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Wo Ideen wachsen: Tonderns Jugend bezieht „Vores Sted“

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Johanne Wind Nielsen, Vorsitzende des Jugend- und Kulturrats, freute sich in ihrer Rede über den neuen Treffpunkt für Jugendliche aus den verschiedenen Bildungsstätten und Ortschaften in der Kommune Tondern.

In Tondern hat die junge Generation nach einer Durststrecke nun einen neuen Treffpunkt. Junges Engagement und das Mitspielen von Realdania führten zum Ziel. Die Jugendlichen freuen sich darauf, ihre neue Stätte mit Leben zu füllen

Mehr jugendliche Beine als an einem gewöhnlichen Montagnachmittag nahmen zum Wochenanfang Kurs auf den Rasen bei Leos Pflegecenter in Tondern. Dort lachte die Sonne mit den jungen Leuten um die Wette, als sie ihren neuen Treffpunkt in Besitz nahmen.

Der Wintergarten „Vores Sted“ aus Holz ist ein Geschenk von Realdania. Der philanthropische Verein feiert seinen 25. Geburtstag, indem er landesweit 150 Treffpunkte verschenkt. 600 Gemeinschaften hatten sich für einen Pavillon beworben. In Tondern gab es eine Premiere, da dort der erste Treffpunkt eingeweiht wurde.

„Wir freuen uns einfach darauf, dass wir anfangen können, den Treffpunkt zu gebrauchen. Er ist wirklich schön und gut geworden. Ich glaube sogar besser, als wir erwartet hatten“, sagte Johanne Wind Nielsen am Rande der Veranstaltung.

Die 20-Jährige ist Vorsitzende des im Herbst 2024 gegründeten Jugend- und Kulturrats (Tønder Unge- og Kulturråd). Das Gremium fungierte von Anfang an als Testgemeinschaft für Realdania. Somit haben die Erfahrungen aus Tondern das Gesamtkonzept für das Projekt „Vores Sted“ mitgeformt.

Ein Treffpunkt für alle

Bevor das rote Band durchtrennt wurde, standen Reden auf dem Programm.

„Hier können wir uns querbeet aus den verschiedenen Schulen und Ortschaften treffen. Wir sind stolz über das Erreichte und froh, dass Realdania das Potenzial in unserer Idee sehen konnte“, sagte Johanne in ihrer offiziellen Rede. „Wir hoffen, dass es nicht nur vier Wände und ein Dach sein werden, sondern ein Ort der Begegnung für alle.“

„Vores Sted“ ist zentral zwischen dem Busbahnhof, dem Gymnasium, dem Bahnsteig und dem Campus Tønder platziert.

Ob auf den Bus warten, Hausaufgaben machen, kreativ sein oder die Gesellschaft von anderen suchen – das Haus muss nicht gebucht werden. Die Nutzerinnen und Nutzer können sich mit einem SMS-Kode einschließen. „Nachts ist es aber ganz abgeschlossen“, erzählt Johanne.

„Tondern hat coole Jugendliche“

Der Wintergarten aus Holz ist größtenteils aus wiederverwertbarem Material gebaut. Das Dach und Teile der Holzkonstruktion stammen von früheren Nerz-Hallen.

„Der Treffpunkt ist ein Ergebnis von starken Kräften“, sagte Bürgermeister Jørgen Popp Petersen (Schleswigsche Partei). Er erinnerte daran, dass es frühere Treffpunkte wie den Jugendclub Borgen und das Bootshaus der SG West, in der sich Generationen von Jugendlichen getroffen hätten, aus verschiedenen Gründen nicht mehr gebe.

Er dankte den jungen Menschen, die dazu beigetragen hatten, dass die Idee zur Wirklichkeit wurde. „Nutzt eure Stätte für Spaß, Debatten und Zusammensein“, so die Aufforderung des Bürgermeisters, während der Duft von Grillwürsten in der Luft lag.

„Wir haben euch Jugendliche gewählt, weil ihr die Stadt, in der ihr lebt, mitgestaltet. Ihr macht es nicht nur euretwegen, sondern wegen der Gemeinschaft. Herzlichen Glückwunsch. Ihr habt wirklich coole Jugendliche in Tondern“, sagte Nina Kovsted Helk, Realdania-Direktorin.

Seniorinnen und Senioren feierten mit

Zu den vielen Gästen gehörte auch ein Vierbeiner.

Mit einem Kleinkind, das fröhlich auf dem Gelände herumstakte, war auch die kommende Generation mit von der Partie. Zwei ältere Damen hatten indes ihre Rollatoren geparkt und verfolgten von einer Bank aus das Geschehen im Grünen.

Auch Bewohnerinnen und Bewohner des Pflegeheims nahmen an der Feier, die von Vogelgezwitscher umrahmt wurde, teil. Zu den ersten Events in zwangloser Runde gehörte ein Musikquiz, für das einige der jungen Leute ihre Instrumente mitgebracht hatten.