Umweltschutz

Klares Ziel: 35 Tonnen weniger Stickstoff – wie ein Wasserrat die Förden retten will

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Die Apenrader Förde – hier bei Loit – sieht zwar idyllisch aus, gilt aber als fast tot. Nur wenige Lebewesen können in dem sauerstoffarmen Wasser leben.

Damit weniger Stickstoff in die Förde gelangt, müssen gezielte Maßnahmen ergriffen werden. Die Kommune Apenrade ist besonders gefordert, denn hier sollen 35 Tonnen weniger in die umliegenden Gewässer gelangen. Damit das Ziel erreicht werden kann, müssen alle Beteiligten zusammenarbeiten. Dafür gab es jetzt finanzielle Hilfe aus dem „grünen“ Topf. Erfolgreiche Beispiele sind nicht weit entfernt zu finden.

Die Apenrader Förde gilt als tot. Nur wenige Fische und Pflanzen bevölkern das Gewässer noch. Grund dafür ist Sauerstoffschwund. Ohne den notwendigen Sauerstoff können sich die Flora und Fauna unter Wasser nicht entwickeln.

Sauerstoffmangel und Fischsterben

Stickstoff, der vom Land in das Wasser gespült wird, ist die Hauptursache für den Mangel. Der Stickstoff kommt von den Feldern, wo er als Dünger für die Pflanzen aufgebracht wird.

Doch nicht nur die Apenrader Förde ist davon betroffen. Auch der Kleine Belt und die anderen Förden erleben ähnliche Zustände. Deshalb sollen zukünftig allein aus der Kommune Apenrade 35 Tonnen Stickstoff im Jahr weniger von den Feldern und Äckern in die Gewässer fließen.

Eine enorme Menge. Wie soll das geschafft werden? Diese Frage hat sich auch der kommunale Ausschuss für nachhaltige Entwicklung gestellt und ist zu dem Schluss gekommen, einen Küstenwasserrat zu bilden.

Hilfe für die Förde

Im Zuge der grünen Dreierabsprache sind 43 Milliarden Kronen bereitgestellt worden, um das Klima zu retten. 5 Millionen Kronen davon hat die Behörde für grüne Gebietsumlegung und Wassermilieu der Kommune Apenrade jetzt zur Verfügung gestellt, um einen Küstenwasserrat ins Leben zu rufen. Darum hatte der Ausschuss für nachhaltige Entwicklung gebeten.

35 Tonnen weniger Stickstoff einleiten

„Die Stickstoffeinleitung in den Aabenraa Fjord soll um knapp 35 Tonnen pro Jahr reduziert werden. Das ist ein sehr ambitioniertes Ziel angesichts der Größe des Einzugsgebiets und erfordert daher neues Denken und Zusammenarbeit aller Beteiligten“, sagt Erik Uldall Hansen (Kons.), Vorsitzender des Ausschusses für nachhaltige Entwicklung, in einer Mitteilung der Kommune.

Millionen für die Gewässerrettung

Deshalb freue er sich, dass es gelungen sei, lokale Landwirtschaftsorganisationen und Umweltverbände in einer Zusammenarbeit im Küstenwasserrat zu vereinen und dass die gemeinsame Arbeit an dem Antrag erfolgreich war. „Ich freue mich darauf, dass wir vor Ort aktiv zur Verbesserung der Bedingungen in der Apenrader Förde beitragen können. Das ist sowohl für die Bürgerinnen und Bürger als auch für Besucherinnen und Besucher von großer Bedeutung.“

Die Aufgabe des Küstenwasserrates soll es sein, die Herausforderungen für das Wassermilieu festzustellen und dann zielgerichtete Maßnahmen zu ergreifen. Diese Maßnahmen sollen dann für eine bessere Wasserqualität sorgen.

Gutes Beispiel aus Schleswig-Holstein

Ein Beispiel, bei dem ein Modellprojekt durchgeführt wurde, liegt nicht weit entfernt: das Eider-Treene-Sorge-Gebiet in Schleswig-Holstein. Dort konnten die Stickstoffwerte im Grundwasser nachweisbar reduziert werden. Auch die Gewässer und die Artenvielfalt wurden deutlich verbessert.

Dort haben die Beteiligten – Vertreterinnen und Vertreter von Landwirtschaft, Wasserbehörde und Naturschutz – gemeinsam nach Lösungen gesucht. Zusammen wurden Ziele festgelegt und Lösungen regional angepasst. Ein wichtiger Faktor dabei sei die Freiwilligkeit, heißt es von den Verantwortlichen.

Auch in anderen Gebieten einsetzen

Auf eine gemeinsame Zielsetzung schauen auch die Mitglieder des Küstenwasserrates, dem Mitglieder verschiedener Organisationen angehören. Zudem wolle man sich wissenschaftlichen Beistand holen, kündigte Uldall Hansen an, der die Ergebnisse der lokalen Arbeit auch auf andere Förden rund um den Kleinen Belt übertragen möchte.

Zugestimmt haben im Folketing:

Die drei Bereiche Regierung, Landwirtschaft und Naturschutz haben sich 2024 auf eine Reihe von Maßnahmen geeinigt, um die Klimaziele zu erreichen und mehr natürliche Flächen und Artenvielfalt zu schaffen. Dänemark ist laut EU-Statistik das naturärmste Land in der EU.

Quelle: regeringen.dk