Grüne Flächenumgestaltung

Biodiversität auf der Insel: Wie die Natur Raum einnimmt

Veröffentlicht Geändert
Direkt neben einem Wohnviertel im Norden des Ortes beginnt bei Augustenburg ein Stück wilde Natur, in dem eine Herde Galloways lebt.

Laubfrösche statt Landwirtschaft: Die zweite Etappe des Naturprojekts Sakslund bei Augustenburg kann beginnen. Ziel ist es, die Biodiversität zu steigern, einen Wasserlauf wiederherzustellen und das Gebiet als dauerhaften Lebensraum für Pflanzen und Tiere zu entwickeln.

Die Kommune Sonderburg arbeitet mit Einheimischen seit Jahren daran, die natürlichen Bedingungen im Gebiet Sakslund bei Augustenburg wiederherzustellen und die Biodiversität zu steigern. Durch einen Zuschuss von 750.940 Kronen aus einer nationalen Förderung startet jetzt die zweite Etappe des Naturprojekts.

Das Projektgebiet liegt zwischen Mjang Dam und Ketting Nor nordöstlich von Augustenburg. Auf ehemaligen Ackerflächen entstand ein neues Naturgebiet mit Tümpeln und Weiden, auf denen heute Galloway-Rinder ganzjährig grasen.

Martin Jessen ist Vorsitzender von „Danmarks Naturfredningsforening Sønderborg“ und erläutert, was sich dadurch verändert hat. „Das Besondere hier ist, dass wir ehemalige landwirtschaftliche Flächen der Natur zurückgegeben haben“, sagt Jessen. „Auf diesen Arealen entwickelt sich nun nach und nach wilde Natur. Das dauert. Aber schon jetzt sieht man, dass viele Tiere profitieren.“

Grüne Korridore entstehen auf der Insel

Im Vergleich zu Park oder Wald ist man hier wirklich mitten in der Natur.

Martin Jessen

Nach seinen Worten haben vor allem Amphibien bessere Bedingungen gefunden. „Die Kröten und Laubfrösche haben in den neuen Wasserstellen plötzlich Platz und Ruhe. Ihre Bestände wachsen deutlich. Auch Heuschrecken fühlen sich wohl, weil sie im hohen Gras ihren ganzen Lebenszyklus durchlaufen können.“ Aus diesen Entwicklungen entsteht Nahrung für Vögel, die wiederum bessere Lebensbedingungen finden.

Das Gebiet ist Teil einer grünen Korridorzone auf Alsen (Als), die verschiedene Landschaftsteile verbindet. „Viele Tiere wie Vögel und Insekten können sich so besser ausbreiten. Das Projekt verknüpft Küstenbereiche bei Kær Vestermark mit Flächen um den Mjangdam und den Nørreskov. Diese Verbindungen sind wichtig, damit Bestände nicht isoliert bleiben“, erklärt Jessen.

Knapp zehn Hektar Land werden in Ruhe gelassen

Der Bereich ist für Spaziergehende erlebbar. An den Eingangstürchen steht, wie man sich zu verhalten hat – auch mit Blick auf das grasende Vieh.

Das Naturprojekt Sakslund stand bereits im Fokus des Biodiversitätswettbewerbs „Dänemarks wildeste Kommune“, mit dem die Kommune Sonderburg zur Verbesserung der Naturqualität und zur Förderung von Wildheit und Ursprünglichkeit beiträgt.

Die Behörde für Grüne Flächenumgestaltung und Wasserumwelt hat der Kommune Sonderburg nun einen weiteren Zuschuss zugesichert. Mit den Mitteln soll ein Gebiet von insgesamt 9,86 Hektar langfristig extensiv bewirtschaftet werden.

Für Bürgerinnen und Bürger bleibt der Zugang möglich, auch wenn sie keine klassischen Wege vorfinden. „Es gibt keine angelegten Pfade“, sagt Martin Jessen. „Wer kommt, läuft durch das Gras, begegnet Rindern und sieht vielleicht Disteln. Aber wer genau hinschaut, entdeckt viele Insekten und Schmetterlinge. Im Vergleich zu Park oder Wald ist man hier wirklich mitten in der Natur.“

Sein persönliches Engagement begründet Jessen mit einer lebenslangen Leidenschaft: „Seit meiner Kindheit interessiere ich mich für Natur. Mich fasziniert es, wie sich Landschaften entwickeln, wenn man natürliche Dynamiken zulässt. Ich möchte dazu beitragen, dass wir mehr Natur schaffen und das schützen, was schon existiert.“

Stadtratspolitik unterstützt das Projekt schon länger

Das Naturgebiet von Nordwesten aus betrachtet.

In der nächsten Projektphase steht unter anderem die Wiederherstellung eines Wasserlaufs im Mittelpunkt. Weitere Maßnahmen zielen darauf ab, das natürliche Ökosystem dauerhaft zu stärken und Lebensräume für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten zu schaffen.

Das nationale Fördergeld eröffnet zusätzliche Möglichkeiten für die Entwicklung des Projekts. Der Vorsitzende des kommunalen Natur-, Klima- und Umweltausschusses, Asger Romme Andersen (Einheitsliste), sagt: „Wir tragen eine große Verantwortung für den Schutz unserer Natur, und genau dieses Ziel verfolgen wir im Sakslund-Projekt. Ich freue mich auf die Maßnahmen wie die Wiederherstellung des Wasserlaufs und vor allem darauf, dies gemeinsam mit den grünen Organisationen umzusetzen, die zugesagt haben, die kleine – aber wichtige – Naturperle Sakslund weiterzuentwickeln.“

In den vergangenen zehn Jahren sind in der Kommune über 15 eingezäunte Naturbereiche entstanden, die aus kommunalen Zuschüssen mitfinanziert werden.

Auch der stellvertretende Ausschussvorsitzende, Daniel Staugaard (Venstre), äußert sich optimistisch zur nächsten Projektphase: „Gemeinsam mit den ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürgern haben wir ein einzigartiges Naturprojekt geschaffen. Mit dem neuen Geld können wir den Einheimischen noch bessere Möglichkeiten bieten, die vielen schönen Schmetterlinge, Heuschrecken und Vögel in dem Gebiet zu erleben, indem wir bessere Wege, Informationstafeln und Aussichtspunkte schaffen.“

Gemeinsam mit den ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürgern haben wir ein einzigartiges Naturprojekt geschaffen.

Daniel Staugaard

Der Zuschuss fließt in einen Investitionstopf, der für naturschützende Maßnahmen und eine mögliche Erweiterung des Naturprojekts Sakslund vorgesehen ist.

Das Naturprojekt Sakslund

Die erste Etappe des Projekts ist bereits abgeschlossen. Sie umfasste die Errichtung von Zäunen, die Installation von Strom, neue Wege und einen Unterstand. Zudem stimmen die Verantwortlichen aktuell mit der Pächterin bzw. dem Pächter eine ganzjährige Beweidung für einen Teil des etwa 15 Hektar großen Projektgebietes ab.

Zur Steuerung des Projekts hat der Natur-, Klima- und Umweltausschuss eine Begleitgruppe aus Naturinteressierten eingesetzt. Dem sogenannten „Sakslundrat“ gehören Mitglieder des „Dansk Ornitologisk Forening Sønderjylland“, der Ornitologischen Vereinigung für Als und Sundeved, dem Dänischen Naturschutzverein Sonderburg sowie der Augustenburger Storchegilde an. Diese Gruppen begleiten die Entwicklung im Projektgebiet und bringen ihr Fachwissen kontinuierlich ein.