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Grönland: Mette Frederiksen bekommt für Aufruf an die USA Unterstützung

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Jens-Frederik Nielsen und Mette Frederiksen
Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen und Staatsministerin Mette Frederiksen sind müde ob der Drohungen durch die US-Regierung.

Auf die Verhaftung des venezolanischen Diktators Nicolás Maduro durch die USA folgte im gleichen Atemzug die Erneuerung des Wunsches, Grönland haben zu wollen. Dem imperialistischen Gebaren von US-Präsident Donald Trump ist Staatsministerin Mette Frederiksen nun erneut in aller Deutlichkeit entgegengetreten – sie wird dabei von Schweden, Finnland und Norwegen unterstützt.

Staatsministerin Mette Frederiksen (Soz.) hat die USA aufgefordert, die Drohungen gegen Dänemark und Grönland einzustellen. Schweden, Norwegen und Finnland unterstützen diesen Aufruf und haben mitgeteilt, „voll und ganz“ hinter Dänemark zu stehen. 

Der schwedische Ministerpräsident Ulf Kristersson, der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Støre und der finnische Präsident Alexander Stubb teilten dies am Sonntagabend in ihren jeweiligen Beiträgen auf dem sozialen Netzwerk X mit.

„Nur Dänemark und Grönland haben das Recht, über Fragen zu entscheiden, die Dänemark und Grönland betreffen. Schweden unterstützt unser Nachbarland voll und ganz“, schreibt Ulf Kristersson. „Grönland ist Teil des Königreichs Dänemark. Norwegen unterstützt das Königreich Dänemark voll und ganz“, schreibt Jonas Gahr Støre. 

Alexander Stubb hat in seinem Beitrag auf X die Erklärung von Mette Frederiksen geteilt und schreibt: „Niemand trifft Entscheidungen im Namen Grönlands und Dänemarks, außer Grönland und Dänemark selbst. Unser nordischer Freund Dänemark und die Staatsministerin haben unsere volle Unterstützung.“

Auch Deutschland ließ am Montagnachmittag mitteilen, dass „Grenzen nicht mit Gewalt verschoben werden“ dürfen. Es gelte das Völkerrecht. Vizeregierungssprecher Sebastian Hille sagte, die Bundesregierung stelle damit klar, dass Grönland zu Dänemark gehöre. Berlin sei in diesen Fragen in engem Austausch mit Kopenhagen. 

Beide Länder Teil des Nato-Bündnisses

Mette Frederiksen schrieb am Sonntag auch, dass es absolut keinen Sinn ergebe, davon zu sprechen, dass es für die USA notwendig sei, Grönland zu übernehmen. Die USA hätten kein Recht, eines der drei Länder des Königreichs zu annektieren. „Das Königreich Dänemark ist Teil der Nato und fällt somit unter die Sicherheitsgarantie des Bündnisses“, heißt es in dem Beitrag der dänischen Ministerpräsidentin.

„Wir haben bereits heute ein Verteidigungsabkommen zwischen dem Königreich und den USA, das den USA weitreichenden Zugang zu Grönland gewährt. Und wir haben seitens des Königreichs erheblich in die Sicherheit in der Arktis investiert“, erklärt sie.

Gleichzeitig forderte sie „nachdrücklich, dass die USA ihre Drohungen gegen einen historisch engen Verbündeten und gegen ein anderes Land und ein anderes Volk, die ganz klar gesagt haben, dass sie nicht zu verkaufen sind, einstellen“.

Auch Jens-Frederik Nielsen, Regierungschef der Naalakkersuisut, hat genug. „Wenn der US-Präsident davon spricht, dass die USA ‚Grönland brauchen‘ und Grönland mit Venezuela und militärischen Interventionen in Verbindung bringt, ist das ‚respektlos‘“, schrieb er auf Facebook.

„Jetzt reicht es. Kein Druck mehr. Keine Andeutungen mehr. Keine Fantasien mehr über eine Annexion“, so Nielsen, der darauf hinweist, dass Grönland kein „Objekt in der Rhetorik einer Großmacht“ ist.

Donald Trump wiederholt Drohungen

Die Mitteilung von Frederiksen kam, nachdem US-Präsident Donald Trump am Sonntag in einem Interview mit „The Atlantic“ erneut betont hatte, dass die USA Grönland brauchen. 

Auch in der Nacht zum Montag wiederholte Trump, dass er der Meinung sei, dass die USA Grönland aus Gründen der nationalen Sicherheit brauchen. Er lehnte es außerdem ab, darauf zu antworten, ob er beabsichtige, Maßnahmen gegen Grönland zu ergreifen.

Ein Bild, das von der amerikanischen Podcasterin Katie Miller, die früher in Trumps Regierung beschäftigt war, geteilt wurde, machte ebenfalls Schlagzeilen. Auf X teilte sie ein Bild von Grönland, das mit der amerikanischen Flagge koloriert war. Zusammen mit dem Bild war ein kurzer Text zu sehen, in dem „SOON“ – „bald“ auf Deutsch – stand.

Der dänische Botschafter in den USA, Jesper Møller Sørensen, schrieb daraufhin in einer Antwort, dass Dänemark und die USA enge Verbündete seien und zusammenarbeiten sollten.