Grenzland

Bis zu 20 Cent pro Liter Unterschied: Tanken in Flensburg und Harrislee lohnt sich

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Diesel fast 1,90 Euro, Benzin knapp 2 Euro pro Liter: Die Kraftstoffpreise in Dänemark sind seit Jahresbeginn in die Höhe geschossen.

Seit Jahresbeginn ist Tanken beiderseits der deutsch-dänischen Grenze merklich teurer geworden. Doch in Dänemark sind die Steuern auf Benzin und Diesel noch stärker gestiegen als in Deutschland.

Nur knapp fünf Kilometer trennen die letzte Tankstelle vor der Grenze in Harrislee und die erste Anlaufstation für Autofahrerinnen und Autofahrer mit leeren Tanks in Pattburg, doch zwischen den Zapfsäulen nördlich und südlich der Grenze klafft momentan wieder eine größere Preisdifferenz. Je nach Tageszeit liegen die Preise für Benzin und Diesel südlich und nördlich der Grenze bis zu 20 Cent pro Liter auseinander.

Auf dem Rückweg aus Hamburg nach Dänemark in Harrislee vollgetankt

„Wir haben diesen Tankstopp ganz bewusst eingelegt“, sagt Torben Friis aus Vejle. Wenige Augenblicke zuvor war er gemeinsam mit seiner Frau auf die Tankstelle bei den Grenz-Supermärkten am Industrieweg gerollt. „Wir sind auf dem Rückweg aus Hamburg, wo wir einen Kurzurlaub verbracht haben“, verrät er. Schon bei seiner Abfahrt aus Dänemark lag der Benzinpreis nach seinen Angaben höher als in Deutschland – und ist mittlerweile weiter gestiegen.

Preise in Dänemark nähern sich der 2-Euro-Marke

In Pattburg kostet der Liter Diesel momentan rund 14 Kronen und damit umgerechnet 1,88 Euro. Noch teurer ist Superbenzin. Dies schlägt nördlich der Grenze momentan mit 14,50 Kronen pro Liter zu Buche, was umgerechnet ungefähr 1,94 Euro entspricht und damit nur noch knapp unter der 2-Euro-Marke liegt.

Trotz der auch in Deutschland zum Jahreswechsel gestiegenen CO₂-Besteuerung ergibt sich dennoch ein erheblicher Preisvorteil für Tank-Touistinnen und -Touristen. Denn zur gleichen Zeit kostet der Liter Diesel auf dem Ochsenweg in Harrislee und in Flensburg-Weiche gerundet zwischen 1,73 und 1,74 Euro – eine Differenz von bis zu 14 Cent. Noch deutlicher wird der Preisvorteil bei Superbenzin. Hier beträgt der Preisvorteil auf deutscher Seite der Grenze bis zu 18 Cent pro Liter.

Steuern auf Diesel in Dänemark stark gestiegen

Die Abgaben auf Diesel sind in Dänemark im neuen Jahr gestiegen. Der Hauptgrund dafür ist eine Regierungsvereinbarung, bei der beschlossen wurde, die Ausgleichssteuer zu senken und die Finanzierung durch eine Erhöhung der Dieselsteuer um 65 Øre pro Liter zu sichern. Zusätzlich gibt es zwei weitere Erhöhungen, die den gesamten Steueranstieg auf 1,05 Kronen pro Liter wachsen lassen. Denn die bereits 2009 beschlossene Vereinbarung führt zu einer Erhöhung um vier Prozent, was 15 Øre entspricht. Diese Erhöhung betrifft auch Benzinfahrerinnen und Benzinfahrer. Einen größeren Einfluss hat die Vorgabe zur Reduzierung des CO₂-Gehalts im Diesel. Der dänische Automobilverband (FDM) beziffert diese Abgabe auf ungefähr 25 Øre pro Liter Diesel.

Bereits 50 Prozent der in Dänemark neu zugelassenen Autos fahren elektrisch

In Dänemark wird seit Jahren, wie auch in anderen skandinavischen Ländern, die Elektromobilität stark gefördert. Wer sich ein batteriebetriebenes Fahrzeug zulegt, ist noch bis Ende diesen Jahres von der Zulassungssteuer befreit, wenn der Preis des Autos nicht höher als umgerechnet 55.000 Euro ist. Zudem gilt eine stark vergünstigte Fahrzeugsteuer. Der Anteil der Elektrofahrzeuge an den Neuzulassungen lag im vergangenen Jahr in Dänemark bei 50 Prozent – mit steigender Tendenz. Dahingegen gibt es kaum noch neu zugelassene Dieselfahrzeuge: Deren Zahl lag bis Ende November bei lediglich 1200 Fahrzeugen in ganz Dänemark. Zugelassen sind in Dänemark aber derzeit noch rund 600.000 Fahrzeuge mit Dieselmotor.

Grenzhandels-Kundschaft kann Preisvorteil nutzen

„Wenn wir näher an der Grenze wohnen würden, dann würden wir bei diesem Preisunterschied auch nur noch in Deutschland tanken“, stellt Torben Friis fest. Doch den Preisvorteil dürften auch die zahlreichen Kundinnen und Kunden der Grenzhandelsmärkte ausnutzen, die ohnehin dorthin kommen, um Limonade, Bier und Süßigkeiten billiger als Dänemark einzukaufen.