Unsicherheit

So können Erwachsene mit Kindern über die Drohnen sprechen

Veröffentlicht Geändert
Es ist wichtig, den Sorgen der Kinder zuzuhören (Modelfoto).

Die Drohnenvorfälle über Flughäfen in Dänemark können bei Kindern Angst auslösen. Eine Kinderhotline hat bereits mehrere Anrufe erhalten. „Børns Vilkår“ hat fünf konkrete Ratschläge, wie Erwachsene reagieren können.

Am späten Mittwochabend kreisten Drohnen unter anderem über dem Sonderburger Flughafen und dem Fliegerhorst Skrydstrup. Die Vorstellung, was da oben in der Luft geschehen ist, kann bei einigen Kindern Angst auslösen.

Die Kinderhotline „Børnetelefonen“ hat in den vergangenen Tagen mit mehreren Kindern gesprochen, die gefragt haben, ob die Drohnenaktivitäten bedeuten, dass Krieg kommt. „Børns Vilkår“ erwartet, dass in den kommenden Tagen noch mehr Kinder anrufen werden.

Es ist die Erfahrung der Organisation, dass bei vielen solchen Anrufen die Sorgen auch in den Schulen und Elternhäusern eine Rolle spielen. Die Psychologin Julie Bek von „Børns Vilkår“ hat fünf Ratschläge an Erwachsene.

Dem Kind zuhören

Es ist wichtig, dass Erwachsene bei dem ansetzen, was die Kinder erzählen. Manche machen sich Sorgen, andere nicht.

„Bedenke, dass Kinder häufig andere Details wahrnehmen als Erwachsene und daraus verängstigende Vorstellungen schaffen können“, sagt Bek.

Erwachsene können Kinder nicht gegen Nachrichten abschirmen, die in den Medien so viel Platz wie die Drohnen einnehmen. Sie können ihnen jedoch helfen, die Gedanken zu sortieren und Ruhe zu schaffen.

Das Gespräch dem Alter und Entwicklungsstand des Kindes anpassen

Es ist sinnvoll zu fragen, was das Kind ganz konkret denkt und worüber es sich Sorgen macht. Erwachsene sollten die Gefühle der Kinder ernst nehmen und so ehrlich und konkret wie möglich antworten.

„Man darf gerne sagen: ‚Das weiß ich nicht‘. Das vermittelt dem Kind mehr Ruhe und Sicherheit, als wenn man die Unruhe des Kindes mit Formulierungen wie ‚Darüber musst du dir keine Sorgen machen‘ abweist“, lautet der Hinweis der Psychologin.

Das Wichtigste für das Kind ist, dass es sich gehört und anerkannt fühlt – nicht, dass alle seine Fragen beantwortet werden.

Betone, dass kein Krieg in Dänemark ist und keine militärische Bedrohung besteht

Zu einem Gespräch über die Drohnen einladen

Auch wenn das Kind keine direkten Fragen stellt, kann es wichtig sein, ein Gespräch anzubieten. Hier braucht man als Erwachsener ein Gespür dafür, ob das Kind diesen Bedarf hat. Neugierige Fragen können so ein Gespräch einleiten: „Ich habe gehört, dass viele darüber sprechen, dass Drohnen in Dänemark gewesen sind. Hast du auch davon gehört und denkst du darüber nach?“

Es ist wichtig zu erzählen, dass die Polizei und andere tüchtige Leute alles tun, damit die Menschen sich sicher fühlen.

„Betone, dass kein Krieg in Dänemark ist und keine militärische Bedrohung besteht“, so Bek

Eigene Unruhe nicht auf das Kind übertragen

Kinder hören häufig mehr, als Erwachsene annehmen. Es ist daher wichtig, nur über eigene Sorgen zu sprechen, wenn keine Kinder in der Nähe sind. Sie beobachten die Reaktion von Eltern und anderen Bezugspersonen und lesen daran ab, ob sie sich Sorgen machen müssen.

„Wenn sie große Unruhe bei Erwachsenen sehen, ist ihre Reaktion, dass Gefahr droht“, erklärt die Expertin.

Dem Kind helfen, mit Fehlinformationen umzugehen

Noch ist vieles über die Drohnenvorfälle ungewiss. Das führt dazu, dass Fehlinformationen und Verschwörungstheorien durch die sozialen Medien geistern. Wenn das Kind so etwas gelesen oder geteilt hat, sollten Erwachsene ihm mit Verständnis begegnen. Es kann ein guter Anlass sein, darüber zu sprechen, dass man gegenüber Informationen kritisch sein sollte.