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Tobias Sommer ist für seine Geduld belohnt worden

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Tobias Sommer in dem Stadion, wo er als Kind und Jugendlicher bei den Superligaspielen von Sønderjyske auf den Rängen stand.

Tobias Sommer hat in der laufenden Saison keine einzige Minute verpasst. Das war zu Jahresbeginn noch ganz anders, als er auf der Bank schmorte und an einen Wechsel weg von Sønderjyske dachte. Der 23-Jährige erzählt, was er für seinen Durchbruch geändert hat.

Der Name Tobias Sommer fällt immer wieder, wenn bei Fans, Experten und Kommentatoren über Gründe für den Aufschwung bei Sønderjyske gesprochen wird. Der 23-Jährige aus Starup vor den Toren Haderslebens hat lange warten müssen und nun aber den endgültigen Durchbruch bei dem Verein geschafft, der ihm seit der Kindheit am meisten bedeutet.

Von kleinauf auf den Rängen

„Es hat jede Menge Geduld erfordert, und ich spüre schon, dass es etwas Besonderes ist, dass ich es hier geschafft habe. Das bedeutet mir viel, denn es ist in dem Stadion, wo ich schon als Kind auf den Rängen stand. Das klingt wie ein Klischee, aber es ist wirklich so. Ich war dabei, wenn mein Vater zur Arbeit ging, und habe jedes Heimspiel von den Rängen aus gesehen“, sagt Tobias Sommer zum „Nordschleswiger“.

Sein Vater, Henrik Sommer, teilte sich von 2005 bis 2011 mit Klaus Rasmussen den Direktor-Posten von Sønderjysk Elitesport. Henrik Sommer war für die Finanzen zuständig, Klaus Rasmussen für den kommerziellen Teil.

Für Tobias Sommer waren die ersten Anläufe, bei Sønderjyske Fuß zu fassen, nicht von Erfolg gekrönt. Nach der ersten Jugendzeit bei Sønderjyske gab es einen sechs Jahre langen Umweg über Vejle Boldklub, Grótta (Island) und Kolding IF, bevor er zurückgekauft wurde. Bei Sønderjyske kam er zwar regelmäßig zum Einsatz, aber meistens als Vertretung im Abwehrzentrum und nicht auf seiner Favoritenposition im zentralen Mittelfeld. Zu Jahresbeginn saß er aber nur noch auf der Bank.

Tobias Sommer gibt als Kapitän die Richtung an.

Gedanken über einen Wechsel gemacht

„Es hat keinen Spaß gemacht, als ich zu Beginn des Jahres für fünf Spiele auf der Bank saß und gar nicht auf den Platz kam. Da hatte ich große Zweifel, ob ich hier den Durchbruch schaffen würde. Gut, dass ich eine Freundin habe, die gut zuhören kann, denn da sah alles schon ein wenig schwarz aus“, erzählt der 23-Jährige, der über einen Wechsel nachdachte.

„Das Transferfenster war schon zu, aber ich habe mir Gedanken gemacht. Ich wollte nicht die nächsten 15 Spiele auf der Bank sitzen, das hätte ich nicht aushalten können. Ich habe einen Blick darauf geworfen, was ich selbst ändern konnte, habe härter und besser trainiert und mich in schweren Zeiten selbst daran erinnert, dass ich weiterhin Fußball spielen kann. Ich wusste, dass ich meine Chance schon bekommen würde – ich freue mich, dass ich es geschafft habe“, sagt Tobias Sommer.

Zu Beginn der Abstiegsrunde im März kam die Chance, auf die er gewartet hatte. Seitdem hat er bis auf zweimal elf Minuten durchgespielt. In der laufenden Saison hat er keine einzige Minute verpasst.

Tobias Sommer feierte im Sommer 2024 mit Sønderjyske den Superliga-Aufstieg.

„Ich habe gemeinsam mit dem Trainerteam, das mir jetzt mehr Vertrauen schenkt als früher, Entwicklungspunkte gefunden und habe mich auch verbessert. Ich musste mich schneller und mehr bewegen, auch über längere Distanzen“, so der Mittelfeldspieler, der Krafttraining und auch das Training auf einem „Assault Bike“, einer Kombination aus Crosstrainer und Fahrradergometer, als Schlüssel zum Erfolg nennt.

Bewegungsmuster geändert

„Ich habe mein Bewegungsmuster geändert und bin mir durch kontinuierliche Einsatzminuten auch bewusster geworden, welche Räume ich einnehmen muss. Ich bin jetzt auch mehr ,Achter' als ,Sechser' und finde mich auf der neuen Position immer besser zurecht. Ich muss mich aber immer weiter verbessern und auch zulegen, was Tore und Torvorlagen betrifft. Ich habe in dieser Saison vier Tore vorbereitet, aber noch kein Tor gemacht. Meine Vorstöße in den gegnerischen Strafraum müssen besser werden“, meint der 23-Jährige.

Im Moment ist er aus der Sønderjyske-Mannschaft nicht wegzudenken, aber das kann sich schnell ändern. Der nächste Karriereschritt könnte zum Saisonende folgen. Der Mittelfeldspieler, der noch bis Mitte 2027 unter Vertrag steht, gibt sich nicht damit zufrieden, ein gestandener Superliga-Spieler bei Sønderjyske zu sein.

Tobias Sommer steht noch bis Mitte 2027 bei Sønderjyske unter Vertrag.

„Ich hoffe, dass ich dauerhaft Leistungen bringen kann, die mich für Klubs auf einem höheren Niveau interessant machen. Ich bin aber gerne hier und spüre, dass ich mich weiter in die richtige Richtung bewege und wir auch als Kollektiv Schritte nach vorn machen. Solange dies der Fall ist, muss ich nicht unbedingt weg. Ich mag aber die Rolle, die ich habe, und das Vertrauen, das ich genieße“, sagt Tobias Sommer.