fragen zur Kostenverteilung und Finanzierung zu klären. Er ist der Meinung, dass Staat, Kommunen und Bürgerinnen und Bürger sich gemeinsam engagieren müssen, wenn der Klimaschutz gelingen soll.

Das Geld für den Klimaschutz müsse von Kommunen, dem Staat und nicht zuletzt von den Grundstückseigentümerinnen und -eigentümern in hochwassergefährdeten Gebieten kommen. „Auch Pensionsfonds, Kreditinstitute und Versicherungsgesellschaften müssen mit ins Boot geholt werden, wenn wir Erfolg haben wollen“, sagt Johannes Lundsfryd Jensen.