Klima und Natur

Tonderner Einsatz: Renaturierung der dänischen Moore landet im EU-Finale

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Das Kongsmoor wurde durch Wiedervernässung wieder zu einem lebenden Hochmoor. Es hat dort auch archäologische Untersuchungen gegeben. In früheren Zeiten wurde in dem Gebiet südlich von Lügumkloster Torf abgebaut.

Bei der Vernässung der auch für das Klima wertvollen Naturräume war die Kommune Tondern federführend. 900 Hektar wurden vernässt und unliebsame Buschvegetation entfernt. Die Moore sind wichtige Speicher für das schädliche CO₂.

Zur Rettung der Moore legte sich die Kommune Tondern aufgrund ihrer Erfahrungswerte für solche Naturvorhaben an die Spitze von zehn Vernässungsprojekten in Dänemark. Von Tondern aus wurde der landesweite Einsatz koordiniert, übergeordnet wurde die Leitung bei der Durchführung übernommen und Tondern hielt den Kontakt zur Europäischen Union, die die Projekte förderte. Eine 900 Hektar große Moorfläche ist seitdem renaturiert worden.

Das dänische Moorprojekt hat es sogar in das Finale um den EU-Naturpreis „Life Nature Award“ geschafft. 24 Naturvorhaben aus dem Jahr 2024 mischten mit. Nur die drei besten wurden für die Endrunde nominiert.

Stolzer Bürgermeister

Bürgermeister Jørgen Popp Petersen (Schleswigsche Partei) ist stolz auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kommune, die dieses Projekt so weit gebracht haben. Als eigene Projekte wurden Kongens Mose bei Lügumkloster (Løgumkloster) und das Moor von Hönning bei Arrild vernässt.

Die Vorhaben wurden in Zusammenarbeit mit fünf anderen Kommunen, der Naturbehörde und der Umweltbehörde durchgeführt und vom EU-Life-Programm mitfinanziert. Die natürlichen Wasserstände wurden im Rahmen der Renaturierung wiederhergestellt, ungewünschte Vegetation entfernt und gute Lebensbedingungen für Pflanzen und Tiere geschaffen.

Klima und Artenvielfalt

Mit der Renaturierung wurde nicht nur wertvolle Natur wiederhergestellt, sondern auch ein wichtiger Beitrag für die Artenvielfalt und das Klima geleistet. Im Zuge der Vernässung sollen die Moore so viel CO₂ wie möglich binden. Für die zehn Projekte wird mit einer Reduktion des Ausstoßes von jährlich 22.000 Tonnen Kohlendioxid gerechnet.

Neben der EU-Anerkennung geht es auch um den Gewinn des Publikumspreises. Jede Bürgerin und jeder Bürger kann seine Stimme über den Link https://www.lifeawards.eu/project/liferaisedbogs/ abgeben.

Werden Moore durch Torfabbau zerstört, entwässert oder als Weidefläche genutzt, setzen sie das für die Umwelt schädliche Gas frei. „So werden sie vom Klimaretter zum Klimakiller“, sagen die Expertinnen und Experten.