Ehrenamt

Wie Vereine in Apenrade Freiwillige finden – und was sie bewegt

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Johan Petersen ist Freiwilliger bei „Æ synnejysk forening“.

Neue Freiwillige für ein Ehrenamt zu gewinnen, ist eine Herausforderung. Sollten sich Vereine mehr um die Jugend bemühen? „Der Nordschleswiger“ hat beim Sonnabend der Freiwilligen am Nørreport erfahren, was die Organisationen selbst über ihre Zukunft in der Kommune Apenrade denken.

„Wir hoffen auf neue Ehrenamtliche – aber es ist schwer, junge Leute dafür zu gewinnen“, sagt Johan Petersen. Der 75-Jährige steht am Sonnabendvormittag am Stand seines Vereins am Nørreport. Vor ihm liegen Bücher auf Sønderjysk – zum Schmökern, Lernen und Lachen. An diesem Sonnabend der Freiwilligen (Frivillig Lørdag) vertritt er Æ Synnejysk Forening.

Freiwillige Arbeit eher später im Leben attraktiv

Organisiert vom Freiwilligenzentrum Apenrade (Frivilligcenter Aabenraa), bietet diese Aktion Vereinen die Möglichkeit, sich zu zeigen, ins Gespräch zu kommen – und vielleicht sogar neue Mitglieder zu gewinnen.

Denn mit einer Herausforderung müssen landesweit die Organisationen und Vereine umgehen: junge Menschen für freiwillige Arbeiten zu begeistern.

„Wir haben überlegt, ob man das Ehrenamt mehr in die Schulen bringen sollte“, sagt Petersen. „Aber die Schülerinnen und Schüler haben einen vollen Stundenplan – da ist kaum Platz für mehr.“ Er setzt daher auf eine andere Zielgruppe: Menschen, die später im Leben wieder mehr Zeit haben – und Lust auf Gemeinschaft.

Mehr Einbindung von Freiwilligen erwünscht

Ein paar Tische weiter haben sich Lis Ernlund Mastrup und Grethe Bangsbro eingerichtet. Die beiden 80-jährigen Frauen haben mehrere Info-Broschüren zum Thema Schlaganfall vor sich ausgebreitet. Sie vertreten Hjernesagen, eine Organisation, die über das Thema aufklärt, Betroffene berät und Treffen organisiert.

„Wir wissen aus eigener Erfahrung, was Menschen in einer solchen Lage brauchen“, sagt Mastrup. Darum setzen sich die beiden dafür ein, dass sich niemand in einer solchen, neuen und einschneidenden Situation alleingelassen fühlt – weder als Betroffener noch als Angehöriger.

Lis Ernlund Mastrup (links) und Grethe Bangsbro wünschen sich eine bessere Kommunikation.

In Haderselben (Haderslev) sei der Verein lokal gut aufgestellt – in Apenrade gestalte es sich hingegen nicht so leicht. „Wir würden gerne ins Apenrader Krankenhaus gehen, aber das dürfen wir leider nicht“, sagt Mastrup. „Dabei ist das der beste Ort, um mit Patienten und Angehörigen in Kontakt zu kommen.“ Auf diese Weise würde man auch potenziellen Mitgliedern begegnen. Sowas funktioniere nämlich primär auf persönlichem Weg, erzählt Mastrup, die Vorsitzende für Hjernesagen in Sønderjylland ist.

Die beiden 80-Jährigen wünschen sich eine bessere Kommunikation einschließlich Namen, an die sie sich wenden können, um auch in der Kommune Apenrade aktiv zu werden.

Präsenz zeigen

Neben lokalen Gruppen ist auch Amnesty International vertreten. Randi Christensen und Mariann Bille freuen sich über die Möglichkeit, mit Menschen ins Gespräch zu kommen

„Solche Tage sind wichtig – um uns zu zeigen, aber auch, um neue Mitglieder zu gewinnen“, sagt Christensen. „Solche Veranstaltungen darf es gerne häufiger geben.“

Ob Sprache, Gesundheit oder Menschenrechte – in der Kommune Apenrade gibt es viele Möglichkeiten, sich dort einzubringen, wo es zum eigenen Interesse passt – ganz egal, ob Jung oder Alt.

Randi Christensen (links) und Mariann Bille von Amnesty International ist es wichtig, Präsenz zu zeigen.