Kriminalität

Drugging: Tønder Festival zeigt Nulltoleranz gegenüber Drogen und Übergriffen

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Beim Tønder Festival soll das Publikum unbesorgt feiern können.

Die Gäste des großen Musikfestivals sollen sich gut aufgehoben fühlen. Dazu soll ein detaillierter Sicherheitsplan beitragen, sagt die Direktorin des Events.

Für Kristina L. Skjøtt, die Direktorin des Tønder Festivals, war es eine böse Überraschung, von den Drugging-Fällen beim Ringreiten in Sonderburg (Sønderborg) zu hören.

„Das hat mich sehr betrübt. Für Veranstaltende ist so eine Situation ein Albtraum“, sagt sie dem „Nordschleswiger“.

In den Tagen nach dem Sonderburger Ringreiterfest haben elf Personen Anzeige erstattet, weil sie den Verdacht haben, dass ihnen Getränke mit K.o.-Tropfen verabreicht wurden.

Sicherheitsplan für das Festival

Das Tønder Festival ist bislang von solchen Vorfällen verschont geblieben. Drugging, also das heimliche Verabreichen von Substanzen wie K.o.-Tropfen, kommt vor allem im Nachtleben vor, kann aber auch bei Musikfestivals auftreten.

„Für uns ist entscheidend, dass die Gäste unbesorgt feiern können. Deshalb haben wir einen Sicherheitsplan, damit Wachleute und Freiwillige wissen, wie sie reagieren sollen“, erklärt Skjøtt.

Teil dieses Plans ist die klare Nulltoleranz gegenüber illegalen Drogen. Zwar sind Drogen beim Festival in Tønder kein großes Problem, aber „es gibt immer schwarze Schafe.“

Genaue Instruktionen für Wachen und Freiwillige

Den Sicherheitskräften ist es bisher gelungen, Probleme in Zusammenarbeit mit der Polizei schnell aufzufangen. „Da sind wir kompromisslos.“

Neben dem Verbot illegaler Drogen herrscht beim Festival auch Nulltoleranz bei übergriffigem Verhalten.

Die Wachen und die Freiwilligen sind zudem angehalten, zu beobachten, ob jemandem unwohl wird – ob durch Trunkenheit, Drogen oder Flüssigkeitsmangel.

Es ist wichtig, dass wir gut aufeinander aufpassen. Und da will ich unser Publikum und unsere Freiwilligen loben: Sie sind richtig gut darin.

„Wir haben für alle Bereiche Actioncards erarbeitet, damit alle genau wissen, wie sie reagieren sollen“, sagt Skjøtt.

Achtsames Tønder-Publikum

So werde für die Sicherheit des Publikums gesorgt, ohne dass es diesem unbedingt auffällt. Bemerkt man jedoch als Gast etwas Verdächtiges oder sieht eine Person, die Hilfe benötigt, sollte man sich an Wachleute oder Freiwillige wenden.

„Es ist wichtig, dass wir gut aufeinander aufpassen. Und da will ich unser Publikum und unsere Freiwilligen loben: Sie sind richtig gut darin“, sagt die Festival-Chefin.

Enger Austausch mit der Polizei

Die aktuellen Drugging-Fälle in Sonderburg hat die Festivalleitung noch nicht intern erörtert. Sie steht jedoch im laufenden Kontakt mit der Polizei und wird darüber informiert, ob es aktuell Dinge gibt, auf die man besonders aufmerksam sein solle.

Im August setzt sich die Festivalleitung wie jedes Jahr mit der Polizei und den Bereitschaftskräften zusammen, um die Sicherheit beim Festival bis ins Detail zu besprechen und zu planen. Da werden auch die Fragen erörtert, die über den festen Sicherheitsplan hinausgehen.