Grenzkontrollen

Zelttunnel und Container: So rüstet die Bundespolizei die Grenzübergänge auf

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In Krusau ist der Zelttunnel bereits fast fertig aufgebaut.

Die Bundespolizei baut an mehreren Grenzübergängen neue Kontrolltunnel und Container. Sie sollen die Arbeit der Beamtinnen und Beamten in den Wintermonaten erleichtern. Nicht alle halten die Investitionen für sinnvoll.

Die Arbeiten vor dem Grenzübergang in Krusau laufen auf Hochtouren. Das Grundgerüst des neuen Zeltes steht bereits, damit die Beamtinnen und Beamten auf der deutschen Seite der Grenze bei ihren Kontrollen nicht mehr im Regen stehen müssen.

20 Meter langer Kontrolltunnel

Zwei Reihen mit jeweils 15 Betonblöcken tragen 19 Metallbögen, die mit einer Zeltplane überspannt werden. Das ergibt einen 20 Meter langen Tunnel, der 10,8 Meter breit und 6,2 Meter hoch ist.

An der Grenze in Krusau (Kruså) steht der Tunnel auf dem Pendlerparkplatz beim Hotel des Nordens. In Pattburg (Padborg) wird er vor dem Haus der Bundespolizei aufgebaut, und an der A7 bei Ellund ist auf dem neuen Rastplatz Platz dafür geschaffen worden. 

An der Grenzübergangsstelle an der B5 bei Süderlügum (Sønder Løgum ) ist es nicht möglich, ein Zelt zu errichten, aber dort wird die Bundespolizei Container aufstellen – so wie aktuell in Krusau.

Neben dem Zelttunnel werden zwei Container stehen. Einer dient als Aufenthaltsraum für die Beamtinnen und Beamten, die die Grenzkontrolle durchführen. Der andere ist für Durchsuchungen und ähnliche Maßnahmen an Personen vorgesehen, die an der Grenze angehalten werden.

Neben dem Zelttunnel stehen die Container.

Witterung macht Maßnahmen notwendig

Ein dritter, jedoch deutlich kleinerer Container steht im Grasstreifen in der Straßenmitte. Wenn die Grenzkontrolle besetzt ist, wird dort ein Beamter sitzen, den Verkehr beobachten, scannen und einige Autofahrer in den Zelttunnel zur Kontrolle leiten.

Als die vorübergehende Grenzkontrolle erstmals im vergangenen Herbst eingeführt wurde, führte die Bundespolizei sie ohne Zelte oder Container durch. Doch angesichts der kalten und nassen Monate und einer Kontrolle, die aktuell bis März vorgesehen sei, wollte die Polizei bessere Bedingungen schaffen, erklärt Bundespolizei-Sprecher Hanspeter Schwartz gegenüber „fla.dk“.

„Wer das norddeutsche Wetter kennt, weiß, dass das Probleme macht. Der Autofahrer fährt in die Kontrolle und lässt das Fenster herunter. Es regnet in Strömen. Er wird nass. Die Pässe, die wir dann bekommen, werden nass. Der Kollege hat zwar gute Kleidung, aber irgendwann wird auch er nass. Deshalb haben wir gesagt, wir müssen etwas an der baulichen Situation ändern. Das Zelt ermöglicht es uns, die Autos hineinfahren zu lassen und besser und trockener zu kontrollieren“, sagt er.

Zeitnah sollen die Container eingerichtet werden, damit die Bundespolizei die neue Anlage bis zum 6. Dezember in Betrieb nehmen kann.

Vom Grünstreifen zwischen den Fahrbahnen werden die Autos auf den Parkplatz gelotst.

Hanspeter Schwartz betont, dass es sich nicht um eine permanentere Kontrolle handeln wird. Die Beamten werden weiterhin zwischen den verschiedenen Übergängen hin- und herfahren und dort für kürzere oder längere Zeit bleiben, bevor sie zum nächsten Grenzübergang weiterfahren. Die neuen Maßnahmen sollen ihnen lediglich bessere Arbeitsbedingungen verschaffen.

SSW kritisiert Vorgehen

Zu den Kosten hat die Bundespolizei keine Angaben gemacht. Bei einer Fragestunde im Bundestag hat der SSW-Abgeordnete Stefan Seidler allerdings in Erfahrung gebracht, dass das Tunnelzelt, die drei Container sowie die Verlegung eines Stromanschlusses mit rund 100.000 Euro zu Buche schlagen.

Seidler kritisiert das Vorgehen. Er erkennt zwar an, dass das Personal vernünftige Arbeitsbedingungen benötige, solange es Grenzkontrollen gibt. Doch er meint, man sollte die Kontrollen eher aufheben, statt Geld für neue Anlagen auszugeben.

„Das Problem sind nicht die Arbeitsbedingungen, sondern dass man ihnen völlig unnötige Aufgaben aufbürdet. Sie könnten ihre Zeit und Kompetenzen wirklich für wichtigere Dinge nutzen, als veraltete Passkontrollen bei schlechtem Wetter durchzuführen und Pendler aufzuhalten, die einfach nur zur Arbeit wollen“, so Stefan Seidler.