Klimawandel

Überschwemmungen drohen auf Röm und in Gravenstein

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Sturmfluten sind eine größer werdende Bedrohung (Archivfoto).

Das Umweltministerium hat untersucht, welche Gebiete von Hochwasser bedroht sind. Röm und Gravenstein sind neu auf der Liste; jetzt müssen die jeweiligen Kommunen tätig werden.

In bewohnten Gebieten auf ganz Röm (Rømø) besteht ein Risiko für Überschwemmungen. In Gravenstein (Gråsten) und Ekensund (Egernsund) sind es Menschen, die entlang des Nübelnoor (Nybbøl Nor) wohnen, die von Hochwasser bedroht sind.

Die Küstenbehörde (Kystdirektoratet) des Umweltministeriums hat eine neue Risikoeinschätzung erarbeitet, die in Nordschleswig jetzt auch diese beiden Gebiete umfasst. Es war schon zuvor bekannt, dass Röm und Gravenstein ausgewiesen werden sollten, da die Pläne in der Anhörung waren. Jetzt sind sie offiziell.

Die roten Gebiete sind bedroht.

Bereits seit 2011 steht Apenrade (Aabenraa) auf der Liste. Auf Röm leben 491 Personen im Risikogebiet, in Gravenstein 1.061 und in Apenrade 2.214.

Wir leben in einer neuen Klimawirklichkeit. Das Wetter wird wilder, die Sturmfluten häufiger und kräftiger.

Magnus Heunicke

„Die Risikoeinschätzung verpflichtet die Kommunen, ganz konkrete Pläne zu erarbeiten, wie sie vorbeugen und sich rüsten wollen“, sagt Umweltminister Magnus Heunicke (Soz.).

Pläne müssen bis 2027 erstellt werden

Das bedeutet, dass die Kommunen Sonderburg (Sønderborg) und Tondern (Tønder) jetzt Pläne erarbeiten müssen, wie sie die betroffenen Gebiete schützen wollen. Gleichzeitig sind sie verpflichtet, Bereitschaftspläne für den Ernstfall zu erstellen.

Die Kommunen werden im Laufe des kommenden Jahres detaillierte Daten und Karten über die betroffenen Gebiete von der Küstenbehörde erhalten. Danach müssen sie im Laufe der folgenden zwei Jahre die konkreten Pläne erarbeiten.

Die Kommune Sonderburg tüftelt bereits an konkreten Plänen und die Kommune Tondern hat die Deiche auf Röm verstärkt.

Klimawandel erhöht Risiko

Die Anzahl der durch Überschwemmungen bedrohten Gebiete ist im Vergleich zur vorherigen Einschätzung vor sechs Jahren deutlich gestiegen. Damals waren 27 Kommunen betroffen, jetzt sind es 51.

„Wir leben in einer neuen Klimawirklichkeit. Das Wetter wird wilder, die Sturmfluten häufiger und kräftiger“, so Heunicke.

Soziales Risiko berücksichtigt

Es ist jedoch nicht nur der Klimawandel, der die Anzahl der Gebiete steigen lässt. Die Küstenbehörde hat die Kriterien erweitert, sodass jetzt auch soziale Aspekte berücksichtigt werden. Bislang wurden in der Risikoeinschätzung allein die bedrohten materiellen Werte berücksichtigt.

Bei den neuen Kriterien geht es auch darum, ob man zum Beispiel von der Außenwelt abgeschnitten wird oder die Strom- und Wasserversorgung bedroht ist.

„Wie der oder die Einzelne negativ betroffen wird, hängt von Faktoren wie der Gesundheit, dem Netzwerk in der lokalen Gemeinschaft, dem Alter, der finanziellen Lage sowie einer Reihe von weiteren Faktoren ab“, sagt Nick Schack Halvorsen, Projektleiter bei der Küstenbehörde.

So könne eine ältere Person, die allein lebt, härter betroffen sein als jüngere Menschen, die in einer Familie leben.

Die Behörde hat das Gebiet in Gravenstein allein auf Grundlage der neuen sozialen Kriterien ausgewiesen. Auf Röm besteht sowohl ein finanzielles als auch ein soziales Risiko.

In Apenrade ist seit 2011 ein Gebiet ausgewiesen, das sich entlang der Küste vom Hostrupholz (Hostrupskov) bis Lensnack (Lindsnakke) erstreckt und auch das Gelände um die Mühlenau (Mølleå) umfasst. Während in Gravenstein und auf Röm ausschließlich das Meer als Risikofaktor gesehen wird, bedroht in Apenrade auch die Mühlenau die Anwohnenden.

In Apenrade kommt die Bedrohung von der Förde und von der Mühlenau.

Eine EU-Richtlinie verpflichtet die Staaten, alle sechs Jahre diese Risikoeinschätzung zu erarbeiten.