Sygehus Sønderjylland

Im Notfall besser aufgenommen: Neue Räume für die Psychiatrie

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Das Apenrader Krankenhaus bekommt mit dem Anbau auch 440 neue Mitarbeitende.

Apenrade modernisiert die psychiatrische Akutaufnahme und setzt damit auf ein Modell, das sich international bereits bewährt hat: getrennte, aber eng verbundene Notaufnahmen für körperliche und seelische Krisen. Der Neubau schafft mehr Ruhe, bessere Abläufe und ein Versorgungssystem, das den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger gerechter werden soll.

In Apenrade entsteht derzeit etwas, das viele Menschen in der Region ganz unmittelbar betreffen könnte – vor allem jene, die in einer seelischen Ausnahmesituation Hilfe suchen oder Angehörige dorthin begleiten. 

Die Psychiatrische Akutaufnahme (PAM) am Apenrader Krankenhaus (Sygehus Sønderjylland) wird für 14 Millionen Kronen erweitert. Bis März 2026 wächst ein Neubau von rund 400 Quadratmetern heran, der vor allem eines ermöglichen soll: mehr Ruhe, mehr Privatsphäre und eine Umgebung, die psychisch belastete Menschen nicht zusätzlich überfordert.

Problem: Gleicher Eingang für alle

Viele Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörige berichteten regelmäßig von belastenden Situationen, denn seit Jahren teilen sich in Apenrade körperliche und psychiatrische Notfälle denselben Eingang der Akutaufnahme. Das Modell hat zwar den Vorteil, dass es das Zusammenspiel unterschiedlicher Fachbereiche fördert, doch in der Praxis bedeutete es für viele psychisch belastete Patienten, dass sie in einer ohnehin schwierigen Situation mit Unfallopfern, lauten Eindrücken und hektischen Abläufen konfrontiert fühlten. Deshalb kam es zum Beschluss, eine eigene PAM-Notaufnahme zu bauen.

Die neuen Bereiche umfassen unter anderem zusätzliche Untersuchungszimmer, mehrere abgeschlossene Patientenzimmer mit eigenem Bad sowie neue Wartebereiche und Arbeitsplätze für das Personal. Dadurch kann die PAM innerhalb des Gebäudes verlegt werden. 

Unsere Patienten sind oft besonders verletzlich. Die neuen Räume bieten die Ruhe und Würde, die sie brauchen.

Lykke Bay Marcussen, Chefkrankenschwester der psychiatrischen Abteilung

Das schafft gleichzeitig dringend benötigten Raum für die somatische Notaufnahme. Für viele Bürgerinnen und Bürger in der Region dürfte sich dies im Alltag bemerkbar machen – etwa durch besser abgestimmte Abläufe und weniger Engpässe bei hohem Patientenaufkommen.

Bessere Arbeitsbedingungen erhöhen Patientenzufriedenheit

Auch beim Personal wird die Entlastung bereits spürbar erwartet. „Wenn die Arbeitsbedingungen besser werden, profitieren am Ende auch die Patienten“, sagt Helle Overgaard, leitende Pflegekraft der gemeinsamen Notaufnahme. 

Ganz ohne Einschränkungen geht die Bauphase jedoch nicht über die Bühne. Einige Parkplätze direkt vor dem Eingang entfallen vorübergehend. Das Krankenhaus versichert jedoch, dass die Erreichbarkeit stabil bleiben soll.

Europaweiter Trend

Der Umbau ist nicht nur ein Bauprojekt, sondern Teil eines größeren Trends, der über Dänemark hinausreicht. In skandinavischen Ländern, aber auch in den Niederlanden und Teilen Deutschlands haben sich in den vergangenen Jahren Modelle etabliert, in denen psychiatrische Krisenbereiche räumlich klarer von somatischen Notaufnahmen getrennt sind, aber dennoch in direkter Nähe bleiben. 

Die Erfahrungen dort weisen in eine ähnliche Richtung: Menschen in psychischen Krisen kommen besser an, wenn sie nicht zusätzlich durch Lärm, Unfälle oder hektische Umgebungen belastet werden. 

Deutliches Wachstum der Zahl der Mitarbeitenden

Mit dem Vollzug der Gesundheitsreform Anfang 2026 werden Psychiatrie und Somatik auch organisatorisch enger zusammengeführt. Rund 440 Mitarbeitende aus der Psychiatrie wechseln dann offiziell zum Apenrader Krankenhaus. Damit wächst die Zahl der Beschäftigten auf rund 3250.

Hier wird der Eingang zur PAM entstehen.