Eishockey

Herning verpasst Sønderjyske eine schallende Ohrfeige

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Jacob Schmidt-Svejstrup hatte keinen glücklichen Tag erwischt.

Der souveräne Tabellenführer war mehr als eine Nummer zu groß. Nach zwei Siegen in Folge sind die Eishockeyspieler von Sønderjyske wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt worden – und das mehr als unsanft.

Vor einer Woche fügten die Eishockeyspieler von Sønderjyske dem souveränen Tabellenführer die erste Heimniederlage der Saison bei, doch am Freitagabend hat Herning Blue Fox die aktuellen Machtverhältnisse wieder zurechtgerückt.

Der dänische Rekordmeister, der mit 22 Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten in den Spieltag gegangen war, war über 60 Minuten gesehen eine Klasse besser und verpasste Sønderjyske beim 7:2-Erfolg vor 2.196 Zuschauerinnen und Zuschauern in der Woyenser Arena eine schallende Ohrfeige.

Herning gut aussehen lassen

„Herning ist eine Klassemannschaft. Wir haben die aber auch gut aussehen lassen. Unsere individuellen Fehler haben uns heute gekillt. Das war eine Katastrophe“, so Sønderjyske-Trainer Casper Stockfisch zum „Nordschleswiger“.

Die Gastgeber spielten im ersten Drittel gar nicht einmal so schlecht und boten dem Spitzenreiter die Stirn, machten aber Fehler, die man sich gegen keinen Gegner leisten darf, schon gar nicht gegen eine Klassemannschaft wie Herning Blue Fox. 

Ein Puckverlust in eigener Zone von Jacob Schmidt-Svejstrup und ein Stoppfehler von Oskar Drugge auf der blauen Linie wurden mit den Gegentoren zwei und vier bestraft. Danach war die Luft raus und Herning Blue Fox spielte seine Überlegenheit aus.

Hunger war bei Herning größer

„So ein Mistspiel“, sagte ein fluchender Rasmus Lyø zum „Nordschleswiger“: „Nach zwei guten Spielen tut es weh, solch eine Leistung zu zeigen. Der Arbeitseinsatz war nicht, wie man bei einem Heimspiel von uns erwarten kann. Der Gegner hatte den größeren Hunger, und das hätte umgekehrt sein müssen. Wir waren ständig einen Schritt hinterher und haben dumme Entschlüsse gefasst.“

Die Partie war schon entschieden, als die überlegene Mannschaft auch noch Hilfe bekam, die sie gar nicht nötig hatte. Schiedsrichter Martin Theiltoft Christensen wollte beim Zusammenprall von Otto Kröger und Thomas Andersen ein böses Foul des Sønderjyske-Stürmers gesehen haben, sah sich nach Ansicht der Videobilder bestätigt und verhängte eine höchst umstrittene Fünf-Minuten-Strafe. Herning nahm das Geschenk an und machte den Sack zu.

Die Hellblauen leisteten immer weniger Gegenwehr und ließen sich auseinandernehmen. Sønderjyske wurde im Schlussdrittel vorgeführt, und es wurde Jacob Schmidt-Svejstrup offenbar zu viel. In den Schlusssekunden ließ er sich nach einem Stockschlag seines Gegenspielers Petter Hansson von hinten in die Kniekehle zu einem üblen Revanchefoul hinreißen und muss nach einem Crosscheck ins Gesicht seines Gegenspielers mit einer Sperre rechnen.

 

Sønderjyske - Herning Blue Fox (1:2,0:3,1:2) 2:7

0:1 Emil Kristensen (0:21), 0:2 Oliver Kiljunen (4:35), 1:2 Rasmus Lyø (18:12/Ass.: Angelo Miceli/5 gegen 4), 1:3 Kyle Maksimovich (23:41/5 gegen 4), 1:4 Morten Poulsen (29:03/4 gegen 5), 1:5 Patrick Bjorkstrand (36:17/5 gegen 4), 2:5 Matt Kopperud (44:08), 2:6 Magnus Carlsen (45:15), 2:7 Magnus Carlsen (58:59).

Spieldauer Disziplinarstrafen: Otto Kröger (Sønderjyske/37.), Jacob Schmidt-Svejstrup (Sønderjyske/60.)

Zeitstrafen: Sønderjyske 2×5 und 4×2 – Herning 4×2 Minuten. Schiedsrichter: Martin Theiltoft Christensen/Vernon Hofferd. Zuschauer: 2.196.