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Später Jubelrausch: Sønderjyske darf nach oben blicken

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Grenzenloser Jubel nach dem Siegtor in der Nachspielzeit.

Der Abstieg ist für Sønderjyske für eine Weile kein Thema mehr, nachdem Daniel Gretarsson in der Nachspielzeit eine Sønderjyske-Mannschaft erlöste, die fast eine Stunde lang in Überzahl spielte und sich schwer tat, das Vejle-Bollwerk zu knacken.

Es gibt Tore, die bedeuten mehr als andere. Der spektakuläre Treffer von Daniel Gretarsson in der dritten Minute der Nachspielzeit kann für die gesamte Saison von großer Bedeutung werden, denn nach einem 2:1-Heimsieg gegen Tabellenschlusslicht Vejle und einem jetzt noch größeren Abstand zu den Abstiegsplätzen dürfen sich die Sønderjyske-Fußballer durchaus erlauben, den Blick in der Tabelle nach oben zu richten und die Top 6 in Angriff zu nehmen. 

Nach nur 14 von 32 Spieltagen ist es noch viel zu früh, Sønderjyske aus dem Abstiegskampf zu verabschieden. Vejle hat in der vergangenen Saison bewiesen, dass große Rückstände aufgeholt werden können, doch mit einem Vorsprung von acht bzw. zwölf Punkten auf die Abstiegsränge ist die Abstiegsfrage zumindest für eine Weile kein Thema mehr. 

Nicht nur wegen des großen Abstandes, sondern auch wegen des optischen Eindrucks. Die erste Saisonhälfte hat gezeigt, dass Sønderjyske besser ist als Vejle und Fredericia. Und zumindest nicht bedeutend schlechter ist als OB, Viborg, Silkeborg und Randers. Wenn überhaupt.

Mads Agger und Magnus Jensen jubeln über den 1:1-Ausgleich.

Wieso also nicht einen Angriff auf die Top 6 starten? Die ersten vier Top-6-Plätze scheinen vergeben, die letzten zwei nicht. Für den sechsten und letzten Platz gibt es keinen offensichtlichen Kandidaten. Sønderjyske kommt dafür genauso infrage wie Randers, Silkeborg, Viborg und OB.

Sønderjyske steht kurz vor Saisonhalbzeit erst einmal auf Tabellenplatz fünf. Kann Sønderjyske aus dem schweren Programm vor Weihnachten, mit Spielen gegen AGF (A), FC Midtjylland (H), Viborg FF (H) und FC København (A), den einen oder anderen Punkt mitnehmen, ist man sogar ein ernstzunehmender Kandidat.

Die Hellblauen haben eine defensive Solidität gefunden und lassen in der laufenden Saison immer weniger Gegentore zu. Die Gegner müssen schon etwas Besonderes aus dem Hut zaubern, um zu Torerfolgen zu kommen. Das war auch gegen Vejle nicht anders.

Vejle Boldklub stellte sich nach dem Platzverweis für Tabatadze nur noch hinten rein.

Giorgi Tabatadze zog in der ersten Halbzeit die Aufmerksamkeit auf sich. Der Linksverteidiger von Vejle Boldklub sorgte zunächst positiv für Aufsehen, als ihm mit einem platzierten Distanzschuss das 1:0 gelang, fiel dann aber negativ auf, als er in der 37. Minute seine zweite Gelbe Karte erhielt.

Sønderjyske war schon vor der fast einstündigen Überzahl die tonangebende Mannschaft, tat sich aber mit einem Mann mehr auf dem Platz schwer, die dicht gestaffelte Vejle-Hintermannschaft zu knacken. 

Vejle stand mit Mann und Maus hinten drin und ließ bis zur 80. Minute kaum Chancen zu, doch in der Schlussphase gab es Tormöglichkeiten am laufenden Band.

Da standen einem die Haare zu Berge, was in der Schlussphase alles an Torchancen vergeben wurde, bis Daniel Gretarsson seine Mannschaft erlöste.

Vejle-Torwart Igor Vekic zeigte mehrere Glanzparaden und schien seiner Mannschaft einen Punkt zu retten, bis Daniel Gretarsson in der dritten Minute der Nachspielzeit auftauchte und mit dem Rücken zum Tor eine Flanke von Olti Hyseni ins Tor köpfte.

Der Jubel kannte keine Grenzen. Erinnerungen wurden wach an den Jubelrausch aus dem Heimspiel der vergangenen Saison gegen Vejle, als Marc Dal Hende ebenfalls tief in der Nachspielzeit den 2:1-Siegtreffer erzielte.

 

Sønderjyske - Vejle Boldklub (0:1) 2:1

0:1 Giorgi Tabatadze (25.), 1:1 Mads Agger (44.), 2:1 Daniel Gretarsson (90.+3).

Sønderjyske: Nicolai Flø – Simon Wæver (46.: Tobias Klysner), Maxime Soulas, Daniel Gretarsson, Ebube Duru (66.: Mohamed Cherif) – Tobias Sommer, Andreas Oggesen (88.: Rasmus Vinderslev), Kristall Mani Ingason (77.: Lirim Qamili) – Mads Agger, Matthew Hoppe, Alexander Lyng (66.: Olti Hyseni).

Vejle: Igor Vedic – Stefan Velkov, Lasse Nielsen, Anders Sønderskov – Lasse Flø, Mike Vestergaard, Mads Enggaard (78.: Tobias Lauritsen), Giorgi Tabatadze – Christian Gammelgaard (67.: Mikkel Duelund), Amin Chiakha (78.: Anders K. Jacobsen), Tobias Bach (67.: Thomas Gundelund).

Rote Karte: Giorgi Tabatadze (37.)

Gelbe Karten: Giorgi Tabatadze.

Schiedsrichter: Jacob Karlsen. VAR-Schiedsrichter: Michael Tykgaard.

Zuschauer: 5.877.