Geschichte

Folketingsmitglied kritisiert Kofod-Vorschlag zu Kaiser-Denkmal

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Von 1890 bis Ende Januar 1920 stand die Statue auf dem Marktplatz.

Der Haderslebener Abgeordnete Peter Kofod möchte eine historische Statue von Kaiser Wilhelm I. zurück an seinem einstigen Platz auf dem Markt in Hadersleben positionieren. Jesper Petersen, Sozialdemokrat im Folketing, hält dies für falsch.

Bis 1920 stand auf dem Südermarkt (Søndertorv) in Hadersleben (Haderslev) eine Statue von Kaiser Wilhelm I.

Peter Kofod, Abgeordneter der Dänischen Volkspartei (DF), findet, dass diese wieder aufgestellt werden sollte: „Es ist an der Zeit, dass die Statue zurückkehrt, denn sie ist ein zentraler Teil der Geschichte Nordschleswigs – nämlich dem der deutschen Jahre bis zur ‚Genforening!‘“

Jesper Petersen, Sozialdemokrat im Folketing, hält diesen Vorschlag für einen „Fehlschuss“.

„Peter Kofod sagt selbst, dass der Wiederaufbau der Statue eine Demonstration gegen politische Korrektheit sein soll. Ich fordere ihn dazu auf, dies woanders und auf eine andere Art und Weise zu tun“, schreibt Petersen in einem Kommentar an den „Nordschleswiger“.

Er habe nicht das Gefühl, dass die Hadersleberinnen und Haderslebener die Statue in den vergangenen 105 Jahren vermisst hätten. Im Gegenteil rechne er mit einem Fiasko, wenn die Dänische Volkspartei den Vorschlag in den Gemeinderat von Hadersleben einbringt. Und erinnert an die Feier, die die Deutschgesinnten veranstalten wollten, als die Statue errichtet wurde – die Einheimischen seien nicht erschienen, die Feierlichkeit wurde ein Reinfall.

Wenn man solche markanten Denkmäler wieder aufstellen möchte, sollte dies mit großer Einigkeit und Unterstützung geschehen.

Jesper Petersen

„Wenn man solche markanten Denkmäler wieder aufstellen möchte, sollte dies mit großer Einigkeit und Unterstützung geschehen, wie es beim Idstedt-Löwen der Fall war“, appelliert Petersen.

Das Erinnerungs-Argument von Peter Kofod hingegen könne er nachvollziehen.

„Dass die deutsche Zeit und der Einfluss der deutschen Kultur ein Teil der nordschleswigschen Geschichte und Kultur sind, sieht man in Hadersleben auf viele Arten“, kommentiert er.

Wenn man dies noch klarer vermitteln möchte, sollte das nicht mit der Begründung geschehen, dass Peter Kofod ein „Happening“ gegen politische Korrektheit organisieren will.