Unwetter

Andauernde Sturmflut bei Hoyer: Die Wiedau trat über die Ufer

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Auch beim Sitz des Rudervereins Hoyer uferte die Wiedau aus. Der Hauswart Dieter Lorenzen und seine Frau Marie hatten zum Schutz des Bootshauses Sandsäcke in Position gebracht.

Am Binnenhafen bei Hoyerschleuse kam das Wasser bis an das Rudererhaus. Das Fischer- und Bootsmuseum bekam „nasse Füße“.

Während am 7,45 Meter hohen Seedeich bei Hoyer die Sturmflut am Dienstagmorgen mit nur wenig mehr als 3 Metern über dem mittleren Wasserstand (Normalnull) keinerlei Probleme auftraten, gab es im Bereich des Hoyeraner Binnenhafens am Mittwochmorgen aufgrund des erhöhten Wasserstandes in der Wiedau Überschwemmungen.

Am Bootshaus des Rudervereins Hoyer stieg das Wasser recht hoch, aber es drang nicht ins Gebäude ein. Hauswart Dieter Lorenzen hatte bereits einige Sandsäcke für alle Fälle in Position gebracht.

Das kleine Fischer- und Bootsmuseum bei der Hoyerschleuse stand allerdings unter Wasser. Die Hütten, die an die dort einst tätige Fischerkolonie vor allem der Ruttebüller Fischer erinnern, bekamen „nasse Füße“. Auch Gärten von Wohn- und Ferienhäusern entlang der Wiedau standen unter Wasser.

Zunehmende Überschwemmungsgefahren

Das kleine Museum am Binnenhafen bei Hoyerschleuse war „abgesoffen“.
Das Bootshaus des Rudervereins Hoyer war nahezu vom Wasser umzingelt.

Die Überschwemmung wurde durch die hohen Niederschlagsmengen im Einzugsbereich der Wiedau verursacht, der sich fast bis nach Apenrade (Aabenraa) und Gravenstein (Gråsten) im östlichen Nordschleswig erstreckt. Die zunehmende Versiegelung der Landschaft und der Siedlungen sorgt seit Jahrzehnten für zunehmende Überschwemmungsgefahren im Bereich der Wiedau und ihren Zuflüssen.

Am Mittwochmittag sank der Pegel des Wattenmeeres bei der Wiedauschleuse, der vormittags auf 2 Meter über Normalnull gestiegen war, so weit, dass die sich östlich der Sieltore stauenden Wassermassen der Wiedau die Schleusentore aufdrücken konnten.

Laut Computer am Schleusenturm war der Pegel der Wiedau auf fast 1,60 Meter über dem normalen Wert angestiegen. Er sank rasch auf 1 Meter ab, womit auch die Überschwemmungen am Binnenhafen abnahmen.

175 Kubikmeter Wasser pro Sekunde flossen ab

175 Kubikmeter Wasser pro Sekunde strömte am Mittwoch durch die Wiedauschleuse ins Wattenmeer, nachdem das zurückgestaute Wasser der Wiedau die Sieltore aufdrücken konnte.

Laut Messgerät rauschten nach Öffnung der Tore der Wiedauschleuse 175 Kubikmeter Wasser pro Sekunde in die Nordsee. Es können bis zu 250 Kubikmeter pro Sekunde abfließen.

Bei der Planung der 1981 fertiggestellten Schleuse wurden hohe Wasserstände einkalkuliert. Dennoch werden in den kommenden Jahren neue Überschwemmungsflächen geschaffen, da der Klimawandel höhere Niederschlagsraten und mehr Binnenwasser bringen dürfte – aber auch einen steigenden Meeresspiegel.