Geschichte

Von Hadersleben nach Woyens: Historie Haderslev hat jetzt Platz für 14 Kilometer Archivarien

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Chef Bent Vedsted Rønne und Gäste im neuen Magazin. Im Laufe der kommenden Monate werden die Regale befüllt.

Am Kløvervej ist das Magazin von Historie Haderslev nach fast einem Jahr fertig. Akten, Steingut, Filme, Gegenstände – alles wird sortiert, konserviert und archiviert – und zugleich ein Raum geschaffen, um Geschichte jungen Menschen näherzubringen.

„Die Regalmeter aneinandergereiht ergeben 14 Kilometer, also von hier bis ungefähr nach Woyens“, erklärt Ane Tønder, Kommunikationsassistentin bei Historie Haderslev, dem Archiv der Kommune.

Ihr Chef Bent Vedsted Rønne freute sich am Freitag, das neue Magazin eröffnen zu können. 18 Millionen Kronen hat es gekostet. „Wir lagen im Budget, das macht uns froh“, sagte er vor rund 130 Gästen. Das Archiv benötigte Platz, und so entstand am Kløvervej neben dem bestehenden Gebäudekomplex ein neues Haus. 

Die Regale des Neubaus sollen Akten aufnehmen, aber auch Kunst und Gegenstände, die als erhaltenswert angesehen werden. Eine Werkstatt digitalisiert Videos und Filme, egal ob großes oder kleines Format.

Bürgermeister Mads Skau (Venstre) und Kjeld Thrane (Kons.), Vorsitzender des Kultur- und Freizeitausschusses, durchschnitten nicht nur das obligatorische rote Band am Eingang, sie füllten bildwirksam auch den ersten Regalmeter mit Archivarien. Bis alle Akten und Gegenstände umgezogen sind, wird noch einige Zeit ins Land gehen. Ane Tønder schätzt zwei Jahre.

Zahlreiche Gäste fanden sich zur Eröffnung des neuen Magazins von Historie Haderslev ein.

Akten an einem Ort

Das neue Magazin soll dazu dienen, Archivarien, die bis jetzt auf mehrere Standorte verteilt sind, zu sammeln. Aber das ist nicht der einzige Zweck. Es geht auch um die Vermittlung von Geschichte. Hauke Grella, der bei der Eröffnung auch anwesend war, sagte dem „Nordschleswiger“: „Wir fahren einmal im Jahr zusammen mit Historie Haderslev nach Kopenhagen, um dort gemeinsam auf die deutsch-dänische Geschichte im Grenzland aufmerksam zu machen. Das machen wir seit einigen Jahren so.“ Auch sei der inhaltliche Austausch eng.

Angebote für Schulen

Aber nicht nur in Kopenhagen wird die Geschichte der Region vermittelt, das neue Magazin hat einen Raum genau für dieses Vorhaben, und um das kümmert sich unter anderem Janne Katrine Frederiksen. „Wir möchten Angebote für Schulen anbieten. Als ehemalige Lehrerin habe sie noch gute Kontakte zu den Schulen, auch zur Deutschen Schule Hadersleben", ergänzt Frederiksen. Sie will gern mit den Lehrerinnen und Lehrern der Schulen ins Gespräch kommen und mit ihnen Projekte entwickeln, die die Schülerinnen und Schüler dann am Kløvervej durchführen können.

Blick ins neue Magazin

Nachdem das rote Band zerschnitten war, konnten alle Gäste einen Blick ins neue Magazin werfen. Nach dem ersten neugierigen Blick boten die Mitarbeitenden Führungen an, die Gäste fanden sich in Gruppen wieder. Was hereinkommt, wird gesichtet, sortiert und umverpackt werden. Damit das Papier möglichst lange hält und nicht leidet, wird es in den Regalen bei 45 bis 50 Prozent Luftfeuchtigkeit bei 15 bis 20 Grad gelagert.

Im April soll es einen Tag der offenen Tür geben, dann können alle, die sich für Geschichte und Archivarien interessieren, das neue Magazin in Augenschein nehmen.