Leben auf der Insel

Aarö baut auf Zukunft mit gemeinnützigen Familienwohnungen

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In der vergangenen Woche feierte die Insel Aarö gemeinsam mit der Wohnungsgesellschaft HAB das Richtfest für ein bislang einzigartiges Bauvorhaben.

Zehn neue Wohnungen, zehn Chancen für Zuwachs auf der Insel: Auf Aarö feierten Inselbevölkerung, Handwerker und Kommunalpolitik das Richtfest für ein bislang einzigartiges Bauprojekt – direkt neben Brummers Gaard entstehen gemeinnützige Familienwohnungen.

Am Brummers Toft auf der Insel Aarö ruhten am Mittwochnachmittag die Baumaschinen: Dort feierten die Wohnungsgesellschaft HAB gemeinsam mit Handwerksbetrieben, Kommunalpolitik und der Inselbevölkerung mit Richtfest und Richtspruch den neuen Wohnkomplex. Es ist das erste Mal, dass auf einer kleinen Insel ein derartiges Projekt entsteht.

„Das hier sind nicht nur Ziegel und Dachbalken“, brachte es Michael Haas Sørensen vom Vorstand der Haderslebener Wohnungsgesellschaft HAB auf den Punkt. „Das sind zugleich neue Chancen für Familien, Ältere und alle, die sich ein Leben auf der Insel wünschen.“

Tempo, Zusammenhalt und Engagement

Winzer der Insel a. D., Svend Aage Hansen, begrüßt die Politikerinnen Hanne Pedersen (links) und Karina Lorentzen Dehnhardt (beide SF), Sprecherin für Landdistrikte ihrer Partei im Folketing.

Drei Monate nach dem ersten Spatenstich steht der Rohbau. Die Bauleute des Generalauftragnehmers „Cawo“ und ihre Partnerfirmen arbeiten mit Tempo und halten den Zeitplan – ungeachtet der Hürden, die bei einem Bauvorhaben auf einer kleinen Insel programmiert sind. Im Februar sollen die Wohnungen bezugsfertig sein.

Politik reagiert – Aarö profitiert

Ortstermin beim Richtfest: ein Streifzug durch den Rohbau

Erst eine neue Förderrichtlinie des dänischen Parlaments hatte das Projekt ermöglicht. Die Abgeordnete Karina Lorentzen Dehnhardt (SF), Sprecherin für Landdistrikte, hatte sich bereits vor vier Jahren dafür eingesetzt, dass kleine Inseln gezielt unterstützt werden. „In der ersten Runde der Vergabe von Fördergeldern haben größere Inselgemeinden zugeschlagen. Das Konto war schnell leer. Jetzt kommen die Mittel genau dort an, wo sie gebraucht werden“, sagte sie beim Festakt.

Ihre Parteikollegin Hanne Pedersen aus dem Haderslebener Kommunalrat lobte das Durchhaltevermögen vor Ort: „Die größte Anerkennung gebührt den Inselbewohnern und dem Wohnungsbauunternehmen HAB. Sie haben an das Projekt geglaubt und dafür gekämpft. Ohne sie keine Förderung und keine Wohnungen. Gut gemacht!“

Marianne Weimann (2.v.r.) hat früher das Café vom Brummers Gaard bewirtschaftet. Sie lobt das Bauprojekt als Chance für die kleine Insel und ist selbst voller Pläne für das kommende Jahr.

Keine leeren Worte

Am Brummers Toft entstehen zehn gemeinnützige Wohnungen.

Dass dies nicht nur leere Worte sind, bestätigte Marianne Weimann: Sie hatte vor ihrem Ruhestand jahrelang das Café vom benachbarten Brummers Gaard bewirtschaftet – mit großem Erfolg. Jetzt plant sie den nächsten „Coup“: „Ein Strickfestival auf der Insel für Tausende von Menschen. Die Kommune Hadersleben unterstützt uns bei unseren Anliegen für Aarö ungemein“, lobte sie.

Am 9. Mai 2026 soll das „Strikke-Drikke Festival“ starten. „Es passiert so viel auf der Insel – und jetzt diese Wohnungen. Sie sind eine echte Bereicherung – und für Aarö eine Chance, das Leben auf der Insel aufrechtzuerhalten.“

Leben soll auch in der Nebensaison herrschen. HAB-Wohnungsberaterin Julie Gregersen verteilt während des Richtfestes Broschüren über das Wohnungsprojekt. Die Nachfrage ist groß, wie sie am Rande der Veranstaltung verriet: „Bislang haben sich mehr als 70 Menschen auf die Interessentenliste geschrieben.“

HAB-Wohnungsberaterin Julie Gregersen verteilt Broschüren. Das Interesse an den Familienwohnungen ist groß. Dabei gibt es bisher noch keine Warteliste, sondern lediglich eine Interessentenliste.